Die süßen Westernladies aus "Tombstone"? Die haben es in sich. Alina Friedrich, Marina Esslinger und Jana Kristina Lobreyer, in diesem reizvollen Trio zusammengekommen im Musical-Western am Landestheater Coburg, sprangen am Dienstag im Sonderprogramm "Musical unplugged" wie Tiger auf die Bühne der Reithalle. Da zeigten sie anderthalb Stunden lang, was alles in ihnen steckt: höchst gefährliche Mörderkatzen, ganz auf Outfit und weibliche Ausstrahlung bedachte Material Girls ("Ich bin, was ich mag und was ich trag"), Eisköniginnen, stimmgewaltige Musicalstars, aber auch ganz lyrisch und empfindsam in zarten Seelenregionen bewanderte Wesen. Im "Eye of the Tiger" ging es dann endgültig rockig mit ihnen durch.

Für ihr durchaus groß zu nennendes, am Schluss ein wenig unkoordiniert verplaudertes Musicalprogramm, in dem sie sich zunehmend frei sangen, streiften die drei von Bernstein über Webber bis Queen und sorgten dabei
für manche Überraschung.

Denn im Bemühen, sich in aller Musical-Begeisterung, welche die drei seit Musikstudentenzeiten oder noch früher treibt, aufs Wesentliche zu konzentrieren, stießen sie auch auf ungewöhnliche Arrangements, sogar Verblüffendes, im Mix von "Singin‘ in the Rain" und Rehannas "Umbrella" beispielsweise, einem rappigen Ausbruch aus der schönen neuen Musicalwelt oder der melancholisch balladesken Seite von Survivors Super-Sieger-Hit "Eye of the Tiger" (über dessen Stimmigkeit allerdings noch zu diskutieren wäre).

Instrumental getragen wurden die drei von Christiane Störmer-Rauch am Klavier, Andrzey Jeziorski, Gitarre, und Rolf Probst, Percussion, die einen so lebendig vielseitigen wie stimmungsvollen musikalischen Raum für die drei Musical-Queens schufen.

Kraftvolle Stimmen

Drei eindrucksvolle Stimmen, drei Charaktere mit jeweils spannenden Auftritten, und dann die mitreißende Verschmelzung im energievollen Trio: Alina Friedrich mit ihren suggestiven Interpretationen, Marina Esslinger in ihrer beherzten jugendlichen Frische und geradezu anrührend lyrischer Intensität in den ruhigeren Passagen und die gerade auch durch ihre diversen Coburger Verpflichtungen mittlerweile beachtlich erfahrene Jana Kristina Lobreyer, die mit fülliger, sicherer Stimme "Don‘t cry for me Argentina" mit Frösteleffekt bot: Das reizvolle Konzert in der Reithalle, in dem sich die drei mutigen Sängerinnen "unplugged", ohne Maske jedweder Art, unmittelbar und "ohne Schnick-Schnack ganz echt" als sie selbst präsentierten, provozierte Begeisterungsstürme in der ausverkauften Reithalle.

Alina Friedrich studierte Gesang in Lübeck und München (Abschluss als Diplom-Gesangspädagogin), absolvierte zahlreiche Gesangs-Meisterkurse im In- und Ausland (so bei Edith Mathis) und ist seit 1995 freiberuflich tätig als Sängerin, Gesangspädagogin und Leiterin zahlreicher Chöre.

Jana Kristina Lobreyer in Duisburg geboren, wirkt seit Kindertagen in bekannten Musicals mit, absolvierte ein Ausbildung zur Musicaldarstellerin an einer privaten Schule in Bayern (Abschluss diplomierte Musicaldarstellerin) und spielte schon während ihres dritten Ausbildungsjahres am Coburger Landestheater in "Crazy for you".

Marina Esslinger
aus Ziegelanger bei Zeil am Main hat diverse musikalische Erfahrungen gesammelt, auch in Rockbands, und gerade ihre Ausbildung an der Akademie für Musik.