"Burgen-Land" haben die Modellbahnfreunde Leutkirch im Allgäu ihre Anlage genannt. Auf der U-förmigen Anlage, die aus acht Segmenten besteht, fahren Züge im Maßstab H0 zwischen zahlreichen Burgen und Schlössern. Daneben findet sich eine ehemals freie Reichsstadt, die mit prachtvollen Häusern und ausgedehnten Gleisanlagen aufwarten kann. Im Miniatur-Hauptbahnhof herrscht reger Betrieb, ebenso wie im Güterbahnhof und im Betriebswerk mit seinem Ringlokschuppen.

Diese Anlage ist am Samstag, 7., und Sonntag, 8. März, im Werkstattbereich des Autohauses Hommert in Creidlitz zu sehen. Die Eisenbahnfreunde Steinachtalbahn Coburg (ECS) veranstalten hier schon seit etlichen Jahren ihre Modell-Ausstellungen. Sie selbst präsentieren nach langer Pause wieder einmal die "Karussellbahn", die dem Verein auch den Namen gab.

Von der Grenze ausgebremst

Die Steinachtalbahn führte von Ebersdorf bei Coburg über Weidhausen und Hof-Steinach nach Neustadt. Zusammen mit der Strecke Sonneberg/Neustadt-Lichtenfels bildete sie einen Ring, eben das "Karussell". Ab Leutendorf folgten die Gleise dem Lauf der aus Thüringen kommenden Steinach. Weil ein Teil der Strecke zwischen Fürth am Berg und Neustadt über Thüringer Gebiet lief, wurde der Betrieb nach Kriegsende 1945 unterbrochen. Die Bahn konnte nur noch von Ebersdorf bis Fürth am Berg fahren.

Direkt hinter dem Bahnhof Fürth am Berg verlief bis vor 30 Jahren die Zonengrenze. Sperranlagen und Wachturm finden sich auch auf dem Modell wieder. Der Bahnhof Hof-Steinach war als Betriebsmittelpunkt der größte Unterwegsbahnhof und besaß eine Lokstation als Außenstelle des Bahnbetriebswerkes Coburg.

Die Modellbahnanlage besteht aus 13 ausgestalteten Segmenten. Dazu kommen drei Module mit dem Abstellbahnhof. Aufgebaut misst die Anlage elf Meter in der Länge und sechs Meter in der Breite, mit einer Streckenlänge von 20 Metern.

Auch die Anlage Rodachtalbahn hat ein realistisches Vorbild. Erbaut und betreut wird sie von der Modellbahngruppe der Eisenbahnfreunde Rodachtal. Gezeigt werden die Module vom Abzweigbahnhof Kronach mit den relevanten Gleisen der Nebenstrecke, die Gleisanschlüsse der Firmen Militzer, Baywa, Mölter, Karst und Konsum, sowie die Haltestelle Höfles und die Haltestelle Unterrodach. Die Modelbahnkollegen haben es sich zum Ziel gesetzt, die gezeigten Bahnhöfe und Gleisanschlüsse im Zustand der 60er Jahre, der Übergangszeit von der Dampflok zur Diesellok maßstäblich umzusetzen.

Die Gartenbahnfreunde Grub haben die Schmalspurbahn im Pressnitztal (Sachsen) zum Vorbild für ihre Anlage genommen. Zu sehen sind originalgetreue Gebäude wie der Wasserturm von Steinbach sowie aufgebockte Regelspurwagen und streckentypische sächsische VIK-Dampflokomotiven mit passenden Personenwagen.

Riesenrad und Baustelle

Einige Ausstellungsstücke kommen ganz ohne Modellbahnen aus. Erstmalig in der Region präsentiert wird das Kronacher Freischießen, nachdem das Coburger Vogelschießen im vergangenen Jahr sehr gut ankam. Der Coburger Mike Morgenroth hat - neben seinem Beruf - das Festgelände in Kronach originalgetreu nachgebaut. Über 5000 LED-Lampen blinken, und rund 3500 Figuren bevölkern die Fahrgeschäfte. Während das Coburger Vogelschießen erstmalig im Jahr 1599 ausgerichtet wurde, kann das Freischießen sogar auf eine um elf Jahre längere Tradition zurückblicken.

Auch Tobias und Martin Weith sind aus Kronach und zeigen alljährlich, was ihre selbst gebauten Laster und Bagger alles können. Dafür legen sei eigenes eine Großbaustelle an, mit Erdaufschüttungen, Brücken und Löchern. Es wird aber auch einen Bereich geben, wo die Besucher selbst die RC-Cars lenken dürfen.

Christian Vollrath entführt in eine Zeit, in der es noch gar keine Eisenbahnen gab: in die Antike, und zwar mit Hilfe von Playmobil-Figuren. Zu sehen sind das alte Ägypten, das antike Rom mit einer großen Arena und ein Götterberg.

Organisatorisches zu den 35. Coburger Modellbahntagen

Termin Samstag, 7. März, 10 bis 17 Uhr; Sonntag, 8. März, 9 bis 17 Uhr; Gelände Autohaus Hommert Coburg-Creidlitz (Hahnwiese 9). Eintritt für Erwachsene 4,50 Euro, für Kinder ab 90 cm 1,50 Euro.

Rahmenprogramm Tombola, Flohmarkt, Figuren-Malworkshop; Speisewagen mit Kaffee, Kuchen, Snacks und am Sonntagmittag Braten und Klößen.

Parken Entlang dem Fabrikweg; ein Shuttle-Bus ist im Einsatz, um die Besucher zum Ausstellungsgelände zu bringen.sb