Sieben Musiker, zwei Abende, über 400 Gäste: Schon zum vierten Mal lud die Formation "Ton in Ton" zum Neujahrsempfang der etwas anderen Art in den Saal des "Schwarzen Bären" ein. Egal, ob Soul, Rock, Funk oder Jazz - die gestandenen Musiker um Bandleader Olaf Pilz (Klavier und Gesang) verstehen es, ihr Publikum aufzutauen, bis alle geschmeidig im Takt des Grooves wippen. Und dann Anastasia Scheller! Gerade frisch vom Auslandssemester in Kanada eingeflogen, hat sie jede Menge Lieder im Gepäck und taucht beinahe spielerisch in jedes Genre ein. Ihre ausdrucksstarke Stimme erklingt mal sanft, mal steigt sie kräftig an und verzaubert die Zuhörer.
Ähnlich wie das wunderbare Zusammenspiel der Blasinstrumente von Jörgen Knödel (Trompete) und Fritz Helmich (Querflöte, Saxofon). Vor allem bei den Instrumentalstücken treffen die beiden Musiker sicher und sanft, eingerahmt von Knut Brauns Bass, Jürgen Stahls Schlagzeug, Kurt Schrettenbrunners Gitarre und Olaf Pilz' Tastentönen, den Geschmack des begeisterten Publikums. Verzichten musste die Band auf den erkrankten Martin Truckenbrodt (Saxophon).
Das Repertoire von "Ton in Ton" scheint unerschöpflich zu sein. Saubere Arrangements und Lieder der vergangenen 40 Jahre bis heute kredenzen sie im "Schwarzen Bären".
Seit dem Jahr 2009 stimmt die Combo in ihrer "Fine Music" - Art aufs neue Jahr ein, damals noch im Irish Pub. Doch bald reichte der Raum nicht mehr aus. Die Veranstaltung, die trotz der großen Zuhörerschaft einen eher familiären Charakter hat, wurde nach Beiersdorf verlegt. Der Plan ging auf: Schon im Foyer steht Andrea Pilz, lächelt, reicht den Besuchern ein Glas Sekt und wünscht ein frohes, neues Jahr. Und mehr noch: Sie ist die starke Frau im Hintergrund, die ihrem Mann hilft, die Truppe zusammenzuhalten. "Hallo schwarzer Bär", ruft Olaf Pilz. Und die am zweiten Abend schon vorbereiteten Zuhörer antworten mit "Hallo Olaf", bis alle beisammen sind und loslegen.
Der Teil des Abends spricht die Emotionen des Publikums an. Die Ballade "Life is wonderful" aus der Feder von Jason Mraz erweist sich als regelrechter Herzöffner. Dann wird es ruhig im Saal und Anastasia Scheller singt das von ihr geschriebene Lied "In our music you will stay", eine Hommage an den im vergangenen Jahr plötzlich verstorbenen Saxofonisten Thomas Eichhorn.
Dem folgt ein zweiter, beschwingter, über weite Strecken temperamentvoll wilder Teil. Selbst an "Clocks" von der Band Coldplay in der kubanischen Version von Rhythms del mundo wagen "Ton in Ton" sich ran - mit Erfolg. Und mit einem Augenzwinkern singt Olaf Pilz dann auch noch "Wunder gibt es immer wieder" von Katja Ebstein, für alle, die auch mal was Deutsches an dem Abend hören wollen. Wie am Anfang, so am Ende: "Ton in Ton" entlassen ihr Publikum mit einer Ballade, diesmal "Where do we go from here" ins Jahr 2012.