Sommer, Sonne, 25 Grad - an so einem Wochenende ist mit Sicherheit einiges los sein im Itzgrund. Der Radweg von der Coburger Stadtgrenze bis hinunter in den Landkreis Bamberg ist der Renner bei all denen, die gerne auf zwei Rädern unterwegs sind. Von Familien mit Kindern bis zu den Coburger "Cora"-Radsportlern (die erst im Juli 2021 ihren eigenen "Highway" zwischen Großheirath und Rossach eröffnet haben) - auf den 30 Kilometern zwischen Niederfüllbach und Rattelsdorf hat jedermann seinen Spaß.

Die Bedeutung des Radverkehrs wissen auch die Touristiker zu schätzen. Dr. Jörg Steinhardt, Geschäftsführer des Tourismusvereins Coburg-Rennsteig, bekommt sie in seinem Büro im Coburger Landratsamt quasi jeden Tag mit: "Das Radfahren hat in den vergangenen Jahren einen großen Aufschwung erlebt." Die Gründe für diese Entwicklung reichen vom Boom der E-Bikes bis hin zur Corona-Pandemie, die den "Urlaub daheim" deutlich attraktiver hat werden lassen.

Mit dem "E", da fährt man länger

Das kann Roland Gagel nur bestätigten. Der Unterleiterbacher ist Geschäftsführer beim Touristikverein Itzgrund und hat die Erfahrung gemacht, dass sich mindestens die Hälfte der Anfragen an den Verein um das Thema Radfahren dreht. Bei einer Sache gibt der Touristikvereins-Geschäftsführer aber offen zu, dass noch ein bisschen Luft nach oben ist: beim Angebot an Ladestellen für E-Bikes. Aber: Es soll besser werden. "Wir probieren gerade, ob wir nicht eine Initiative auf den Weg bringen können", sagt Gagel. Er wünscht sich, dass neben den Kommunen auch Tankstellen oder Gastronomen mitziehen und Ladestationen installieren. Bei einigen Vermietern von Zimmern und Ferienwohnungen habe es schon positive Signale in dieser Richtung gegeben, sagt Gagel.

Die E-Bikes sind auch der Grund, warum der Itzgrund-Radweg als touristisches Angebot nicht mehr alleine steht. Jörg Steinhardt weiß, dass die gut ausgerüsteten Rad-Touristen in der Region auch längere Strecken-Touren in Angriff nehmen. Als Teil einer solchen längeren Fahrt sei der Itzgrund natürlich "prädestiniert", sagt der Geschäftsführer von Coburg-Rennsteig. Neben dem Erleben der Natur stehen dann Coburg, die Besichtigung der Schlösser und Burgen oder die Verbindung zum Main-Radweg auf dem Tourenplan.

Das nimmt man auch im Itzgrund so wahr. "Der Umgriff, den die Radfahrer ansteuern, wird immer größer", weiß Gagel. Tat sich früher kaum ein Hobbyradler den mühsamen Weg über einen der Hügel hinüber zum Obermain an, so wird die Verbindung inzwischen immer öfter nachgefragt. Das hat dazu geführt, dass auf der Route Lahm, Eggenbach, Döringstadt eine offizielle Radwegeverbindung nach Ebensfeld entstehen wird - ursprünglich war der Ausbau zwischen Lahm und der Landkreisgrenze für heuer geplant. Getan hat sich allerdings noch nichts.

2022, da soll sich was tun

Dafür aber an anderen Stellen. Sabrina Hörl, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit am Staatlichen Bauamt in Bamberg, hat auf Nachfrage extra nachgeschaut. Knapp 1,1 Millionen Euro hat die im Jahr 2019 erfolgte Sanierung des arg ramponierten Abschnittes zwischen Rossach und Gleußen gekostet. Dort fühlen sich Radfahrer jetzt auf manchen Metern so, als wären sie irrtümlich auf die Bundesstraße geraten - so breit ist der Radweg dort. Das liegt aber auch daran, dass sich die Gemeinden Großheirath und Itzgrund am Ausbau des Radweges finanziell beteiligt haben. Sie übernahmen den Teil der Baukosten, die über die Normbreite für Radwege hinaus anfielen. So können Radfahrer und landwirtschaftliche Fahrzeuge den Abschnitt gemeinsam nutzen - wie übrigens oft entlang der Itz.

Beim Staatlichen Bauamt liegen zudem die Pläne für ein weiteres Projekt in der Schublade. Dieses soll die bislang knifflige Ortsdurchfahrt von Gleußen - teilweise direkt auf der Staatsstraße 2204 - entschärfen. Über das Bundesförderprogramm für Radwege ist ein Lückenschluss direkt neben der Bundesstraße geplant. Dort sollen zwischen der "Alten Poststraße" und der Kreuzung Bundesstraße 4/Staatsstraße 2204 zwei Abschnitte Radweg neu errichtet werden. Beim Staatlichen Bauamt geht man davon aus, dass dies im kommenden Jahr geschehen wird.

Nach Rattelsdorf geht's weiter

Ein bisschen Abstimmungsbedarf herrscht aber noch, weil sich insbesondere bei der Landwirtschaft im Itzgrund Widerstand regt. Grund der Bedenken ist der Plan, dass im Zuge der Bauarbeiten auch eine Schließung der Zufahrt "Gleußen Mitte" (Kloster-Banz-Straße) im Gespräch ist. Wer übrigens über den Kernabschnitt des Itzgrund-Radweges bis nach Rattelsdorf hinaus weiterfahren will, tut sich seit 2020 in Richtung Bamberg ein bisschen leichter: Der Abschnitt zwischen Rattelsdorf und Breitengüßbach wurde seinerzeit für gut eine halbe Million Euro komplett erneuert.

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