Im Rahmen des Biodiversitätsprojekts zum Erhalt der Obstsortenvielfalt in Oberfranken sind jetzt auch Flächen um Oettingshausen, Heldritt und Elsa neu gestaltet worden. Das Projekt war groß angelegt: In insgesamt sieben oberfränkischen Landkreisen wurden Bereiche aufgrund vieler noch vorhandener alter Streuobstbestände ausgewählt.

Im Herbst 2013 wurden im Auftrag der Regierung Oberfranken durch den anerkannten Pomologen Wolfgang Subal (er ist Diplom-Biologe) bestehende Sorten bestimmt und kartiert. Im Frühjahr 2014 wurden von seltenen Apfel- und Birnensorten Edelreiser für die Vermehrung geschnitten und auf Unterlagen "gepfropft".

Von allen ausgewählten oberfränkischen Gebieten wurden insgesamt 130 alte, teils nur noch sehr selten vorkommende, Sorten in einer Forchheimer Baumschule und im ökologisch-botanischen Garten der Universität Bayreuth so wieder vermehrt.

"Im Bereich Oettingshausen, Heldritt, Elsa wurden bislang insgesamt 559 Apfelbäume und 156 Birnenbäume kartiert", berichtet Ute Schade vom Elsaer Gartenbauverein. Raritäten sind in dieser Gegen unter anderem: Römische Schmalzbirne, Cludius Herbstapfel, Aarer Pfundbirne, Langer Grüne Gulderling, Goldrenette von Peacegood, Geflammter Cousinot und Rote Walze.

Vor wenigen Wochen waren nun die Nachzuchtbäume pflanzbereit. Der Obst- und Gartenbauverein Elsa interessierte sich von Anfang an für dieses Projekt und bewarb sich bei der Höheren Naturschutzbehörde Bayreuth und deren Projektleiter Gerhard Bergner um einige dieser seltenen Nachzuchtbäume aus der hiesigen Region.
Voraussetzung, um dabei zum Zuge und die Anlage einer Streuobstwiese mit Bäumen aus diesem Projekt genehmigt zu bekommen, war: Die Bäume sollten auf öffentlichen Flächen gepflanzt werden. Nur so könne der Allgemeinheit Zugang gewährt werden, war die Ansicht der Naturschutzbehörde.


Noch mehr Pflanzaktionen

Die Stadt Bad Rodach stellte deshalb eine kommunale Wiesenfläche in der Elsaer Flur zur Anlage einer Streuobstwiese mit alten Apfel- und Birnensorten zur Verfügung. Nachzuchtbäume, Pfähle, Baum- und Wühlmausschutz wurden von der Regierung kostenlos gestellt.

In einer Gemeinschaftsaktion pflanzten jetzt zahlreiche Mitglieder des Gartenbauvereins, aber auch nicht im Verein organisierte Elsaer Bürger, 26 Apfel- und Birnenbäume, Zusätzlich errichteten sie den nötigen Baumschutz. Der Obst- und Gartenbauverein Oettingshausen erhielt fünf Nachzuchtbäume für die bestehende Streuobstwiese.

Ebenso pflanzten für den Landschaftspflegeverband die Gartenbauer aus Gleußen und Kaltenbrunn Bäume aus diesem Projekt.