Fußball in Oberfranken, Fußball beim VfL Frohnlach - das ist eigentlich ohne Willi Schillig nicht denkbar. Daran ändert auch der Tod des 86-jährigen erfolgreichen Unternehmers nichts. Er schlief am Ostersonntag friedlich nach langer Krankheit im Krankenhaus Coburg ein.


Großzügiger Sponsor

Sportliche Erfolge, basierend auf die großzügige Sponsorentätigkeit des Ehrenpräsidenten des VfL, und sein Einfluss auf die Szene sowie nicht zuletzt die Namensgebung "Willi-Schillig-Stadion" für das Spielareal seines VfL werden dafür sorgen.

Willi Schillig wäre nicht Willi Schillig gewesen, wenn er nicht schon zu Lebzeiten dafür gesorgt hätte, dass es auch mit dem VfL Frohnlach erfolgreich weitergeht, wenn er einmal nicht mehr da ist. Über seine Firma und seinen Sohn Klaus wird das Hobby des Mäzens aus Leidenschaft weiter mit Leben erfüllt. Wie hoch es sportlich dabei gehen wird und wie lange es andauert, ist ungewiss.


Von der B -Klasse in die Bayernliga

Gewiss ist aber, dass Willi Schillig den VfL Frohnlach mit seinem Engagement und finanzieller Unterstützung von der B-Klasse bis in die Bayernliga, der in den 80er Jahren dritthöchsten deutschen Fußball-Liga, geführt hat; aktuell sogar in die Regionalliga Bayern.


Viele Spieler und Trainer

Dabei standen in seinem Büro vor seinem stets vorbildlich aufgeräumten Schreibtisch unzählige Spieler, die er für den VfL verpflichtete oder mit denen er über die jeweils aktuelle Lage diskutierte. Darunter auch die viel zu früh verstorbenen Helmut Spindler, Hannes Lehnhardt oder Jürgen Brückner. Karl-Heinz "Charly" Zapf zählte dabei zu seinen Lieblingsspielern auf und neben dem Platz. Viele Trainer wie es auch nach seiner aktiven Zeit "Charly" Zapf wurde, unter anderem Franz Brungs, Rolf Lamprecht, Manfred Müller, Dieter Kurth oder der "schillernde" Addi Pinter, mit dem sich Willi Schillig auch einige Wortgefechte in Sachen Taktik und Spielauffassung lieferte, bereicherten ebenfalls seinen sportlichen Alltag.

Selbst war Willi Schillig in seiner Jugend bei seinem Heimatverein Sylvia Ebersdorf ein torgefährlicher Mittelstürmer. Anfragen vom 1. FC Nürnberg oder vom FC Schweinfurt blieben damals nicht aus. Doch Willi Schillig verzichtete auf eine mögliche Profikarriere.


Verzicht auf eine Profilaufbahn

In der Rückblende kann man sagen, zum Glück. Stattdessen galt seine ganze Energie seinem Unternehmen in der Polstermöbelindustrie. Der 1927 im oberfränkischen Seehof geborene Willi Schillig hat seinen Beruf von der Pike auf gelernt. Von 1941 bis 1944 besuchte er die Korbmacherschule in Lichtenfels. Nach der Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft machte er sich 1946 selbstständig, heiratete 1949 seine Trude und gründete sein Unternehmen. Kontinuierlich führte er seine vorerst überschaubare Firma zu einer Größe und zur Qualität, die nicht nur in Deutschland Beachtung fand und findet.


Erfolgreicher Unternehmer

Der unternehmerische Aufstieg bedeutete vollen Einsatz, aber auch persönliche Opfer: 1955/56 nahm Willi Schillig Eckbänke und Plastiksessel ins Sortiment auf und entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit zum Marktführer. Mit viel Fleiß und unternehmerischem Gespür verstand er es, seine Firma stetig voranzutreiben. Er entwickelte Cocktailsessel und Polsterliegen, die ebenfalls mit großem Erfolg verkauft werden konnten. Im Laufe der Jahre wurde die Produktion kontinuierlich auf Polstermöbel umgestellt.


Die Firma wuchs stetig

Die typischen Polstersessel und Polstergarnituren der 50er und 60er Jahre bescherten Willi Schillig ein stetiges Wachstum. 1969 wurde die Produktion um Lederpolstermöbel erweitert und die ersten europäischen Exportmärkte wurden erschlossen.


Weltweit tätig

Damit begann der Aufstieg des Unternehmens zu einem der führenden Polstermöbelhersteller in Europa und einem der größten Anbieter von Lederpolstermöbeln bis hin zum weltweit tätigen Unternehmen mit den Standorten Ebersdorf-Frohnlach, Tschechien, Ungarn, China und den USA.

Willi Schillig war zudem über lange Jahre im Vorstand der Tarifkommission für den Arbeitgeberverband der oberfränkischen Polstermöbelindustrie tätig. Er wurde als "Brückenbauer" in vielen Verhandlungen geschätzt, auch die Gewerkschaften begegneten dem weitsichtigen Unternehmer mit Achtung und Respekt.


Bundesverdienstkreuz

Willi Schillig war auch ein Gründungsmitglied der Frohn lacher Faschingsgesellschaft Säraspo und lange dort im Elferrat.


Viele gemeinnützige Einrichtungen unterstützt

Der Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande (seit 1987) unterstützte zudem viele gemeinnützige Einrichtungen wie die Freiwillige Feuerwehr, die Gemeinde Ebersdorf oder das Klinikum Coburg. Dort stand er besonders mit den Verantwortlichen der Geriatrie im Klinikum im engen Kontakt.

Familiär hinterlässt Willi Schillig seine Frau Trude und seine beiden Kinder Brigitte und Klaus sowie fünf Enkel. Beruflich hat er die Leitung des Unternehmens schon länger in die Hände seines Schwiegersohnes Rolf Stammberger gegeben, war aber dort noch bis vor wenigen Jahren gern durch seine unschätzbare Erfahrung als Gesprächspartner und Ratgeber in vielen Dingen am "Ball".