Bei dem Brand eines Mehrfamilienhaus in Sonneberg entstanden laut Polizeibericht am Sonntagabend Sachschäden in Höhe von mindestens 50.000 Euro. Zeugen bemerkten gegen 18.15 Uhr Feuer im Dachgeschoss des Gebäudes in der Rathenaustraße und alarmierten umgehend die Rettungskräfte.

Zum Glück konnten nach jetzigen Informationen der Polizei alle 17 Bewohner, unter denen sich auch zehn Flüchtlinge befanden, das Haus rechtzeitig verlassen, ohne dass jemand ernsthaft verletzt wurde. Eine Frau erlitt leichte Atembeschwerden.
Laut Polizei geriet das Haus wohl durch fahrlässiges Verhalten in Brand, auch sei vorsätzliche Brandstiftung nicht auszuschließen. Es gebe momentan aber keine Hinweise auf einen fremdenfeindlichen Hintergrund, sagte Polizeisprecher Eddy Krannich am Montag. Das Feuer war am frühen Sonntagabend in einem gemeinschaftlich genutzten Fitnessraum auf dem Dachboden ausgebrochen.

Obwohl es der eingesetzten Feuerwehr gelang, den Brand zu löschen, wurde vor allem das Dachgeschoss schwer beschädigt. Das Haus ist derzeit unbewohnbar. Die Bewohner des Hauses kamen deshalb in Ersatzunterkünften der Stadt sowie bei Bekannten und Freunden unter.

Am Montag hatten Spezialisten vor Ort Spuren gesichert und nach der genauen Brandursache gesucht. Zunächst hieß es, es gebe keine Hinweise auf Brandstiftung. Eine Polizeisprecherin betonte aber später, dass in alle Richtungen ermittelt werde. Nach neuen Erkenntnissen der Ermittler kann allerdings ein technischer Defekt ausgeschlossen werden, auch seien keine Spuren von Brandbeschleunigern gefunden worden.

Wahrscheinlich sei das Feuer zumindest fahrlässig oder gar vorsätzlich ausgelöst worden. Konkrete Hinweise auf den Täter gebe es bisher aber nicht, so die Polizei. Einige der Bewohner seien bereits vernommen worden, und es werde weiterhin nach Zeugen gesucht. Hinweise nehmen die Beamten der Kriminalpolizeiinspektion Saalfeld unter der Telefonnummer 03672/417-1464 entgegen.

Die Feuerwehr war am Sonntagabend mit einem großen Aufgebot angerückt und mehr als fünf Stunden im Einsatz. mit dpa