Die Corona-Pandemie beeinflusst alle Bereiche des öffentlichen Lebens, auch die Taschengeldbörse des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) Coburg. In Andreas Bärs Stimme liegt etwas Wehmut, als er erzählt. "Mit dem Lockdown an Weihnachten sind die Arbeitsangebote richtig eingebrochen. Die Senioren sind weggeblieben." Bär ist Quartiersmanager des ASB im Wohnpark "Am Callenberg" im Weitramsdorfer Gemeindeteil Weidach.

Als der Wohlfahrtsverband im vergangenen Herbst die Taschengeldbörse für Weitramsdorf, Coburg und Dörfles-Esbach auf den Weg brachte, ging Bär von zehn Jugendlichen aus, die sich mit kleinen Arbeiten und Dienstleistungen ihr Taschengeld aufbessern wollten. Mittlerweile haben sich bei Andreas Bär 15 Jugendliche, darunter zwei junge Erwachsene, online auf der Internetseite www.taschengeldboerse-coburg.de registriert. "Da gab es zum Jahreswechsel auch ein kleines Tief." Zurzeit aber stehen mehr Helfer als Arbeitsangebote zur Verfügung. Selbstverständlich, so Andreas Bär, gebe es ein Hygienekonzept, um der Pandemiesituation gerecht zu werden.

Benjamin hilft schon länger

Zwischen Monika Müller und Benjamin Pitterle hat sich der Kontakt über die Taschengeldbörse in den vergangenen Wochen und Monaten sehr gut eingespielt. Der 16-Jährige geht der pensionierten Lehrerin im Garten und am Computer zur Hand. "Besonders die Unmengen an Laub von einer mächtigen Eiche machen viel Arbeit. Dreimal hat Benjamin Laub gerecht." Auch die Kenntnisse des jungen Mannes, bei einer Internetplattform Dinge zu verkaufen, waren für Monika Müller hilfreich. "Ich finde es gut, dass die jungen Leute so Gelegenheit bekommen, etwas Sinnvolles zu tun und zu erfahren, dass Geld nicht nur von den Eltern kommt."

Andreas Bär bringt mit dieser Plattform Senioren mit Jugendlichen zusammen. Die Taschengeldbörse ist aktuell in Weitramsdorf aktiv. Anmeldungen aus Coburg und Dörfles-Esbach nimmt Andreas Bär bereits entgegen, denn dort soll die Taschengeldbörse im Herbst starten. Interesse gibt es beim Arbeiter-Samariter-Bund in Neustadt sowie in der Gemeinde Ahorn.

Wer darf sich angesprochen fühlen?

Angesprochen sind Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 14 und 21 Jahren. Sie müssen sich auf der Internetseite taschengeldboerse-coburg.de anmelden. Die Registrierung ist ebenso mit einem vorgedruckten Formular möglich. Alle Formblätter gibt es im ASB-Quartiershaus und -büro im Ulmenweg in Weidach. Mit allen Beteiligten führt Bär nach der Anmeldung ein persönliches Gespräch, wobei steuerliche, versicherungstechnische sowie sozial- und datenschutzrechtliche Aspekte geklärt werden. Bei Minderjährigen sind die Erziehungsberechtigten selbstverständlich eingebunden. So darf die Arbeitszeit täglich maximal zwei Stunden und in der Woche zehn Stunden betragen. Tabu sind Arbeiten während der üblichen Schulzeiten. Bei Minderjährigen sind die Zeiten auf Montag bis Samstag zwischen 8 und 18 Uhr begrenzt. Auch sollten die Jugendlichen nur nahe ihres Wohnortes beschäftigt werden. "Für eine Arbeitsstunde sind mindestens fünf Euro zu bezahlen, wobei individuelle Vereinbarungen möglich sind", sagt Andreas Bär zur Entlohnung. Die bislang gemachten Erfahrungen und Rückmeldungen seien durchweg positiv gewesen, stellt der Quartiersmanager fest.

Taschengeldbörse

Kontakt und Informationen

www.taschengeldboerse-coburg.de

Quartiersmanagement Weitramsdorf, Quartiersmanager Andreas Bär, Telefon 0 95 61 / 7 95 17 10, E-Mail: taschengeldboerse@asb-coburg.de