Der Tanzkurs für Jugendliche und junge Erwachsene steht wieder hoch im Kurs. "Wir lehren beispielsweise in Coburg an allen Gymnasien", sagen Katja und Sascha Weinberg. In der dritten Generation führen sie die gleichnamige Tanzschule. Nachdem das Interesse an Gesellschaftstänzen vor einigen Jahren zurückging, freuen sich junge Leute heute auf den Abschlussball. Hat früher der Walzer für den Hochzeitstag ausgereicht, möchten Brautpaare jetzt richtige Choreografien. "Ein Paar wollte seine Liebesgeschichte vertanzt haben", erinnert sich Katja Weinberg. Aber das war, auch aus Zeitgründen, nicht möglich.

Der Discofox ist laut Sascha Weinberg der Allrounder unter den Tänzen. Aber auch Standardtänze sind nach wie vor gefragt. "Der Walzer hat immer Saison und der Cha-Cha-Cha ist der Renner", sagt Katja. Dazu kommen unter anderem Salsa und Line Dance. Das ist eine choreografierte Tanzform, bei der einzelne Tänzer in Reihen und Linien vor- und nebeneinander tanzen. Die Musik dazu stammt meist aus Country oder Pop. "Das ist besonders für Singles interessant und nur der Platz begrenzt die Gruppengröße." Nach den Worten des ausgebildeten Tanzlehrerpaares steht der Spaß immer im Vordergrund. "Der Unterricht ist längst nicht mehr so streng wie früher", sagt Sascha. Das ist ebenso locker geworden wie die Musik. Und auch da gibt es Favoriten: Frauen spricht der Song "Moviestar" aus den 70er Jahren an, für die Herren wählt Katja Weinberg AC/DC. "Auf beides kann man Marschfox und Cha-Cha-Cha tanzen."

Fahrschule

Mindestens zwölf Unterrichtseinheiten über Verkehrszeichen und -regeln, je 90 Minuten, sind für den theoretischen Teil vorgeschrieben. Dazu kommt intensives Lernen zu Hause, "schließlich sollen 1100 Prüfungsfragen beherrscht werden", sagt Thorsten Krauß. Der Inhaber einer Fahrschule in Coburg hat in den vergangenen Jahren festgestellt, dass der theoretische Teil der Führerscheinausbildung oft zu lässig angegangen wird. "Etwa die Hälfte der Fahrschüler besteht die theoretische Prüfung nicht beim ersten Mal."

Die angehenden Autofahrer brauchen heute mehr Fahrstunden als noch vor einigen Jahren. "Heute schauen sich die Jugendlichen weniger von den Eltern ab. Wenn sie im Auto mitfahren, haben sie meist das Smartphone im Blick." Bei Fahrschülern aus ländlichen Gegenden seien Durchfallquote und Zahl der Fahrstunden deutlich geringer.

Neuerungen kommen mit dem Jahreswechsel: Fahraufgabenkataloge werden eingeführt. Auf 80 Seiten, die der Ausbilder kennen muss, geht es um die Vermittlung von Kompetenzen. Wie ist das Blinkverhalten, sind die Fahrlinien sauber - aber auch eine Sprit sparende Fahrweise ist Inhalt." Die Prüffahrt wird zehn Minuten länger und dann 55 Minuten dauern.

Flugschule

Das "Leben in der dritten Dimension", so umreißt Fluglehrer Norbert Huxoll die Faszination der Sportfliegerei. Bis man am Steuer eines Motorflugzeuges sitzt, muss man aber beträchtlichen Aufwand betreiben, wie eine ausführliche medizinische Untersuchung beim Fliegerarzt. Gesund sein müssen Herz und Lunge, Diabetes kann ein Ausschlusskriterium sein, auch der Gleichgewichtssinn muss funktionieren. Alle fünf Jahre hat ein Sportflieger die Flugtauglichkeit überprüfen zu lassen.

Weiter gibt es die sogenannten "Terroristenprüfung". Der stellvertretende Vorsitzende der Flugtechnischen Arbeitsgemeinschaft, Karl-Friedrich Fiene, spricht damit die Zuverlässigkeitsprüfung durch die Sicherheitsbehörden an. "Die gibt es nur in Deutschland und nur für die Piloten von Motorflugzeugen."

Der Lernstoff ist umfangreich: Technik, Luftrecht, Navigation, Funk, Wetter und die Vorbereitung auf Notfälle können bei der Ausbildung in einem Verein ein bis zwei Jahre in Anspruch nehmen. "Mehrere Tausend Fragen umfasst die Prüfung vor dem Luftamt. Drei Viertel davon müssen richtig beantwortet werden", sagt Fluglehrer Huxoll. Dazu kommen noch die mindestens 45 vorgeschriebenen Flugstunden selbst, ein Drittel in Begleitung des Ausbilders. Dann Alleinflüge. "Aber dazu müssen drei Fluglehrer ihr Okay geben."

Tauchschule

"Klar, schwimmen muss man schon können. Das wird auch geprüft." Christian Bosecker, Tauchlehrer beim Schwimmverein Coburg (SVC), räumt Klischees gleich aus: Die Flasche mit der Pressluft aufhuckeln, Tauchermaske überstreifen, Lungenautomat in den Mund stecken und fertig - so läuft es nicht. Bevor Seen, Riffe oder gar Schiffswracks erkundet werden können, ist eine umfangreiche Ausbildung unerlässlich. Sicherheit steht beim Tauchen an oberster Stelle. "Deshalb wird immer mit einem Partner getaucht." Nach dem eigenen Check der Ausrüstung wird auch immer beim Partner akribisch geprüft, ob alles in Ordnung ist. Vor einem Tauchkurs steht der Arzt. Verletzungen des Trommelfells machen das Abtauchen unmöglich. Und: Wie reagiert man auf Notfälle unter Wasser? Welche Zeichen zur Verständigung gibt es? Und wie schnell darf ich höchstens auftauchen? "Ein schneller Notaufstieg kann einen Lungenriss bedeuten, was meistens tödlich ist", sagt Bosecker. Den Tauchschülern versucht er immer eine gewisse Gelassenheit zu vermitteln. "Unter Wasser darf es keine Hektik geben, sonst verbraucht man zu viel Luft."