Jubelnde Schüler. Tatsächlich interessierte, sozusagen frische Fragen statt bildungsbeflissene Demonstration eigener Gelehrsamkeit. Wir befinden uns in einer besonderen Literaturlesung.

Denn: Coburg liest, auch die Jungen, wie die agilen 13. Klassen der Fos/Bos behaupten. Und ihre Aula war tatsächlich gut gefüllt, offensichtlich nicht nur mit den 13.Klässlern.

Mit dem 1969 geborenen, in Karlsruhe lebenden Markus Orths war ein Autor gefunden worden, der in seiner satirischen Sicht der Gegenwart gerade auch die jungen Leser wie selbstverständlich an die Hand nimmt, sie auf köstlich komische Weise zum Reflektieren des eigenen Standpunktes und gesellschaftlicher Stimmungslagen bringt.
Orths hat auch düstere, abgründige Seiten; bei seiner erneuten Coburger Lesung - er war 2009 auch zu Gast bei "Coburg liest" - pflegte er aber sein Talent zur skurrilen Übertreibung heutigen Alltags.
Er ließ jenen bedauernswerten jungen Lehrer Martin Kranich aus dem Romandebüt "Lehrerzimmer" in Widerspiegelung schulischen Alltags zu den in der Regiomontanus-Schule versammelten Lehrern und Schülern sprechen.

In "Hirngespinste" kehrte Kranich nach seinem schulischen Scheitern zurück, nun als junger Autor, der im Literaturbetrieb auf nicht weniger Absonderliches trifft und zum Alkoholiker wird. Er muss auf Lesereise jeden Abend das obligate Gastgeschenk, eine Flasche Wein, vernichten. Seine Fans am Plattenäcker schenkten Orths geistesgegenwärtig ein Notizbuch. In der Leseprobe aus "Die Tarnkappe" war allerdings auch die grausige Seite des Markus Orths zu spüren. So komisch die mitternächtliche Mutprobe der 14-Jährigen in der Totenhalle auch zunächst tat, einer der Jungen bleibt lebendig begraben in Bewusstlosigkeit. Selbst dem Tod schon mehrfach von der Schippe gesprungen, haben es Markus Orths Särge angetan. Da hilft nur satirisches Gelächter.

Aus seinem neuesten Buch "Irgendwann ist Schluss" kam Orths dann nur noch zur Präsentation eines Häppchens. - Wie gut, dass wir alle auch selbst lesen können.