Studien belegen eindrucksvoll den gesundheitlichen Wert frischen Beerenobsts. Hoher Vitamingehalt und ein unvergleichlicher Cocktail sekundärer Inhaltsstoffe rücken Beerenobst immer wieder in den Fokus von Nahrungsmitteln, die für gesunde, krebsvorbeugende Ernährung empfohlen werden. Hier sei zum Beispiel der hohe gesundheitliche Wert von Ellagsäure, Anthocyanidinen und Proanthocyanidinen erwähnt - Inhaltsstoffe vieler Beerenobstarten.

Eine Reihe blauer Früchte wie die Maibeere bringt nicht nur frischen Wind, sondern auch Gesundheit in die Hausgärten. Wer einmal etwas Neues probieren möchte, ist mit der Maibeere gut bedient. Sie wächst und gedeiht schon über zehn Jahre im Obstlehrgarten des Kreisverbands Coburg für Gartenbau und Landespflege. Die Maibeere (Lonicera caerulea var. kamtschatica) liefert mit den frühen Erdbeeren das erste Beerenobst aus dem Hausgarten. Der exotische Fruchtzwerg wird auch als Blaue Honigbeere oder Sibirische Blaubeere bezeichnet.



Frostharte Blüten

Die Maibeere ist recht anspruchslos und kommt mit einem sonnigen bis halbschattigen Standort aus. Das Holz soll bis minus 40 Grad (!), die Blüte bis minus scht Grad frosthart sein. Die Vegetationsperiode der Maibeere beginnt sehr früh. Bei milder Witterung beginnen die Knospen manchmal schon im Januar, zu schwellen. Bereits im August/September endet die Vegetationsperiode dem Ende entgegen, da die Maibeere ursprünglich aus dem hohen Norden kommt und dort der Sommer sehr früh endet.

Zum Aufbau der rund ein bis eineinhalb Meter hohen Pflanze genügen acht bis zehn Triebe. Um die Fruchtgröße zu erhöhen, wird mancherorts versucht, den Strauch ähnlich wie bei den Johannisbeeren ein- oder dreitriebig zu erziehen.

Die Pflege ist recht einfach und orientiert sich am Auslichtungsschnitt der Johannisbeeren. Triebe, die älter als drei Jahre sind, werden an der Basis sukzessive herausgenommen und durch neue ersetzt.



Reife mit den ersten Erdbeeren

An Sorten sind momentan zum Beispiel Amur, Maistar, Mailon, Fialka und Morena im Angebot. Die Reifezeit der Maibeere fällt je nach Witterung und Region zusammen mit der Reife der ersten Erdbeeren.

Die etwa einen bis eineinhalb Zentimeter großen Früchte sind sehr reich an Vitamin B und C und sekundären Inhaltsstoffen. Sie schmecken ähnlich gut wie Heidelbeeren.

Da Maibeeren relativ geringe Ansprüche an den Standort stellen und etwas an den Geschmack von Heidelbeeren erinnern, werden sie gelegentlich auch als Ersatz für die Heidelbeere empfohlen, falls ein Standort der anspruchsvollen Heidelbeere nicht zusagt.

Expertentipp

Ausdünnen Den Strauch nicht zu dicht werden lassen. Das erleichtert die Ernte der unter den Blättern versteckt wachsenden Früchte.

Triebspitzen Am leichtesten lassen sich die violetten Früchte an den Spitzen der einjährigen Triebe beernten.

Schutz Die rechtzeitige Abdeckung mit einem Netz schützt die Ernte vor Vogelfraß.