Mit einem mehr als stilvollen Entree wartete der Projektchor der Sängergruppe Itzgrund als diesjähriger Gastgeber des Kreissängertages Coburg-Kronach-Lichtenfels zur Begrüßung in der Turnhalle der Grund- und Mittelschule Untersiemau auf. Das Repertoire umfasste unter der Leitung von Annerose Röder (Klavier Rolf Otto) ein breites Feld der Musik. Die "charismatische Eröffnung", wie es Vorsitzender Günter Freitag nannte, reichte vom typischen Volkslied über eine melodische Europa-Reise, Lloyd-Webber-Melodien bis hin zu Altmeister Verdis "Nabucco" in italienischer Sprache. Langanhaltender Beifall der etwa 500 Teilnehmer belohnte den gemischten Chor.

Hausherr, Bürgermeister Rolf Rosenbauer (CSU) - selbst 25 Jahre als Chorleiter tätig - , zeigte sich bei seiner Begrüßung angetan von der Leistung des Chors: "Der Ton entsteht in den Stimmbändern. Der Gesang jedoch kommt aus dem Herzen. Das hat man bei euch gespürt!" Weitere Grußworte sprachen MdB Hans Michelbach, MdL Jürgen Heike (beide CSU), Landrat Michael Busch (SPD) und der Präsident des Fränkischen Sängerbunds (FSB), Peter Jacobi.


"Es muss sich einiges tun"

Es sei wichtig, meinte dieser, dass die Sängerbewegung auch in Zukunft auf Widerhall bei der Jugend stoße. "Zwar ist die Jugend nicht alles", stellte er fest, "doch ohne Jugend ist alles nichts!" Daher könne er nicht begreifen, dass Kinder und Jugendliche in den Schulen so gut wie keine aktive Chorarbeit erlebten. Deshalb würden sich Chorleiter des Sängerkreises als Lehrkräfte in den Schulen zur Verfügung stellen und weitere unverzichtbare Antriebskräfte sich um Sponsoring für die gute Sache kümmern. Eigentlich sei dies doch Sache der Schulen. Auf diesem Gebiet müsse sich einiges tun, forderte er.

Stellvertretender Kreisvorsitzender Jens-Uwe Peter ergänzte, dass seit zwei Jahren Chorleiter des Sängerkreises an den Grundschulen des Coburger Landes im Einsatz seien - doch leider noch zu wenige.
Trotzdem hätten sich die Chöre an den Grundschulen in dieser Zeit von einem auf acht Klangkörper vermehrt. Peter: "Wir werden nicht aufhören, die Vermittlung von Kultur und deren Wertschätzung weiterhin zu forcieren!"
Und Kreischorleiter Leopold Schindler ergänzte, er habe bereits in den 90er Jahren geklagt, dass in den Schulen zu wenig getan werde. "Was ist ein Land ohne Kultur?", fragt er. Wo gebe es denn "sowas, dass sich Vereine statt der Schulen um den Fortbestand der Musik in den Lehranstalten kümmern sollen?"


Leichte Rückgänge

Bei seinem inzwischen siebten Tätigkeitsbericht informierte Geschäftsführer Hermann Neubauer von leichten Mitgliederrückgängen im Sängerkreis Coburg-Kronach-Lichtenfels. Die Anzahl der Vereine sank laut Neubauer von 127 auf 121, die angegliederten Chöre nahmen um sieben auf 143 ab. Davon sind etwa die Hälfte gemischte, ein Drittel Männer- sowie sieben Prozent Frauenchöre. Neun Kinder- und Jugendchöre bringen es auf sechs Prozent. Die Anzahl der Chormitglieder ist von 2975 um 152 Mitglieder (fünf Prozent) auf 2823 gesunken.
Den Chorbetrieb einstellen mussten acht Chöre mit 114 Mitgliedern; leider auch drei Kinderchöre. Weibliche und männliche Mitglieder hielten sich in etwa die Waage, stellte Neubauer fest.
Nur 15 Prozent gehörten der Altersgruppe bis 40 Jahre an. 25 Prozent seien zwischen 41 und 59 Jahren und über 60 Jahre alt seien die restlichen 50 Prozent.


Ehrungen

Als Höhepunkt der Veranstaltung zeichnete Günter Freitag für 50-jährige wirkungsvolle Tätigkeit in verantwortlichen Positionen Walter Klose (Steinwiesen) mit der Melchior-Franck-Plakette aus. Das ist die höchste Auszeichnung, die der Sängerkreis Coburg-Kronach-Lichtenfels zu vergeben hat. Zu guter Letzt erfuhren 51 Sängerinnen und Sänger der acht Sängergruppen Ehrungen für langjährige Treue und Mitarbeit.