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Ebersdorf
Einrichtung

M wie Medien und Mehrwert

Ebersdorf hat jetzt keine Gemeindebücherei, sondern ein Medienhaus. In den hellen Räumen sollen sich die Nutzer einen dritten Aufenthaltsort einrichten.
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Über das neue Medienhaus freuen sich (von links) Heike Krämer (Büchereiteam), Nikolaus (Philipp Kestel), Bürgermeister Bernd Reisenweber, Heike Günther (Büchereiteam), MdL Martin Mittag, stellvertretender Landrat Rainer Mattern, Danica Faber, Landrat Sebastian Straubel und Lorenz Friedrich (Mitarbeiter Sozialmanagement der Gemeinde). Fotos: Alexandra Kemnitzer
Über das neue Medienhaus freuen sich (von links) Heike Krämer (Büchereiteam), Nikolaus (Philipp Kestel), Bürgermeister Bernd Reisenweber, Heike Günther (Büchereiteam), MdL Martin Mittag, stellvertretender Landrat Rainer Mattern, Danica Faber, Landrat Sebastian Straubel und Lorenz Friedrich (Mitarbeiter Sozialmanagement der Gemeinde). Fotos: Alexandra Kemnitzer
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Mit einem Tag der offenen Tür wurde offiziell das Medienhaus eingeweiht. Zahlreiche große und kleine Besucher feierten mit und bekamen einiges geboten. Die neuen Räumlichkeiten, am Frohnberg 2, konnten bestaunt werden. Die Besucher konnten sich einen Eindruck von der Vielfältigkeit der Medien verschaffen, die dort ausgeliehen werden können. "Es ist geschafft, unser neues Medienhaus ist startklar", freute sich Bürgermeister Bernd Reisenweber. In seiner Stimme schwang neben der großen Freude auch etwas Erleichterung mit, denn neue Projekten sind meistens mit einer gewissen Aufregung verbunden.

Das Gemeindeoberhaupt erinnerte daran, dass es von Mitte der 1950er Jahre an Aufzeichnungen über die Bücherei in Frohnlach gibt. Auch in Großgarnstadt war einst eine solche Einrichtung vorhanden. In der Stammgemeinde gibt es seit 1964 eine Bücherei, die gleich mehrmals umgezogen ist. Zuletzt war sie in der alten Schule in Frohnlach untergebracht. Dort erfolgte im Mai 2015 der Zusammenschluss mit der Frohnlacher Bücherei. "Schon seit langem war es mir eine Herzensangelegenheit, die Bücherei ein bisschen aus ihrem Dornröschenschlaf zu wecken und sie sozusagen ins 21. Jahrhundert zu bringen", verriet Reisenweber. Mit dem neuen Medienhaus sei das sehr gut gelungen, denn nicht nur optisch habe sich einiges verändert.

Auch der Medienbestand konnte vergrößert werden. Neben Büchern und Zeitschriften gibt es im Medienhaus unter anderem auch CDs, DVDs, Hörbücher und Tonies. Das Raumkonzept ist multimedial, weshalb dort künftig auch kulturelle Veranstaltungen wie Lesungen oder Filmvorführungen abgehalten werden oder die Besucher sich an den verschiedensten Bastel- oder Gestaltungsangeboten beteiligen können. Mit ins neue Medienhaus ist auch der Leseclub eingezogen, für den sich die Leiterin des Sozialmanagements der Gemeinde, Danica Faber, verantwortlich zeichnet. Unterstützt wird sie von Mitarbeiter Lorenz Friedrich.

Abschied und Dank

Nach mehr als 45-jähriger Tätigkeit in der Bücherei wurde Jutta Höpp verabschiedet und ihr mit Präsenten gedankt. Seit April 1973 war sie fest mit der Bücherei verbunden und hat als Leiterin mit Leidenschaft, Ehrgeiz und Begeisterung maßgeblich die Geschicke geprägt. Auch beim Einräumen des neuen Medienhauses hat Jutta Höpp tatkräftig mit angepackt, so dass hier etwas von ihr bleibt. In Reim-Form sagte sie "Servus", verbunden mit den besten Wünschen fürs neue Medienhaus.

Künftig sind Heike Krämer und Heike Günther als Büchereiteam im Einsatz. Um auf die Interessen der Nutzer eingehen zu können, haben sie eine Wunschbox aufgestellt, die mit Anregungen und Ideen der Büchereibesucher gefüttert werden können. Der Bürgermeister hofft, dass zu den erweiterten Öffnungszeiten neben dem eingeschworenen Leserstamm auch neue Nutzer kommen und das Gebäude mit Leben erfüllen.

"Mit dem Medienhaus wurde eine Einrichtung mit Mehrwert geschaffen, die beste Voraussetzungen für eine moderne, aber dennoch persönliche Mediennutzung bietet", sagte Reisenweber. Er dankte Norbert Hellinger, Leiter der Außenstelle Nürnberg von der Landesfachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen, für die sehr gute fachliche Unterstützung. Über die Landesfachstelle hat der Freistaat Bayern die Neueinrichtung des Medienhauses mit rund 50 000 Euro unterstützt.

Norbert Hellinger sagte: "Das Medienhaus hat für alle Generationen etwas zu bieten und kann so neben dem Zuhause, der Schule oder Arbeit zum ,dritten Ort‘ werden, an dem man sich gerne und ohne Konsumzwang aufhalten kann." Seit Jahrzehnten hatte die Gemeindebücherei nur an einem Tag drei Stunden in der Woche geöffnet, was viel zu wenig ist. Im neuen Medienhaus sind nun zwei Tage geplant. Hier hofft der Außenstellenleiter, dass sich die Öffnungszeiten auch auf den Vormittag ausweiten lassen, was gerade für den Besuch von Schulklassen wichtig sei. Wie es sich für die Landesfachstelle gehört, überreichte er zur Einweihung ein Buch und dankte auch Jutta Höpp mit einer Lektüre.

Als richtige und wegweisende Entscheidung sieht Landrat Sebastian Straubel das Medienhaus an und dankte der Gemeinde für die Investition. Beeindruckt zeigte er sich von den großen und hellen Räumlichkeiten. "Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen, als ich gesehen habe, dass es im Medienhaus auch viele Bücher gibt", erklärte Landtagsabgeordneter Martin Mittag. Neben den neuen Medien seien Bücher nach wie vor wichtig. Das Medienhaus könne auch ein Ort des Austausches und der Begegnung werden.

Am Eröffnungstag las die Neuensorgerin Nina Kutscher aus ihren Kriminalromanen "Muttermord", "Von Kindesbeinen an" und "Mutter, Vater, tot". Außerdem konnten die jüngsten Besucher weihnachtlichen Lesungen von Heike Krämer oder dem Kamishibai-Theater lauschen. Zudem war auch der Nikolaus mit von der Partie.