In der Stadt Coburg sind die Rahmenbedingungen für ein Unternehmen wie Brose deutlich schlechter als in Bamberg oder Würzburg. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest eine Studie, die der Automobilzulieferer in Auftrag gegeben und vor wenigen Wochen der Öffentlichkeit präsentiert hat - und die bereits für reichlich Diskussionsstoff gesorgt hat. "Auf den Punkt - der Regionentalk der Sparkasse Coburg-Lichtenfels" will diese Diskussionen aufgreifen und mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft darüber sprechen. Was muss getan werden? Oder muss überhaupt etwas getan werden? So warnen ja nicht wenige davor, den Standort Coburg schlecht zu reden. Immerhin kann Coburg in der Brose-Studie auch durchaus punkten, etwa als Familien- und als Bildungsstadt.

Hotel- und Tagungskapazitäten


Andere sind allerdings der Meinung, dass solche eher "weichen" Standortfaktoren heutzutage nicht ausreichen. Zu optimalen Rahmenbedingungen für die Wirtschaft gehörten etwa auch eine gute Verkehrsanbindung sowie ausreichend Hotel- und Tagungskapazitäten. Außerdem sei es wichtig, um Fachkräfte von außerhalb anlocken zu können, dass eine Stadt lebendig und attraktiv ist. Und genau bei diesen Punkten stellt das Brose-Gutachten der Stadt Coburg keine guten Noten aus: Ein auf Dauer voll funktionsfähiger Flugplatz sei noch immer nicht in Sicht, an einem dauerhaften ICE-Halt ab 2017 bestehen nach wie vor Zweifel, das Kongresshaus Rosengarten ist für mehrtägige Großveranstaltungen ungeeignet, weil kein Hotel angegliedert ist - und die Stadt selbst klagt seit Jahren über sinkende Einwohnerzahlen.


Brose diskutiert nicht mit



Viele Themen also, die es am Dienstag, 22. Mai, zu bereden gibt. Zugesagt zum Regionentalk, der im Foyer der Sparkasse stattfinden wird, haben bereits Oberbürgermeister Norbert Kastner (SPD), IHK-Präsident Friedrich Herdan sowie der Vorstandssprecher der HUK Coburg, Dr. Wolfgang Weiler. Die Brose-Unternehmensgruppe hat mitgeteilt, mit ihrem Gutachten zwar Impulse geben zu wollen, sich zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht an öffentlichen Diskussionen beteiligen möchte.


Wettbewerb zwischen den Kommunen



Die Diskussion am 22. Mai wird bestimmt auch zu der Frage führen, ob es denn tatsächlich so wichtig für eine Kommune ist, gute Rahmenbedingungen für die Wirtschaft zu schaffen. Befürworter dieser These sagen: Nur in einer Stadt, in der es ausreichend Arbeitsplätze gibt, bleiben die Menschen wohnen. Andere führen aber auch ins Feld, dass es doch zum Beispiel von Coburg nach Bamberg dank der Autobahn gar nicht mehr weit sei - warum also dieser Wettbewerb zwischen den Kommunen? Könnte die Aufteilung nicht so aussehen, dass jemand, der glücklich in Coburg wohnt, problemlos zur Arbeit nach Bamberg fährt? Oder ist das blauäugig und führt mittelfristig zum Ausbluten der Vestestadt?


Hier gibt's Karten



Eintrittskarten Wer beim Regionentalk zum Thema "Das Brose-Gutachten und die Folgen - lohnt sich der Standort Coburg noch?" live dabei sein möchte, kann sich ab sofort kostenlos Karten bestellen: entweder unter der Telefonnummer 09561/700 oder aber per Mail an die Adresse aufdenpunkt@
sparkasse-co-lif.de.

Termin Dienstag, 22. Mai, 19 Uhr, im Foyer der Sparkasse am Coburger Marktplatz.