Die Denkmalschutzmedaille des Freistaates Bayern geht an Persönlichkeiten und Institutionen im ganzen Freistaat, die sich in herausragender Weise für die Denkmalpflege engagiert haben. Die Preisträger werden normalerweise bei einem Empfang in München ausgezeichnet. Doch nicht in diesem Jahr. Ein Empfang kam wegen der Corona-Krise nicht infrage. So gaben Kunstminister Bernd Sibler und Generalkonservator Prof. Mathias Pfeil, Leiter des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege, ohne viel Tamtam in München bekannt, wer in diesem Jahr ausgezeichnet wird. Es sind 26 Medaillen vergeben worden. Eine geht in den Landkreis Coburg. Dr. Peter Freiherr von Erffa wurde für die Erbengemeinschaft von Erffa für die langjährigen Erhaltungsbemühungen um Schloss Ahorn geehrt. Kunstminister Sibler betonte: "Unsere Denkmäler sind wertvolle Zeugen unserer Vergangenheit, aus denen wir auf ganz besondere Weise in unsere Geschichte eintauchen können. Wenn wir uns auf sie einlassen, finden wir in den historischen Bauwerken einen Teil unserer Identität. Dafür bewahren und pflegen wir sie."

Die Preisträger aus ganz Bayern haben sich, so Sibler, in vielfacher Weise um den Erhalt von Denkmälern verdient gemacht: Familien, Vereine, Dorfgemeinschaften, Heimatpfleger und Stiftungen haben Gebäude - vom Totengräberhäuschen bis zur Burg - instandgesetzt, Ausgrabungen unterstützt, archäologische Funde erfasst oder ihr denkmalpflegerisches Fachwissen weitergegeben. Dafür zollte er ihnen großen Respekt: "Sie scheuen keine Anstrengungen und Mühe, um die Schönheit und Einzigartigkeit unserer Baudenkmäler wieder hervortreten zu lassen."

Auch Generalkonservator Prof. Architekt Mathias Pfeil dankt den Preisträgern und lobt: "Allen Trägerinnen und Trägern der Denkmalschutzmedaille gemeinsam ist ihr überragendes Engagement für den Denkmalschutz. Ihr sensibler Umgang mit den Zeugnissen der Vergangenheit ist vorbildlich. Ihre Projekte zeigen, wie gut es gelingen kann, Historisches zu bewahren und gleichzeitig mit unseren heutigen Ansprüchen in Einklang zu bringen."

Ehrung persönlich

Vorschläge für die Auszeichnung mit der Denkmalschutzmedaille machen die Regierungen, Bezirke, Landkreise und Kirchen im Freistaat sowie der Bayerische Landesverein für Heimatpflege und das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege. In diesem Jahr sind mehr als 100 Vorschläge eingegangen.

Weil der Empfang in München ausfallen musste, hat sich das Ministerium etwas einfallen lassen, um es nicht bei einer Fern-Ehrung bewenden lassen zu müssen. Die Preisträger werden die Denkmalschutzmedaille im Rahmen eines Vor-Ort-Besuchs bei dem jeweils ausgezeichneten Projekt in kleinem Kreis persönlich von Kunstminister Bernd Sibler oder Generalkonservator Mathias Pfeil erhalten - selbstverständlich unter Einhaltung der jeweils geltenden Sicherheits- und Hygienevorschriften, wie das Ministerium in seiner Mitteilung betont.

Ein Termin für die Ehrung der Erbengemeinschaft von Erffa wurde noch nicht genannt. Das Objekt, um das sich die Familie so auszeichnungswürdig kümmert, gehört seit vielen Jahrhunderten zum Coburger Land. Bereits gegen Ende des 11. Jahrhunderts wurde in Schenkungsurkunden eine "Burg Ahorny" erwähnt, wie in der Geschichte des Ortes nachzulesen ist.

Sie war Bestandteil des Erbguts der Polenkönigin Richeza. Sie vermachte ihren Besitz an den Erzbischof Anno II. von Köln. Im Lauf der Jahrhunderte hatte das Schloss wechselnde Eigentümer: die von Schaumberg, Muffel von Ermreuth, von Hendrich, von Baumbach und schließlich die Familie der Freiherren von Erffa, die das Schloss noch heute besitzt.

Verdienste um ein Wahrzeichen

In der Laudatio zur Verleihung der Medaille sagte Bernd Sibler: "Schloss Ahorn und sein Terrassengarten tauchen häufig in Büchern und Broschüren auf - sie sind ein Wahrzeichen für die Region, vor allem für den Landkreis Coburg. Die vierseitige Anlage mit den runden Ecktürmen stammt aber aus dem 16. Jahrhundert. Die letzten 200 Jahre ist das Anwesen nun schon im Besitz der Familie Erffa. Es zu pflegen und zu bewahren, ist ein nicht endender Prozess, dem sich seit über 35 Jahren Dr. Peter Freiherr von Erffa mit viel Sachverstand widmet.

In dieser Zeit ließ er beispielsweise das riesige, verwinkelte Schieferdach fachgerecht erneuern, das Dachwerk sanieren sowie das Mauerwerk reparieren. Regelmäßig sorgt er dafür, dass die historischen Holzfenster ausgebessert werden, ebenso der Hofbrunnen, das Wappen und die Epitaphien im Schlossbereich.

Die Garten- und Parkmauern werden schrittweise instandgesetzt. Auch die Instandhaltung der Nebengebäude hat er nie aus den Augen verloren. Er ließ sie denkmalgerecht umbauen, um darin Wohn- und Praxisräume einzurichten. So sicherte er auch die Zukunft dieser untergeordneten, für die Wirkung des Schlosses aber ebenfalls wichtigen Bauten. Egal ob kleinere Reparaturen oder große Baumaßnahmen: Den Anliegen der Denkmalpflege maß er dabei stets große Bedeutung zu.

Dr. Peter Freiherr von Erffa hat als Vertreter der Erbengemeinschaft viel Zeit, Mühe und Geld in den Erhalt der Schlossanlage investiert. Das Ergebnis zeigt seine tief verankerte Wertschätzung für das Erbe seiner Familie, das mehr ist als das - nämlich ein Baudenkmal von überregionaler Bedeutung."

Das Schloss Ahorn wird privat genutzt und kann nicht besichtigt werden.