Über einen längeren Zeitraum hatte der einschlägig vorbestrafte Hartz-IV-Empfänger seine Freundin malträtiert und ihr dabei erhebliche Verletzungen zugefügt. Das Kronacher Schöffengericht unter Vorsitz von Claudia Weilmünster schickte den Mann gestern für zwei Jahre und drei Monate hinter Gitter wegen vorsätzlicher und gefährlicher Körperverletzung. Das Paar war damals in der gemeinsamen Wohnung wieder einmal in Streit geraten. Anfänglich schlug der Angeklagte seine Freundin mit der Faust auf den Hinterkopf. Dann riss er ihr Haare aus.
Wenig später warf er die Frau gegen eine Waschmaschine, die beschädigt wurde und trat ihr mehrfach mit Plastikhausschuhen ins Gesicht und gegen den Körper. Dann packte er sie erneut an den Haaren und schleifte sie ins Wohnzimmer, wo er ihr in die Nase, die Finger und in die Oberlippe biss.
Doch damit nicht genug: Im Anschluss würgte er sie und drohte ihr, sie umzubringen. Selbst als der Hausverwalter wegen des Krawalls klingelte, schlug er seiner Freundin in dessen Beisein im Hausflur noch einmal ins Gesicht. Bereits im Jahr 2011 war er wegen Misshandlung dieser Freundin zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Der Angeklagte zeigt Reue

"Es tut mir mir schrecklich leid, dass ich sie so sehr verletzt habe", sagte der Angeklagte im Gerichtssaal bedauernd. Die Beziehung zu seiner damaligen Freundin bezeichnete er als "Hass-Liebe". Beide hätten, wie schon so oft, an dem Abend Alkohol getrunken und Heroin geschnupft. Zweimal habe er sich in den vergangenen Jahren wegen seiner Suchterkrankung therapieren lassen, sei aber genauso oft rückfällig geworden. Der Angeklagte bat das Gericht, ihm die dritte Chance zu einem Entzug zu geben. Das Verhältnis zu seiner Ex-Freundin sei inzwischen beendet.
Die Geschädigte, die angeblich noch unter den psychischen Folgen der Misshandlungen leidet, musste nicht vernommen werden. "Es war ein massiver Ausraster, man kann von Glück reden, dass nicht mehr passiert ist, sie hätte auch tot am Boden liegen können", stellte der Staatsanwalt Matthias Huber fest. Er beantragte eine Haftstrafe von zweieinhalb Jahren.
"Mein Mandant hat ein von tiefer Reue getragenes Geständnis abgelegt", entgegnete Verteidiger Albrecht von Imhoff.. Einst habe das Paar aus Liebe zusammenelebt, dann sei die Beziehung nur noch von Alkohol und Drogen getragen gewesen.
In ihrem Urteil berücksichtige die Richterin unter anderem, dass wohl beide, Angeklagte und Opfer, keine "Unschuldslämmer" waren. Zu derartigen Brutalitäten n hätte es jedoch nicht kommen dürfen. dd