Bei den Bürgersammlungen in Unterlauter und Oberlauter wurden Sorgenkinder der Gemeinde Lautertal angesprochen. Zum einen ist es das Geländer entlang der Lauter in der Wassergasse in Oberlauter. Im Haushalt der Gemeinde Lautertal ist dafür ein Betrag von 200000 Euro eingestellt. Udo Bühling wollte wissen, wie weit die Planungen für die Erneuerung sind. Die Gemeinde ist in einem gewissen Dilemma. Ein Ersatzgeländer muss mit einem sogenannten "Anfahrschutz für PKW" ausgestattet sein. Ob die Ufermauer so stabil ist, einen eventuellen Aufprall eines Pkw absorbieren zu können, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest. Nach Worten von Bürgermeister Karl Kolb ist ein Ingenieurbüro beauftragt, eine entsprechende Expertise zu erstellen. "Das Geländer wird mit Sicherheit kommen", stellte Kolb fest.

In der Wassergasse gibt es aber noch ein weiteres Sorgenkind: Die Fußgängerbrücke hin zur Straße "Am Brunnen". Das Bauwerk ist so marode, dass es gesperrt werden musste. Ein Abriss kommt nach Worten von Geschäftsleiter Hans Frieß nicht infrage, da das Gewicht der Brücke die Widerlager des angrenzenden Wehrs stabilisiert. Durch einen Abriss könnte demnach das Wehr, das dem Besitzer des Wasserrechts gehört, in Mitleidenschaft gezogen werden, was die Gemeinde wiederum zum Schadensersatz zwingen könnte. Damit scheidet auch ein Neubau der Brücke aus.

Könnte schwierig werden mit der Statik

Ein Ersatzbau bedeute, dass die alte Brücke zunächst entfernt werden müsste. "Wir wissen nicht, wie die Widerlager während der Bauzeit reagieren", erklärt Hans Frieß den Umstand, warum die Gemeinde das Problem noch nicht angegangen ist. Für Axel Stiller ist die Sperrung der Brücke nicht nachvollziehbar. "Die ist genauso schlecht wie vor 50 Jahren", meinte Stiller und fügte hinzu: "Die Brücke darf nicht weg." Er regte an, den Überweg provisorisch auszubessern. Deutlich wurde bei der Bürgerversammlung, dass die Gemeinde diese Überquerung nicht aus "Jux und Tollerei" gesperrt hat. Gutachten sprechen hier eine deutliche Sprache. Die Kommune hat die Verkehrssicherungspflicht.

Das Thema Fußweg zog sich durch die Versammlung. Zwischen dem Ortsende von Unterlauter und dem Kreisel soll in Richtung Coburg ein Fußweg gebaut werden. Horst Pohl wollte in Unterlauter wissen, wie weit hier die Planungen vorangeschritten sind. Bürgermeister Kolb erläuterte, dass ein Ingenieurbüro beauftragt wurde, die notwendigen Baumaßnahmen zu ermitteln. Karl Kolb weiter: "Wir haben einen Förderantrag gestellt und warten derzeit auf den entsprechenden Bescheid." Der entsprechende Gemeinderatsbeschluss sehe vor, dass das Projekt nur umgesetzt wird, wenn die in Aussicht gestellte staatliche Förderung in Höhe von 60 Prozent der Kosten erfolgt.

Eher zufriedene Bürger

Ansonsten müssen die Bürger in Lautertal recht zufrieden - auch mit der Gemeindeführung - sein. Bei den Bürgerversammlungen gab es nur eine kritische Anmerkung. Die kam von Sigrid Brunner, die meinte, dass die Fahrradwege in der Gemeinde in einem sehr schlechten Zustand seien. Daraufhin erklärte Bauamtsleiter Peter Welz, dass der Weg zwischen Rottenbach und Tremersdorf auf einer Strecke von 400 Metern ausgebaut werden soll. Das Schwierige daran sei, dass es sich hier nicht um einen reinen Radweg, sondern um einen Flurweg handele, der so beschaffen sein müsse, dass er auch von landwirtschaftlichen Fahrzeugen genutzt werden kann. Es könne laut Welz noch in diesem Jahr mit den Baumaßnahmen begonnen werden, sofern die Förderzusage der Regierung von Oberfranken rechtzeitig eintreffe. mr