Zur Begrenzung der Freifläche wird am Kindergarten "Klecks" ein auf 1,60 Meter erhöhter neuer Zaun errichtet. Mit dem bei fünf Gegenstimmen gefassten Beschluss kommt der Gemeinderat den seit Längerem bestehenden Forderungen von Kindergartenleitung und Elternbeirat nach. Der Zaunbau kostet die Gemeinde rund 10 500 Euro.

Anlass war ein Vorfall mit einem Bürger, der wohl mehrmals am noch 1,10 Meter hohen Zaun Süßigkeiten an die Kinder verteilt hatte. Eltern und Kindergartenleitung sahen dadurch die Sicherheit für die Kleinen gefährdet. Bereits in der Gemeinderatssitzung im August wurde der Antrag des Elternbeirates und der Kindergartenleitung behandelt. Es erfolgte jedoch eine Zurückstellung der Entscheidung des Gremiums. Die Verwaltung erhielt den Auftrag, zunächst andere Optionen zu prüfen, zum Beispiel, ob die Beseitigung von Büschen und eine personelle Verbesserung der Aufsicht auch reichen würden.

Dazu fand am 7. Oktober ein Ortstermin von Verwaltung, Kindergartenleitung, Elternbeirat, Fachbereichsvertretern der Polizei, des Landratsamtes und der Kirche statt. "Hier gab es keine einheitliche Auffassung", informierte Bürgermeister Karl Kolb bei der Sitzung. Ausbuschung und Nivellierung der entsprechenden Geländebereiche seien außerdem keine Alternativen zu einem neuen Zaun. "Der Kostenfaktor ist nicht entscheidend, wenn es um die Erhöhung der Sicherheit für die Kinder geht, die jedem Gemeinderat am Herzen liegt. Egal wie er sich in der Sache entscheidet", sagte Kolb vor der Abstimmung. "Wir sollten die Bedenken der Eltern sehr ernst nehmen", betonte Dritter Bürgermeister Hans Rauscher. Der Zaun müsse so hoch sein, dass niemand von außen ein Kind darüber heben kann.

Personal kann es nicht leisten

Vor der Abstimmung diskutierten die Gemeinderäte. "Wo fangen wir an und wo hören wir auf?", gab Manfred Menzel zu bedenken. Pia Höhn von der Kindergartenleitung erklärte, dass die Personaldecke zu dünn sei und es kaum möglich sei, die Kinder im Blick zu behalten. Oft sei nur eine Aufsichtsperson da, der Personalschlüssel gebe nicht mehr her. In Corona-Zeiten sei es noch einmal schwieriger. Zwar weise man die Kinder an, im Sichtbereich zu bleiben, allerdings werde ihnen dann auch viel von ihrer spielerischen Freiheit auf dem schönen Gelände genommen. "Dass ein höherer Zaun hier die Probleme löst, kann ich mir objektiv nicht vorstellen", erklärte Bernd Wicklein. "Wir schaffen einen Präzedenzfall. Wie sieht es beim Container-Kindergarten, im ,Kunterbunt‘ oder gar im Waldkindergarten aus? Wir sollten doch auf dem Boden der Tatsachen bleiben. Der ,Klecks‘ liegt in einem Wohngebiet, wir haben benachbarte Wohnbebauung und die Außenbetreuung findet bei Tageslicht statt."

"Wenn die Sicherheit der Kinder gefährdet ist, muss die Gemeinde aktiv werden. Da sollten die Kosten nicht im Vordergrund stehen. Aber beim Ortstermin wurde von den Fachbehörden auch hervorgehoben, dass bei der jetzigen Situation keine unmittelbare Gefährdung besteht", sagte Zweiter Bürgermeister Martin Rebhan. "Wir reißen einen intakten Zaun weg, obwohl in den Verordnungen für die Gestaltung von Kindergartenfreiflächen nichts von höheren Begrenzungen steht. Wir müssen doch aufgrund solcher Richtlinien der Behörden entscheiden und nicht einfach aus dem Bauch heraus. Vielleicht reichen einigen ja in ein paar Jahren 160 Zentimeter Höhe wieder nicht mehr? Die Frage für uns sollte doch sein, wie wir solchen Belästigungen der Kinder mit vernünftigen Mitteln entgegenwirken." Norbert Seitz erklärte, man solle die Möglichkeit nutzen, jetzt mit überschaubaren Mitteln einen höheren Zaun zu errichten und damit die Eltern beruhigen und das Personal entlasten.

Schließlich kam aus dem Gremium auch noch zur Sprache, ob man nicht einen Sichtschutz anbringen sollte, damit Kinder von außen nicht berührt werden könnten. Hildegard Engelhard votierte vehement dagegen: "Wir sollten den Kinder mit so etwas nicht ihre jetzt vorhandene Idylle nehmen."

Schließlich wurden die Beschlüsse zur Zaunerhöhung und zur Auftragsvergabe gefasst.