Wenn zwei an einem Strang und dann noch in die gleiche Richtung ziehen, kann etwas sehr Beeindruckendes und Sinnvolles entstehen. So geschehen jüngst in Lautertal, als Gemeinde und Landkreis ein gemeinsames Projekt erfolgreich umsetzten. Entlang der Kreisstraße CO 17 (Unterlauter-Unterwohlsbach) wurde der Geh- und Radweg bis zur Einmündung der Gemeindeverbindungsstraße Unterlauter-Esbach nicht nur verlängert, sondern auch eine Querungshilfe, eine sogenannte Hüpfinsel, und aus Unterwohlsbach kommend eine Linksabbiegerspur eingebaut. Die Gemeinde baute "ihre" Straße aus und versah diese ebenfalls mit einem Geh- und Radweg und ertüchtigte die Randbefestigung bis zur Überquerung der Autobahn.


Niemand hatte etwas dagegen

Das Besondere an dieser Baumaßnahme war, dass der Landkreis erstmals als "Juniorpartner" eines Gemeinschaftsprojekts auftrat. Ausschreibung, Vergabe, Baudurchführung und Abrechnung lagen in der alleinigen Verantwortung der Gemeinde Lautertal. Den "Stein ins Rollen", dass die Baumaßnahme überhaupt angegangen wurde, brachte die Überparteiliche Wählergemeinschaft Lautertal, die schon zur letzten Kommunalwahl dieses Projekt auf ihre Fahnen geschrieben hatte. Im Lautertaler Gemeinderat wurden dann entsprechende Anträge gestellt, die auf einhellige Zustimmung stießen, so dass die Planungsmaßnahmen schnell in Angriff genommen werden konnten.

Im November des vergangenen Jahres war es dann so weit, die Baumaschinen konnten anrücken. Am Donnerstag konnten die Straßen wieder für den Verkehr freigegeben werden. Landrat Michael Busch (SPD) unterstrich die Wichtigkeit, das Radwegenetz vermehrt auszubauen. Mit dem Projekt in Lautertal ist seinen Worten nach ein wichtiger Lückenschluss gelungen.


Busch: Die gesamte Situation ist verbessert

Busch hob hervor, dass es nicht allein darum ginge, den touristischen Radverkehr zu fördern, sondern auch für die Pendler die Möglichkeit zu bieten, das Fahrrad vermehrt nutzen zu können. Michael Busch stellte fest, dass durch die Baumaßnahme die gesamte Verkehrssituation in dem Einmündungsbereich deutlich verbessert worden sei. Im Bereich der Kreisstraße wurde ein Vollausbau der Fahrbahn mit einer Fläche von 1300 Quadratmetern vorgenommen und auf 500 Quadratmetern der Geh- und Radweg voll ausgebaut. Landrat Busch und Bürgermeister Sebastian Straubel (CSU) lobten unisono die sehr gute und fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Landkreis. Straubel stellte heraus, dass es bei dem Projekt in erster Linie darum gegangen sei, die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer zu erhöhen und einen Beitrag für eine "radfahrerfreundliche Kommune" zu leisten. Dank sagte der Bürgermeister auch den Grundstückseigentümern, die zu einer reibungslosen Umsetzung der Pläne erheblich beigetragen hätten.

Ingo Jacobs vom Planungsbüro Strunz (Bamberg) ging auf die technischen Details der Bauarbeiten an der Gemeindeverbindungsstraße ein. So wurde aus einem schlecht ausgebauten Weg mit einer maximalen Breite von 3,50 Metern eine Straße mit 5,50 Metern Breite und einem begleitenden Rad- und Gehweg, der 2,50 Meter breit ist. Die Ausbaulänge bezifferte er mit 260 Metern.

Die Kosten des Gesamtprojekts beliefen sich nach Aussage von Landrat Michael Busch auf rund 600.000 Euro. Die Gemeinde muss nach Auskunft von Sebastian Straubel rund 443.000 Euro stemmen. "Dies war es uns auch wert", betonte Straubel und ergänzte, dass es im Gemeinderat nie Diskussionen darüber gegeben habe, ob die Maßnahme durchgeführt werden soll.