Der Verein "Die Axt im Walde" kümmert sich seit Jahrzehnten um die Pflege des Naherholungszieles "Mucklbrunnen" bei Tremersdorf - einschließlich des Teiches und der Quelle. Nun seien jedoch erhebliche Sanierungsmaßnamen an der Anlage und ihrer unmittelbaren Umgebung notwendig, die den Verein nicht nur sehr stark forderten, sondern dessen finanzielles Potenzial weit überstiegen, berichtete Vorsitzender Martin Flohrschütz in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag.

Er verwies auf das hohe Engagement von Vereinsmitgliedern und Tremersdorfer Bürgern bei der bereits erfolgten Erledigung von Arbeiten. Doch der Aufwand sei immens. Ein Teil der Erdarbeiten sei bereits im Herbst durchgeführt worden und die Quelle mit Brunnenringen neu gefasst. "Wir wollen, dass der ,Mucklbrunnen‘ wieder ein Schmuckstück wird", sagte Flohrschütz. Um den Charakter des Teiches und des Brunnens zu erhalten, soll die hintere Wand ersetzt und schräg mit Schotter verfüllt werden. Auf der Teichkante ist ein Pflanzbeet geplant und es soll wieder eine Einzäunung erfolgen. An der Quelle soll eine Wasserentnahme möglich werden. Bei der Fahrzeugbrücke möchte man die Holzbohlen durch Beton ersetzen und die Widerlager sanieren. Die Fußgängerbrücke soll in Holz gebaut werden und ein Dach erhalten.


Eine Mühlensituation

Das Holz haben Vereinsmitglieder bereits eingeschlagen. Im Bach möchte man mit einem neuen Wasserrad, Backsteinen und Sandsteinquadern eine Mühlensituation schaffen. Flohr schütz erklärte, Maschinen und Material würden teilweise die Mitglieder und Gönner bereitstellen. Das alles wie auch das Vereinsvermögen reichten jedoch nicht aus, und er bat die Gemeinde um Unterstützung. Erster Bürgermeister Sebastian Straubel (CSU) bezeichnete den Bereich des "Mucklbrunnens" als Landschafts- und Kulturgut von Lautertal mit Naherholungsfunktion. Er schlug dem Gemeinderat eine Summe von 2000 Euro vor. Renate Kotschenreuther (ÜPW) gab zu verstehen, dass man zu dessen Erhalt durchaus etwas großzügiger gegenüber dem engagierten Verein sein müsse und empfahl, noch einen "Tausender" draufzulegen. Bernd Wicklein (ÜPW) titulierte den Brunnen mit seiner Umgebung als "Kleinod" und lobte die große Initiative der Bürger.


3000 Euro bewilligt

Die gleiche Meinung äußerten Martin Rebhan (SPD) und Norbert Seitz (CSU). Das gesamte Gremium stimmte schließlich ein und bewilligte 3000 Euro. Ins Auge gefasst wurde außerdem die Möglichkeit der Unterstützung durch den Bauhof.

Lautertal kann auf ein solides Finanzpolster verweisen und wird auch 2016 weiter kräftig investieren. Das wurde in der Gemeinderatssitzung bei der Beratung des kommenden Haushaltes deutlich. Der Vermögenshaushalt umfasst die stolze Summe von 3,03 Millionen Euro.

5,9 Millionen weist der Verwaltungshaushalt aus, über den Antje Süße von der Verwaltung dem Gremium einen detaillierten Überblick vermittelte. Alleine die Einkommenssteuerbeteiligung liege bei 2,35 Millionen, sagte sie, das seien rund 200 000 Euro mehr als im Vorjahr und mache deutlich, dass die Ausweisung von Bauland und die seit Jahren damit verbundene Gemeindepolitik für den weiteren Zuzug von Familien ihre Früchte trage. Die Kommune erhält außerdem 920 000 Euro Schlüsselzuweisungen und 186 000 Euro Finanzausgleich. An Gewerbesteuer werden 450 000 Euro erwartet. Der größte Posten auf der Ausgabenseite sei die Kreisumlage mit 1,475 Millionen. Der Haushalt soll in der Januarsitzung 2016 verabschiedet werden.


Stromtrassen-Projekte "P 44" und "P 44 mod." werden rundweg abgelehnt

In ihrer Stellungnahme zum Netzentwicklungsplan 2025 lehnt die Gemeinde Lautertal die Stromtrassen-Projekte "P 44" und "P 44 mod." sowie die Trassenführung der Gleichstrom-Passage zwischen Sachsen-Anhalt und Bayern durch den Landkreis Coburg grundsätzlich ab. Zum einen verursache die im Bau befindliche 380- KV-Leitung mit ihren Natur- und Landschaftseingriffen bereits erhebliche Lasten. Außerdem hätten sich Landkreis und Gemeinde bei A 73 und ICE-Trasse in erheblichem Maße eingebracht. "Durch die genannten Maßnahmen wurden viel Wald und Natur zerstört", heißt es in der Stellungnahme. Weder P 44 noch P 44 mod. stellten Alternativen zu den neuen Verstärkungen im 380-kV-Netz dar. Die Gemeinde werde sämtliche Widerspruchsmöglichkeiten ausschöpfen.


Straubel: Widerstand leisten

Bürgermeister Sebastian Strau bel wurde vom Gemeinderat einstimmig beauftragt, alle weiteren Schritte in die Wege zu leiten. Straubel ruft die Bürger der Gemeinde dazu auf, noch bis zum 13. Dezember ihren Widerspruch über das Internet geltend zu machen. Es gebe Musterformulare im Netz.

Investitionen 2016 Größte Ausgaben sind 280 000 Euro für Brückensanierungen, 550 000 Euro für die Versorgung mit Breitbandkabeln, 500 000 Euro für die Gemeindeverbindungsstraße Unterlauter-Dörfles-Esbach, 400 000 Euro für einen Krippenanbau, 350 000 Euro für den Kanalanschluss Rottenbach und Tremersdorf.

Bebauungsplan "Gais äcker" Planungsingenieur Frank Schönfelder von der Planungsgruppe Strunz in Bamberg hatte die ursprünglich vorgelegten Unterlagen auf Wunsch des Gemeinderates "abgespeckt". So wurden zwei zusätzliche Bauplätze gewonnen und die Größe des öffentliches Grundes und des Grünraumes zugunsten privater Flächen und Begrünungen verringert. Die Kosten für die Erschließung wurden von rund 70 auf rund 56 Euro je Quadratmeter gesenkt. Der erneute Beschluss wurde einstimmig gefasst.

Bauanträge Keine Bedenken hatte das Gremium bei einem Bauantrag für ein Einfamilienhaus in Tiefenlauter sowie bei einem Antrag auf eine Nutzungsänderung im Bereich der ehemaligen "Gründen Linde". Dort sollen ein "Blumencafé", ein Blumenladen und Wohnungen entstehen. Man war sich einig, dass dies eine Aufwertung für Oberlauter darstellen würde.

Ampel Die Probeampel am Ortseingang von Unterlauter wird wohl dauerhaft bleiben, deutete Straubel auf Nachfrage von Drittem Bürgermeister Martin Rebhan (SPD) an.