Vor 50 Jahren wurde der Zusammenschluss des Maschinen- und Betriebshilfsringes in den drei Landkreisen Coburg, Kronach und Lichtenfels gegründet. Zuerst gab es Kleinringe mit ehrenamtlicher Leitung, über die drei Landkreise verteilt. Mit dem Zusammenschluss der drei Landkreise zum 1. April 1971 übernahmen Paul Körtge, Hans Rauscher und Georg Knorr den Vorsitz. Helmut Martin aus Küps-Nagel wurde als Geschäftsführer eingestellt. Mit 288 Bauern als Mitglieder nahm er seine Tätigkeit auf. Bereits nach einem Jahr waren über 500 Mitglieder beigetreten. Dieser Zustrom von Mitgliedern hielt bis 1989 an, zu diesem Zeitpunkt waren über 2000 Landwirte Mitglied, 85 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche wurden von den Mitgliedern des Ringes bewirtschaftet.

Durch die Strukturveränderung sind die Mitgliederzahlen zwar auf bis dato 1620 gesunken, der Flächenanteil ist jedoch auf gleichem Level geblieben. Der Wert der verrechneten Leistungen stieg kontinuierlich auf nun jährlich über sieben Millionen Euro. Dies zeigt das erhebliche Einsparpotenzial bei den Maschinenkosten.

Betriebshelfer und Dorfhelfer

Die wichtigste Sparte des Maschinenrings ist nach wie vor die Betriebshilfe, welche zum Tragen kommt, wenn der Betriebsleiter oder dessen Ehepartner durch Unfall oder Krankheit den Betrieb selbst nicht weiterführen kann. Für diese Fälle werden jährlich zwischen 25000 und 30000 Stunden an Betriebshelfer/innen eingesetzt. Diese kommen aus den Mitgliedsbetrieben und übernehmen die Arbeiten auf den landwirtschaftlichen Betrieben während der Krankheit. Des Weiteren wird auch der Einsatz von hauptberuflichen oder selbstständigen Dorfhelferinnen und Betriebshelfern über die Geschäftsstelle vermittelt.

Stroh musste importiert werden

Während der langen Vergangenheit gab es Höhen und Tiefen, welche bewältigt werden mussten. So gab es 1976 ein Trockenjahr, in dem Stroh aus Südbayern importiert und verteilt werden musste. Der Gegensatz dazu war 1984. In diesem Jahr konnte die Ernte wegen Nässe kaum eingebracht werden, fahrbare Trocknungsanlagen wurden aus Rosenheim in das Ringgebiet gebracht sowie Propionsäuregeräte zur Konservierung installiert.

Zu Beginn der Maschinenringe durften nur unter Landwirten die gegenseitigen Arbeiten und Maschinen vermittelt werden. Nach und nach wurden die Vorgaben gelockert und so war es nun möglich, Landschaftspflegearbeiten und auch Arbeiten bei Firmen, Kommunen und Landkreisen durchzuführen.

Landwirte wurden auch Dienstleister

Hierzu wurden die Maschinenring-Service GmbH und Tochterfirmen gegründet. Nunmehr werden darüber zum Beispiel folgende Dienstleistungen angeboten: Winterdienst, Grünflächenpflege, Problembaumfällungen, Dieselsammelbestellungen, Kalkverkauf, Einkaufsvorteile bei Pkw und Strom. Die Kompostierung von Grüngut im Landkreis Kronach mit neun Plätzen und einem Platz im Landkreis Lichtenfels und Landschaftspflegearbeiten überwiegend im Landkreis Coburg gehören ebenfalls zum Aufgabenbereich. Seit 1998 gibt es die Main-Rodach Düngetrac GdbR, ein Zusammenschluss von mittlerweile rund 60 Landwirten, damit die Gülle umweltfreundlich und bodennah ausgebracht werden kann. 2002 wurde die Mara-Pflanzenölpresse in Untersiemau installiert, 185 Landwirte schlossen sich zusammen, um aus der heimischen Rapserzeugung Rapsöl und Rapskuchen zu gewinnen. Der Rapskuchen findet Verwendung in der Tierfütterung und das Rapsöl als Speiseöl, Futteröl oder als Kraftstoff. Die jüngste Firma ist die WBV-MR-Bioenergie GmbH - ein Zusammenschluss von Maschinenring und Waldbesitzervereinigungen, mit dem Heizwerke betrieben und beliefert werden.

So gesehen sei die Gründung des Maschinen- und Betriebshilfsringes eine einmalige Erfolgsgeschichte, welche durch die Zusammenarbeit der Mitglieder, Geschäftsführer, Mitarbeiter und der Vorstandschaft entstanden sei, schreibt der aktuelle Geschäftsführer Holger Heymann in einer Pressemitteilung. Er und die Geschäftsführer Helmut Martin, Herbert Schmidt und Hubertus Sollmann hätten geschickt die Geschäfte geleitet, unterstützt worden seien sie durch hervorragende Vorsitzende und Beiräte. Zurzeit sind die folgenden Vorsitzenden im Amt: aus dem Landkreis Coburg Gesamtvorsitzender Frank Menzner, aus Lichtenfels Hans-Georg Warmuth und aus Kronach Erwin Schwarz.