Die Sitzung war nichtöffentlich. Das heißt, es darf über das Ergebnis der Diskussion nichts nach außen dringen. Aber sowohl die Anwohner der Straße Am Steinicht als auch die Mitglieder des Bürgervereins Neuses wollen wissen, wie es im Stadtteil weitergeht. Die Hausbesitzer am Fuße des Goldbergs befürchten, dass ihnen ein Stück Natur zugebaut wird.

Die Mitglieder des Bürgervereins wünschen sich eine Aufwertung des Stadtteils, in dem es viel Gewerbe, aber aus ihrer Sicht zu wenig Wohnraum gibt. Der Flächennutzungsplan aus dem Jahr 2003 lässt im Gebiet zwischen Neuseser Bahnhof, Stockäckerstraße und Am Steinicht Wohnbebauung zu. Aber es steht eine Änderung des Flächennutzungsplans an. "Die Verwaltung arbeitet an einem Gesamtflächennutzungsplan", erläutert Stadtrat Christian Müller, Mitglied des Bau- und Umweltsenats (CSB) auf Anfrage.


Wenig Begeisterung für Baupläne

Zum Ergebnis der Diskussion in der Senatssitzung am Mittwoch, in der eine Bauträger-Firma ihre Pläne vorgestellt hat, könne er wegen der Nichtöffentlichkeit nichts sagen. Aber er verweist auf einen Antrag, den die Stadträtin und Bausenatsmitglied Petra Schneider (SPD) im Jahr 2012 gestellt hat. Darin regt sie an, das ursprünglich als Baugebiet ausgewiesene Terrain im neuen Flächennutzungsplan zur Grünfläche umzuwidmen und damit die Natur zu erhalten.

"Wir haben große Sympathie für diesen Antrag", sagt Christian Müller. Dagegen habe sich die Begeisterung für die Pläne der Bauträger-Firma in Grenzen gehalten. Außerdem: "Die politische Situation ist momentan nicht so, dass wir dort schnell einsteigen werden."

Petra Schneider selbst wollte aus oben genannten Gründen den Inhalt der Diskussion im Bau- und Umweltsenat und den dort gefassten Beschluss nicht kommentieren. Nur so viel sagt sie dazu: "Mein Antrag steht weiter."
Schon im Juni hatte Dritter Bürgermeister Hans-Heinrich Ulmann (CSB) sich zu dem Thema geäußert und versprochen, dass es mit allen Beteiligten Gespräche geben werde, bevor der Stadtrat über einen neuen Flächennutzungsplan entscheide. Und dann müsse auch die Regierung von Oberfranken noch zustimmen.

Zu Beginn des Jahres hatten die Anwohner der Straße Am Steinicht schon eine Unterschriftensammlung gegen die Bebauung initiiert und nach eigenen Angaben in relativ kurzer Zeit 400 Unterzeichner zusammenbekommen. Die Mitglieder des Bürgervereins hatten sich ebenfalls zu Wort gemeldet und darauf hingewiesen, dass sie sich eine Belebung des Stadtteils wünschen. Genug Bauinteressenten gebe es.