Lay back in the Arms of Someone! Das dürfte das Beste sein, was man da machen kann: Kuschel Dich in die Arme von jemandem, den Du liebst. Es muss ja nicht gleich das Mexican Girl sein. Wenn es allerdings noch jemand ist, living next door to Alice, dann dürfte Euer Smokie-Glück perfekt sein. Dann seid Ihr am Samstag beim Tambacher Sommer im Rahmen des HUK-Coburg Open-Air-Sommers garantiert dahin geschmolzen, for a few dollars more, für ein paar zusätzliche Kröten aus Eurem Budget seid Ihr in Erinnerung, die Arme über Euren Köpfen sanft schwenkend, versunken in den 70er Jahren, im typischen, leicht melancholischen Rocksound einer der populärsten Popbands - der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts eben.

Der Sound, die Songs, alles gut konserviert, auch wenn Bassist Terry Uttley das einzige noch verbliebene Original-Bandmitglied ist.
Immerhin konnte mit Mike Crafts knorziger Stimme 1995 der Stimm-Verlust nach dem tragischen Unfalltod Alan Bartons ausgeglichen werden. Das muss man sagen "If You Think You Know How To Love Me”, Smokies erster Hit in Deutschland, 1975, geht noch immer unter die Haut.

So tingeln diese britischen Wiedergänger 40 Jahre nach ihrer rockgeschichtlichen Geburt nach wie vor durch die Lande, die deutschen übrigens besonders gern. Den Tambacher Schlosshof füllten sie locker luftig, aber durchaus ansehnlich, nahmen die mehrheitlich etwas älteren Semester auf in ihren breiten ruhigen Fluss gesättigten Rocksounds.

Smokie verstören nicht durch Rhythmuswechsel oder ungewohnte Effekte, auch nicht in den neueren Songs. Es bleibt vertraut, man tanzt gelassen oder wiegt sich ein bisschen und wer will denn etwas anderes, wenn er zu Smokie fährt?

Darf man da feststellen, dass die Vorband, die zwar nicht internationale, dafür aber oberfränkische Kultband The Silhouettes fast spannender war? Die alten Knacker spielen seit demnächst 50 Jahren die großen Songs der 60er bis 80er Jahre. Sie tun das verdammt gut und va riieren locker zwischen sechs wahrlich anhörbaren Solostimmen, die sich zu einnehmend harmonischen Satzgesang vereinen können .

Die Musik der Silhouettes ist evergreen, abwechslungsreich und knackig wie der rotlockige Engel, den die Silhouettes auch solistisch einsetzen, etwa für eine durchaus ergreifende Fassung von "Angel oft he Morning".- Das war schön.