Nach Portoroz an der slowenischen Adriaküste führte die Sonderzugreise des Kreisverbandes Coburg für Gartenbau und Landespflege. Landrat Michael Busch (SPD) konnte dazu als Vorsitzender des Kreisverbandes 170 reiselustige Garten- und Naturfreunde begrüßen.

Vorbei an den noch schneebedeckten Gipfeln des Kaisergebirges ging es zunächst nach Villach, von wo aus sich die Reisegruppe im Buskorso auf nach Portoroz machte. Der Weg führte durch den mächtigen Karawankentunnel in die satt grünen Täler zwischen den Julischen Alpen und dem Gebirgszug der Karawanken. Über die mediterrane Karstregion steuerten die Busse an die azurblaue Adria.

Weit war der Frühling am Mittelmeer fortgeschritten: Leuchtende Rosen, schneeweiße Akazienblüten und knallrote Bougainvilleas hatten bereits die Duftnoten und Farbakzente des Mittelmeersommers gesetzt und machten dem deutschen Namen von Portoroz ("Rosenhafen") alle Ehre. Botanische "Leckerbissen" gab es unweit der Uferpromenade in den steilen, lauschigen Hinterhofgärten auf privaten Spaziergängen zu entdecken. Heranwachsende Feigen und Wollmispeln, überreich blühende Hanfpalmen, betörend riechender Klebsame und schattige Weinpergolen im Labyrinth der Häuser ließen keinen Zweifel daran, dass man sich über 800 Kilometer von zu Hause entfernt am warmen Mittelmeer befand.

Piran: Fast wie Venedig

Ein erster Besuch führte in die malerische Altstadt von Piran, der wohl schönsten Stadt an der slowenischen Küste. Wie in Venedig, nur ohne Kanäle, wirkten bei einem Spaziergang die pittoresken Gassen der von den Veneziern erbauten und über 500 Jahre lang beherrschten mittelalterlichen Stadt.

Köstliche slowenische Weine wurden im Weingut Vinakoper aufgetischt. Neben der Malvazija, einer schon im Mittelalter angebauten Rebsorte, konnte man auch den kräftigen Refosk (Schwarzwein) verkosten. "Aufgrund seines hohen Gehaltes an Antioxidantien und seiner Cholesterin-senkenden Wirkung wird er in Slowenien sogar öfter von den Ärzten verschrieben", wusste Miram Ibrahimagic, einer der vier Reiseleiter, mit einem genussvollen Schmunzeln zu berichten.

Alt wie ein Oliven-Baum

Süßer Honigduft des reich blühenden Steinklees empfing die Besucher auf den Brijuni-Inseln, die man von Fazana, einem romantischen Fischerort aus mit dem Schiff ansteuerte. Mächtige Steineichen in voller Blüte, stolze Mittelmeerpinien und ausladende Zedern gaben eine Vorstellung davon, wie dicht bewaldet Istrien einst sein musste, bevor die Venezianer große Teile des Waldes für ihre ehrgeizigen Bauprojekte (unter anderem in Venedig) sprichwörtlich dem Erdboden gleich machten. Besonderen Eindruck hinterließ der nachweislich etwa 1600 Jahre alte Olivenbaum unweit von Titos ehemaliger Residenz, die die Coburger Gartenfreunde zum Abschluss besuchten.

Auf dem Ausflugsprogramm stand auch Rovinj, eine kleine historische, auf einer Halbinsel gelegene Altstadt. Dicht gedrängte verwinkelte Häuser lassen hier nur schmale Gassen frei. Auf von unendlich vielen Schritten blank poliertem Kopfsteinpflaster, führte der Weg steil hoch zur Kathedrale der Heiligen Eufemia mit dem 60 Meter hohen nadelspitzen Campanile.

Postkartenmotive am laufenden Band lieferte eine Schifffahrt auf der Adria. Vorbei an Piran, der Perle der slowenischen Küste, führte der Weg nach Koper. Der dortige Hafen hat sich mittlerweile zu einem Handelsknotenpunkt für Autos von und nach Fernost entwickelt.

Das "weiße Gold" Istriens

Im Gespräch mit den Reiseführern erfuhr die Reisegruppe am Rande aber auch interessante Alltags- und Wetterdetails. Für ein Kilo guten frischen Seefisch legt man mittlerweile auch an der Küste 20 Euro auf den Tisch. Das Meer ist tückischer geworden. Im vergangenen Jahr gab es vor der Küste zwei heftige Tornados, die in letzter Minute noch von der Stadt abdrehten, aber riesige Berge von Müll an die Küste spülten. Heftige Gewitter, die normalerweise erst im August kommen, tauchen jetzt unerwartet öfter schon im Mai auf. Auch länger anhaltende Schneefälle überraschen inzwischen Sloweniens Küste. Ein gemeinsamer Abend mit stimmungsvoller Musik der Oberkrainer Musikanten ließ den erlebnisreichen Tag mit ausklingen.

Schon Napoleon wusste das Salz als "weißes Gold" Istriens zu schätzen. Reste der mächtigen Salzlagerhallen stehen noch heute als Denkmalschutzobjekte am Stadtrand von Portoroz. Eine Wanderung führte am letzten Tag in die heute noch teilweise bewirtschafteten Salzfelder von Secovlje, die sich zwischen Kanälen und Erdwällen auf einer Fläche von 6,5 Quadratkilometern erstrecken. Seit 2001 tragen sie den Status eines Naturschutzreservates und dienen vor allem während des Vogelzuges zahlreichen Arten, darunter auch Flamingos, als wichtige Rast- und Nahrungsplätze.

Zum Abschluss stachelig

"Die Arbeit in den Salinen ist bei sengender Sonne enorm anstrengend. Aber sie ist zugleich auch sehr schön und hält den Körper athletisch. Als ich hier als Student gearbeitet habe, war ich noch wunderbar schlank und perfekt durchtrainiert", erzählte Gästeführer Demian Sem. Gerade mal zwei Euro für die abgeschöpfte Tonne Salz bekommen die Arbeiter. Ein Besuch in einem privaten Kakteengarten ließ die Herzen von Pflanzenliebhabern höher schlagen, bevor sich die Gartenfreunde auf die Heimreise machten.

Die Reiseleitung

Busbetreuung Helga Langbein, Adalbert Unbehaun, Karl-Heinz Friedrich und Thomas Neder

Ärztliche Betreuung Dr. Gudrun Löffler

Reise-Organisator Karl-Heinz Friedrich