Seit nun einem Jahr liegt der Herzog-Alfred-Brunnen im Hofgarten trocken. Grund sind Schäden an den Bronzefiguren, den Sandsteinen, am umlaufenden Ziergitter sowie Löcher und Risse im Boden des Brunnenbeckens. Der Brunnen ist in die Jahre und etwas heruntergekommen. Die Löcher und Risse in der Bodenplatte sind der Grund für den erheblichen Wasserverbrauch.

Da die Fontänen stets mit Frischwasser gespeist werden, steigerte sich der Wasserverbrauch auf bis zuletzt 16 000 Kubikmeter im Jahr. Vor sechs Jahren waren noch 5700 Kubikmeter Wasser durch den Brunnen geflossen. Nach den Worten von Hochbauamtsleiter Peter Cosack nutzten die SÜC die Laufbrunnen in der Stadt, um das Wasserleitungssystem stetig zu spülen, aber 16000 Kubikmeter seien dann doch zu viel. Der steigende Wasserbedarf rührt aber auch von den wärmeren Sommertagen und der starken Verdunstung her.

Original Terrazzobelag

Der Bausenat sprach sich am Mittwoch (mit einer Gegenstimme) für die Sanierung des Herzog-Alfred-Brunnens aus und auch für den weiteren Betrieb mit Frischwasser. Der Umbau des Brunnens auf Umlaufbetrieb mit einer im Erdreich versenkten Brunnenkammer und -technik wird wegen der erheblichen Kosten nicht weiter verfolgt. Die Umlauftechnik würde einschließlich der anderen Sanierungsarbeiten rund 415000 Euro kosten. Wird der Brunnen nach wie vor mit Frischwasser betrieben, beziffert das Hochbauamt den Aufwand mit 250000 Euro.

Frank Daginnus vom Hochbauamt erklärte zu den Schäden Folgendes: Die Natursteine müssen gereinigt, ausgebessert und vor weiterem Verfall konserviert werden. Die zahlreichen Risse in der Bodenplatte und die mittlerweile völlig fehlende Abdichtung zum Beckenrand werden verschlossen und die eingewachsenen Wurzeln entfernt. Teile der Bodenplatte haben noch den originalen Terrazzobelag, der aber unter einer Sinterschicht aus Kalk und Schmutz verschwunden ist. Vom Schmutz der Jahre befreit werden weiterhin die Bronzefiguren, die anschließend eine schützende Wachsschicht erhalten sollen. Fehlstellen im Ziergitter, besonders an den im Stein verankerten Standfüßen, werden ausgebessert. Neue, unterirdisch verlegte Leitungen zu den Fontänen werden die verrosteten und bislang sichtbaren alten Rohre ersetzen.

Autokran könnte Schäden anrichten

Der Umbau des Brunnens auf Umlauftechnik würde eine 4,5 mal 2,4 Meter große Brunnenkammer erfordern, die in der Wiese vor dem Brunnen drei Meter tief im Boden versenkt werden müsste. Zur Installation dieses 21 Tonnen schweren Bauteils wären ein großer Autokran und ein schwerer Lkw nötig, was wiederum Schäden an den Wegen im Hofgarten bedeutete. Aus der Kammer führten zehn Leitungen von und zum Brunnen. Leitungsheizungen, Pumpenanlage und Wasseraufbereitung wären mit 220 000 Euro zu bezahlen. Nach acht bis zehn Jahren müssten die Pumpen auch ausgetauscht werden. Bei einem angenommen Wasserverbrauch von 7500 Kubikmetern im Jahr fielen bei 2,14 Euro je Kubikmeter Kosten von 16050 Euro an. 1000 Kubikmeter benötigte der Umlaufbetrieb und somit rund 2200 Euro Wasserkosten.

Als einen "Wahnsinnsaufwand an Technik" bezeichnete SPD-Stadträtin Petra Schneider den Einbau einer Brunnenkammer. Bis auf Wolfram Haupt (Bündnis 90/Die Grünen) sprach sich der Senat für den Betrieb des Brunnens mit Frischwasser aus. Schließlich, so argumentierten die Mitglieder, werde dort Trinkwasser verwendet.