Nun ist das Stahlboot an seinem letzten Liegeplatz angekommen: zwischen Kiefern und Fichten nahe des Bad Rodacher Waldbades. 9,60 Meter lang, 2,60 Meter breit und knapp sieben Tonnen schwer ist das Boot. Als es mit Schwerlastbändern am Haken des Autokranes hängt, ist es eine Sache von wenigen Minuten, bis der Rumpf auf dem vorbereiteten Fundament steht. Für diesen Moment war am Freitag auf dem Campingplatz in Bad Rodach alles vorbereitet worden. Somit sind die beiden Kajütboote "vor Anker". Jan und Alexandra Schenkel wollen sie in den nächsten Wochen und Monaten zu außergewöhnlichen Unterkünften für Gäste umbauen.

Das zweite Boot für den Bad Rodacher Campingplatz hat eine lange Geschichte, die sich nur in Bruchstücken belegen lässt. "Das Boot wurde vor etwa 100 Jahren in den Vereinigten Staaten gebaut", weiß Jan Schenkel. Vielleicht hat es aber auch einige Jahre mehr auf dem Rumpf, der aus Stahlplanken zusammengenietet wurde. Als Rettungskreuzer soll das Schifflein unterwegs gewesen sein. Vor etwa 70 Jahren erfolgte der Umbau zu einer Segeljacht. "Die Segel sind dabei", deutet Alexandra Schenkel auf den abgedeckten Bootskörper. Der Mast soll wieder eingesetzt werden, aber kürzer als im Originalzustand. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam das Boot nach Deutschland. "Nach dem Krieg durften hier zunächst keine Boote gebaut werden. Deshalb besorgte man sich seinerzeit Boote aus dem Ausland", sagt Jan Schenkel. Vermutlich war das Gefährt auf der Ostsee unterwegs.

"Nautilus" steht mit großen Buchstaben am Bug des ersten Bootes, das im vergangenen Jahr in den Rodacher Wald transportiert wurde. Die "Nautilus" hat jetzt ebenfalls ihren endgültigen Standplatz gefunden. Dieses Motorboot wurde vermutlich in den 1970er Jahren gebaut und stammt aus Holland. "Inzwischen hat die Kajüte einen Holzboden. Jetzt ist das Wohnen schon zu erahnen", meint Alexandra Schenkel.

Baumhäuser in Bad Rodach nicht möglich

Die Familie Schenkel ist bei ihren Urlaubsreisen oft mit dem Wohnwagen unterwegs. "Auch in Baumhäusern haben wir übernachtet", erinnert sich Alexandra Schenkel. Irgendwann war dann das "Bild von Booten im Wald im Kopf", weiß Jan Schenkel noch. Auch ein Baumhaus-Hotel beflügelte die Ideen, aber die Bäume auf dem Bad Rodacher Areal lassen Baumhäuser nicht zu. Deshalb entschieden sich Alexandra und Jan Schenkel für Stelzen-Häuser, 2,50 Meter über dem Waldboden.

Luxus und angenehmes Zelten versprechen die Glamping-Zelte, die auf einer Lichtung in der Nachbarschaft vorgesehen sind. Glamping steht für viel Komfort, gepaart mit hochwertigem Mobiliar und luxuriöser Ausstattung. Der Begriff setzt sich aus den englischen Wörtern "Glamour" und "Camping" zusammen. Etwa 20 Quadratmeter groß werden die Zelte sein. "Im Frühjahr 2022 ist die Eröffnung geplant", sagt Alexandra Schenkel.