Der Coburger Stadtteil Beiersdorf soll einen Bahnhaltepunkt bekommen. Ab Dezember 2020 werden die grünen Triebwagen der Agilis-Verkehrsgesellschaft in Beiersdorf halten. Der Bau- und Umweltsenat des Coburger Stadtrates hat am Mittwoch die "Stationsoffensive Bayern" begrüsst, aber so richtig froh war man nicht.


Auf Abstellgleis?

Zwar finden die Mitglieder des Bau- und Umweltsenats einen Haltepunkt in Beiersdorf ganz charmant, konnten am Mittwoch jedoch nicht ihre Verwunderung verbergen, dass der viel wichtigere Haltepunkt bei der Frankenbrücke sich auf einem Abstellgleis zu befinden scheint.

An der Straße "Zum Sulzbach" neben den Stellplätzen der Tennisanlage wird ein Bahnsteig gebaut. Halten sollen alle Züge der Agilis-Verkehrsgesellschaft, die täglich zwischen Coburg und Bad Rodach unterwegs sind.
Zurzeit pendeln auf der Bahnstrecke 28 Züge.

Katja Link vom Stadtbauamt erklärte, "bei der ,Stationsoffensive Bayern‘ ist der Bau von 20 neuen Bahnstationen geplant." Im März vergangenen Jahres war zwischen dem Freistaat Bayern und der DB Station & Service AG ein Rahmenvertrag geschlossen worden. "Ziel ist es, das Stationsnetz zu verdichten und dadurch neue Fahrgäste für den öffentlichen Verkehr zu gewinnen. Siedlungsbereiche, die bisher nicht durch den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) erschlossen sind, sollen so angebunden werden. Die Standorte wurden so ausgewählt, dass die Kosten der neuen Station aus den Fahrgeld-Mehreinnahmen finanziert werden können."

Nach den Worten von Katja Link rechnet die DB AG mit 160 Ein- und Aussteigern täglich. Mehr Züge würden jedoch nicht auf der Strecke fahren. Die Kosten für den Haltepunkt werden im Wesentlichen vom Freistaat Bayern und der DB Station & Service AG getragen. Die Stadt Coburg wird Stellplätze zur Nutzung als Park + Ride und einen überdachten Fahrradständer zur Verfügung stellen.


Geht nicht richtig vorwärts

Voraussetzung für den neuen Haltepunkt sind einmal eine sichere Finanzierung, zum anderen müssen vorher noch die bislang unbeschrankten Bahnübergänge in der Rodacher Straße und in der Friedrich-Rückert-Straße beim Neuseser Haltepunkt mit Schranken versehen werden. "Diese beiden Langsamfahrstellen müssen zunächst verschwinden", so Katja Link. Aber richtig vorwärts geht es an beiden Stellen nicht.

Im Flächennutzungsplan der Stadt und auch im Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) ist ein Haltepunkt auf dem Gelände des früheren Güterbahnhofes vorgesehen. Damit sollen die Hochschule mit dem Campus Design und das Band der Wissenschaft einen Anschluss an den Schienenverkehr erhalten.


"Das kostet richtig Geld"

"Aber dazu braucht es ein zweites Gleis. Das kostet richtig Geld", erläuterte Katja Link. Zwar sei die Bahn für einen Haltepunkt, die Bayerische Eisenbahngesellschaft wartet aber ab, bis die Fernverkehrspläne der Bahn im Zusammenhang mit dem ICE konkret sind.