Mit der Königstafel startete Donnerstag das Schützenfest der Privilegierten Schützengesellschaft von 1533 Neustadt. Im festlichen Rahmen zählten Ehrungen langjähriger Schützenfreunde zum besonderen Höhepunkt des Festabends. Renate und Friedrich Förster freuten sich über die ehrende Anerkennung ihrer 40-jährigen Treue zum Verein und zum BSSB. Eine besondere Ehre galt Klaus Goßler: Der Schützenmeister wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Diese hohe Würdigung hat sich der neue Ehrenschützenmeister Goßler als jahrelanger Vorsitzende auch redlich verdient.

Im letzten Jahr habe sich einiges verändert, blickte Erster Schützenmeister (SM) Jörg Ehrlich zurück. Sichtlich gutgetan habe auch, dass derzeit aufgrund der aktuellen Ereignisse noch kaum die Rede von Sportschützen und Diskussionen um legale Waffen sei.


Ziele erreicht

Einiges habe man sich für das Jahr vorgenommen, was auch umgesetzt worden sei. "Mit eurer Werbung nach außen und nicht zuletzt im Verein haben wir eine riesige Arbeit geleistet. Und ein Ziel ist uns besonders gelungen: die Mitgliederzahl wieder über 200 zu steigern. So konnten wir den allgemeinen Trend in den Vereinen und gerade in Schützenvereinen stoppen", dankte Ehrlich. Das mögen die Sportschützen weiter ausbauen, wünschte der Schützenmeister.

Die Tradition war und sei Ehrlich immer sehr wichtig, "und dieser fühle ich mich in Ehren verpflichtet", merkte Ehrlich an. Im nächsten Jahr solle ein Nachfolger das Amt des Ersten Schützenmeisters übernehmen, wünschte Ehrlich.


Mehr Präsenz nötig

"Ihr habt einfach verdient, den Ersten Schützenmeister zu haben, der auch bei euch im Alltag dabei ist und euch hier vor Ort unterstützt." Weil er das von Mainz aus nicht mehr so gewährleisten könne, höre er auf. "Ich habe das Amt immer besonders geschätzt. Das war für mich etwas Außergewöhnliches, ich möchte es nicht missen", fügte er an.

Vieles sei unter seiner Führung bewegt worden, wie auch das Gau-Schießen. Jörg Ehrlich wünschte, dass sich die Vereinsarbeit dann breiter verteile. Es zähle nicht nur die Nutzung des Schießbetriebs.

Ehrengast Klaus Jentsch, Erster Gauschützenmeister vom Schützengau Oberfranken-Nord, zeigte sich von der "Sportschützen-Mischung" durch sämtliche Altersklassen mächtig beeindruckt, wie auch Neustadts Oberbürgermeister Frank Rebhan (SPD). Rebhan informierte die Schützen aus erster Hand über das Stadtgeschehen mit den geplanten Großprojekten (Rathaussanierung, Marktplatzrenovierung, Bahnunterführung im Bereich Ketschenbacher Straße). Zudem bat das Stadtoberhaupt um Unterstützung. Bei der Großdemonstration im Sommer sollen alle die Stimme gegen die geplante, neue Stromtrasse in der Region Coburg erheben, auch wenn diese Neustadter Flur nicht tangiere.

"Das Coburger Land ist auch unser Coburger Land, und wir alle leben gern hier." Das solle erkenntlich machen, dass wir mit Widerstand leben. "Ich fordere alle Menschen auch hier in Neustadt auf, Solidarität zu zeigen und daran teilzunehmen."

Ferner informierte Rebhan, im Bereich der ehemaligen Märchenschau werde ein seniorengerechtes Wohnen mit vielen Wohnungen entstehen, die vom ASB betreut werden. "Seniorenpolitik machen wir für uns alle", erinnerte OB Frank Rebhan die Schützen.