"Das ist mehr als bedauerlich und absolut nicht nachvollziehbar, wenn man sich den Aufschrei der Betroffenen nach Schließung des Coburger Schlachthofs vor einigen Monaten vor Augen führt", macht BBV-Kreisobmann Gerhard Ehrlich aus seiner Enttäuschung, mit Blick auf die Teilnehmerzahl am zweiten einberufenen Runden Tisch, gemeinsam mit Regionalmanager Stefan Hinterleitner. Letztlich könnte doch nur mit den Betroffenen gemeinsam eine Lösung entwickelt und umgesetzt werden. "Wenn hieran kein Interesse besteht, dann müssen wir unsere Bemühungen zumindest im Moment einstellen", begründen Ehrlich und Hinterleitner unisono. "Wobei dieses Ergebnis sicherlich nicht im Sinne der Verbraucher und unserer landwirtschaftlichen wie fleischerhandwerklichen Tugenden ist."

Nach der Schließung des Schlachthofes in Coburg hat das Regionalmanagement Coburger Land zusammen mit den Betroffenen und Vertretern des Bauernverbandes, des Verbandes der Direktvermarkter Coburg sowie mit Vertretern der Fleischerinnung gemeinschaftlich nach Lösungen gesucht, das Schlachten auch weiterhin vor Ort im Coburger Land zu ermöglichen.

Zu dieser zweiten Veranstaltung eingeladen waren rund 60 Vertreter aus den Bereichen landwirtschaftliche Direktvermarktung und Metzgerhandwerk sowie die Vorsitzenden der jeweiligen Verbände und Innungen. Es kamen nur sechs. Diskutiert wurde der Betrieb eines Metzger-Schlachthofs wie zum Beispiel in Kronach. Dafür fand sich kein Interesse. An der zweiten Option, bei welcher der Bedarf an zu schlachtenden Tieren einzelner Direktvermarkter oder kleinerer Metzgerbetriebe durch noch freie Kapazitäten in zugelassenen Schlachtbetrieben vor Ort abgedeckt werden könnte, zeigte sich ein einziger Teilnehmer interessiert. Dahingegen wurde der Neubau einer Schlachtstätte ohne festes Personal, angepasst an den Bedarf im Coburger Land, als Lösungsansatz befürwortet. Doch trotz der mehrmaligen schriftlichen Befragung durch das Regionalmanagement sowie die persönliche Ansprache ihrer Kollegen durch Werner Strehler und Fleischermeister Helmut Brehm fand sich letztlich kein einziger Interessent für eine entsprechende Betreibergesellschaft. ct