Norbert Tessmer war sichtlich stolz. "Coburg ist eine sportliche, ja, eine sportbegeisterte Stadt mit reicher Sportgeschichte. Damit diese weitergeschrieben wird, habe ich versucht, mich als Oberbürgermeister viele Jahre einzusetzen, weil es für mich wichtig ist. Was die Historie angeht, darf ich darauf verweisen, dass das erste Deutsche Turnfest 1860 in Coburg stattgefunden hat", verkündete der Oberbürgermeister bei der Jahressiegesfeier für das Jahr 2019 in der Sporthalle des TSV Scheuerfeld. Diese bot unter der Regie des TSV-Präsidenten Roland Eibl einen würdigen Rahmen für die Würdigung der Leistungen der Sportler und der rund 60 Sportvereine der Vestestadt. Dafür habe in den vergangenen Jahren eine Sportförderung gesorgt, die bayern- beziehungsweise deutschlandweit vorbildlich sei, sagte Tessmer. Der Sport leiste in Coburg einen nicht zu unterschätzenden Dienst bezüglich der Integration.

Sportamtsleiter Eberhard Fröbel, der zusammen mit dem OB und dem Sportverbands-Vorsitzenden Jürgen Heeb die Auszeichnungen vornahm, unterstrich im Aktiven- und Seniorenbereich die Leistungsstärke mit 145 Spitzenplätzen auf nationaler und internationaler Ebene. "Insgesamt 41 bayerische Meistertitel zeugen vom Durchsetzungsvermögen unserer Sporttreibenden und deren Vereine, von der soliden Infrastruktur unserer Sportstätten sowie von der Kompetenz unserer Übungsleiter und Trainer", bekräftigte er. Preise am Fließband sammelten die Sportschützen der SG Coburg, die Turnriegen des TV Ketschendorf, der Motorsportclub Coburg, die Langstreckenlauf-Elite des TV 1848 Coburg, die Schwimmstart-Gemeinschaft Coburg, die Orientierungsläufer des TV Neuses, die Turnerschaft Coburg in mehreren Sportarten sowie Gardetanzteams der Effect's und vom Coburger Mohr.

Mit der Goldplakette der Stadt Coburg, die die höchste Auszeichnung für Funktionäre darstellt, wurde Sportamtsleiter Eberhard Fröbel bedacht. "Er hat sich in seiner ehrenamtlichen Tätigkeiten seit 35 Jahren in besonderem Maß um den Sport verdient gemacht und ist seit langem ein erfahrener Fürsprecher für unsere Vereine und ihre Mitglieder", sagte Jürgen Heeb. Seit 1978 widmete sich der Multifunktionär der Jugendarbeit als Handball- und Basketballtrainer. Als stellvertretender BLSV-Kreisvorsitzender zeigt er sich für die Beratung und Abwicklung von Zuschuss-Anträgen der Sportvereine bei Baumaßnahmen verantwortlich.

Weitere Belege seiner Schaffenskraft sind die Positionen des Technischen Leiters im Sportverband, des Sportabzeichenprüfers und verschiedene Vorstandstätigkeiten. Er ist Gründungsmitglied beim HSC 2000 Coburg und hat sich wiederholt bei der Planung und Durchführung von Großveranstaltungen einen Namen gemacht.

Dank an Betreuer und Helfer

2019 gab es eine Vielzahl von Nachwuchssportlern, die bei bayerischen Meisterschaften auf den Medaillenrängen finishten, bei süddeutschen und deutschen Meisterschaften unter den Top fünf sowie bei Europa- und Weltmeisterschaften unter den besten Zehn. Diese Kriterien erfüllten 177 Jugendliche in Einzel- oder Mannschaftswettbewerben. Eberhard Fröbel zollte bei deren Ehrung auch den Verantwortlichen der Vereine, den Trainern, Betreuern und Helfern Anerkennung für ihr großes ehrenamtliches Engagement.

Der Sportverband Coburg hat bei der städtischen Jahressiegesfeier die 20-jährige Kanupolospielerin Jule Schwarz vom Paddel- und Segelclub Coburg-Schney (PSC) zur Sportlerin des Jahres 2019 gekürt. Jürgen Heeb wertete die Preisträgerin in seiner Laudatio als eine junge und vielseitige Sportlerin, die von frühester Kindheit an durch ihre Familie gefördert worden sei. Im abgelaufenen Jahr konnte Schwarz mit der weiblichen U21-Nationalmannschaft in Portugal den Europameistertitel gewinnen. "Seitdem gehört sie auch der Damen-Nationalmannschaft an. Herausragende Platzierungen auf nationaler und internationaler Ebene über Jahre hinweg sind weder Glückstreffer noch Zufallsprodukte, sondern das Ergebnis jahrelanger fleißiger und intensiver Trainingsarbeit. "Fünf bis sechs Einheiten pro Woche sind für sie Trainingsalltag. Zur Wettkampfvorbereitung oder in Trainingslagern wird doppelt so viel trainiert. Selbst im Winter wird auf dem Main gepaddelt und gespielt", hob Heeb hervor. Hans Haberzettl