Joris, der aus dem Dörfchen Stuhr bei Bremen stammt, müssen die vergangenen Monate wie ein Rausch vorgekommen sein. Im März vor einem Jahr veröffentlichte er seinen Song "Herz über Kopf" und ging damit sprichwörtlich durch die Decke. Das kurz darauf folgende Album "Hoffnungslos hoffnungsvoll" kletterte bis auf den dritten Platz der deutschen Album-Charts - kein Wunder, dass Joris, der am Samstag, 16. Juli, beim Tambacher Sommer im Rahmen des HUK-Coburg- Open-Air-Sommers 2016 auftreten wird (Beginn 20.30 Uhr im Schlossinnenhof) der Emporkömmling der deutschen Musikszene ist. Einige Tage nach der Echo-Verleihung, bei der er mit gleich drei Trophäen, darunter dem renommierten Kritikerpreis, bedacht wurde, stand der Newcomer im Interview Rede und Antwort.

Joris, lassen Sie uns ein Jahr zurückblicken: Am 26. März wurde der Echo 2015 verliehen.
Wo haben Sie den verfolgt?
Joris: Da war ich backstage. Ich war total perplex damals. Es war mir irgendwie zu hektisch und auch saukomisch, so viele Leute zu treffen. Schon eine sehr skurrile Situation.

Wie kam das eigentlich mit dem Erfolg? Sie haben ja lange Zeit englische Texte geschrieben, ehe Sie umgeswitcht haben auf die deutsche Welle.
Ich habe früher selten deutsche Musik gehört und habe bis vor fünf Jahren in englischer Sprache geschrieben. Für mich war das kein Problem, da ich auch immer nur englische Musik gehört und mich im Englischen zu Hause gefühlt habe. Ich war unter anderem ja auch ein Jahr lang in Texas zur Highschool gegangen. Gehört habe ich auch fast nur englischsprachige Musik. Eher durch Zufall habe ich dann einen deutschen Song geschrieben und ich empfand es als sehr erfüllend. Das, was auf der Hand liegt, dass die Leute jedes Wort verstehen können, barg außerdem eine unglaubliche Energie für mich, die live eine viel tiefere Verbindung zwischen Bühne und Publikum für mich geschaffen hat.

Jetzt startet Ihre Sommertournee, nachdem Sie gerade erst die Hallentour beendet haben. Was ist denn der große Unterschied?
Na ja, was jetzt kommt, sind einfach ein wunderschöner Sommer an der frischen Luft und natürlich zum Teil auch riesengroße Auftritte. Ein richtig schöner Mix aus der eigenen Sommer-Open-Air-Tour und den renommierten Festivals. Das ist einfach eine richtig geniale Kombination.

Und was macht für Sie ein gelungenes Open-Air aus?
Die Größe, die Stimmung, dieses Sommerliche und eine lange Nacht. Es ist außerdem toll, auf vielen Festivals nach dem eigenen Konzert noch anderen tollen Künstlern mit Freunden zuschauen zu können. Auch auf Tambach freue ich mich sehr. Was ich bisher sehen durfte, sieht nach einem tollen Ambiente aus, es wird etwas intimer, aber ich bin mir sicher, es wird ein unvergesslicher Abend, wie eigentlich immer. Ich habe bisher im Frankenland in Erlangen und Würzburg spielen dürfen und hatte immer ein tolles Publikum. Man hat gemerkt, dass die Leute Bock hatten zu feiern. Es heißt also nicht umsonst, dass die Franken und wir Westfalen ähnlich gestrickt sind. Wir mögen gutes Essen und sind manchmal weniger redselig, aber anscheinend können die Franken genauso gut feiern wie wir. Und dann wird das einfach ein geiler Abend.

Noch die Frage, die allen auf den Nägeln brennt: Wann gibt es denn endlich eine neue Scheibe von Joris in den Läden?
Ganz ehrlich, darüber habe ich mir noch überhaupt keine Gedanken gemacht. Jetzt war ich eineinhalb Jahre auf Tour und bis November geht das jetzt so weiter. Dann werde ich das alles erst einmal ein wenig verdauen und dann irgendwann kommt sie mit Sicherheit, das kann ich versprechen. Aber jetzt zählt erst einmal die Sommertour, das werde ich in vollen Zügen genießen!
Das Gespräch
führte Andreas Bär.


Karten für das Konzert am 16. Juli in Tambach gibt es in der Geschäftsstelle des Coburger Tageblatts, Hindenburgstraße 3a, Coburg.