Auf dem Weg zur möglichen Meisterschaft der Bezirksoberliga hat die Herrenmannschaft der HG Kunstadt am Sonntag einen ganz wichtigen Etappensieg landen können. Bei der heimstarken Reserve von HaSpo Bayreuth holte das Zelenov-Team einen verdienten 35:30 (14:12)-Auswärtserfolg und setzte sich damit zumindest für eine Woche an die Tabellenspitze der Bezirksoberliga vor den an diesem Wochenende spielfreien HSV Hochfranken.
Siege landeten aber auch der HSC 2000 Coburg III und der TV Weidhausen. Der eine fiel sehr hoch, der andere äußerst knapp aus.


TV Weidhausen gegen
SG Marktleuthen/Niederla. 25:24

Johannes Bauer war der überragende Werfer beim TV Weidhausen und führte sein Team letztlich zum Sieg. Der gelernte "Linksaußen" düpierte den Gegner mit einem Dutzend Feldtoren. Bauer zeigte dabei seine Vielseitigkeit: Konterstark ließ er dem gegnerischen Torhüter keine Chance, wechselte aber auch gern in den Rückraum. So sehr sich ihm die Abwehr entgegenwarf - er fand stets die passende Lücke.
Florian Büttner musste die Leistung des zwanzigjährigen Bauer ebenso bewundernd anerkennen wie Jan-Dirk De Rooij, der immer wieder versuchte, sich durch zwei Gegner hindurch zu werfen - nicht immer mit dem gewünschten Erfolg.
Glücklicherweise gab es dabei keine ernsten Verletzungen, denn das Schiedsrichtergespann hatte in Sachen Regelauslegung so seine eigenen Vorstellungen.
Das galt nicht nur hinsichtlich der progressiven Bestrafung, weshalb Regelverstöße noch in den Schlussminuten mit einer gelben Karte geahndet wurden. Auch in Sachen Zeitspiel bewiesen die beiden Referees unglaubliche Geduld. Positiv war, dass dabei keines der Teams bevorzugt oder benachteiligt wurde.
Nach dem Wiederanpfiff wendete sich das Blatt (20:16). Vorausgegangen waren drei sagenhafte Treffer von Johannes Bauer und ein Kontertor von Jan-Dirk De Rooij.
Auf beiden Seiten wurde mit immer härteren Bandagen gekämpft. Die Gäste gaben sich jedoch nicht geschlagen, zumal sich die heimische Abwehr als zu löchrig erwies und den großgewachsenen Einzelschützen den Gästen zu viel Raum zum Torwurf ließ. Ab der 50. Minute (22:22) stand die Partie auf des Messers Schneide. Mit den 22:24 schienen die Punkte in weite Ferne gerückt zu sein. Doch es kam anders:
Noch einmal warf Weidhausen alles nach vorne, um buchstäblich in den Schlusssekunden doch noch den Siegtreffer zu landen.
TV Weidhausen: T. Zapf, M. Schieber - J. Bauer (12), F. Büttner (3), T. Pechauf, D. Recknagel (1), S. Büttner (2/2), J.D. de Rooij (4), T. Staude, M. Werner (1), F. Querfeld, D. Morgenthum, C. Büttner.


HaSpo Bayreuth II gegen
HG Kunstadt 30:35 (12:14)

Die Kunstadter Leistung in Bayreuth ist umso höher zu bewerten, wenn man die Ausgangslage der HGK vor dieser schweren Auswärtspartie berücksichtigt. Trainer Zelenov standen nämlich für das Feld gerade einmal zwei Auswechselspieler zur Verfügung. Dementsprechend fehlten wichtige Stammkräfte wie Hannes Beuerle, David Jung, Lukas Heppner, Tobias Steuer und Daniel Maile am frühen Sonntagnachmittag.
Trotz dieser personell wenig verheißungsvollen Ausgangslage schafften es die Gäste, von Beginn an für klare Verhältnisse zu sorgen und HaSpo nicht einmal die Führung zu überlassen. Kunstadts "Tormaschine" Sergey Trotsenko war mit 13 Treffern prächtig in Form.

HG Kunstadt: Kießling, Swoboda, Etterichretz - Trotsenko (13/4), Stirbati (5), Lakiza (4), O. Oester (3), Deuber (3), Petersen (3), Scholz (3), N. Oester (1).


SG 12 Bamberg/Hallstadt gegen
HSC 2000 Coburg 12:33 (5:18)

Dieses Spiel ist mit einem Satz sehr schnell beschrieben - von der ersten Minute an dominierten die Coburger das Spiel komplett. Den "Gelb-Schwarze"n war anzumerken, dass sie Spaß am Spiel hatten.
Die HSC-Abwehr stand wieder wie Beton; im Eins-zu-Eins behielten die Vestestädter meistens die Oberhand, Jannik Merkwirth & Co. ließen kaum einen Bamberger durchkommen und entnervten so früh die Hausherren. Und wenn doch ein Ball aufs Tor des HSC kam, waren beide HSC-Keeper gewohnt solide und sicher mit zahlreichen guten Paraden zur Stelle. Im Angriff schalteten die Coburger meistens schneller als die Bamberg/Hallstädter und wirbelten deren Verteidigung durcheinander. Positiv für die Coburger ist auch zu vermerken, dass sie in ihrem Spielwitz nicht nachließen, es keinesfalls etwas ruhiger laufen ließen, sondern fast professionell-humorlos ihr Spiel konzentriert bis zum Ende durchzogen. Der 12:33-Erfolg ist daher hoch verdient und geht auch in dieser Höhe in Ordnung.

HSC 2000 Coburg III: Fabian Apfel, Robin Hennig - Patrick Pernet (5/1), Louis Korn (1), Leon Korn (2/1), Jannik Merkwirth, Christopher Härtl (4), Christian Froschauer (5), Lukas Dude (4/2), Lars Fichtner (5), Moritz Baumeister (6), Pascal Anthofer (1).