Die Rodacher Straße im Coburger Stadtteil Neuses wird täglich von rund 10000 Kraftfahrzeugen, davon circa 1200 Lastkraftwagen genutzt. Sie gehört damit zu den besonders stark frequentierten Straßen Coburgs. Seit vielen Jahren bestand wegen des schlechten Zustands der Lauterbrücke eine Gewichtsbeschränkung auf 24 Tonnen. Weil sich der Zustand der Brücke weiter verschlechterte, wurde ein Neubau ins Auge gefasst, um den Schwerverkehr und die Stadtbusse weiterhin durch Neuses leiten zu können.

Das vorhandene Bauwerk bestand aus einer alten Sandsteingewölbebrücke (hergestellt vermutlich um das Jahr 1800) und einer flussabwärts angebauten Stahlbetonbrücke neueren Da-tums. Als Vorbereitung auf die eigentliche Baumaßnahme mussten 2019 erst mal Elektro-, Telekommunikations-, Gas-, Wasser- und Kanalleitungen umgelegt werden.

Seit dem 14. April dieses Jahres war die Rodacher Straße für den Neubau voll gesperrt. Für den Verkehr wurde unter anderem an der Kreuzung Rodacher Straße/Callenberger Straße die Vorfahrtsregelung geändert. An den Abfahrten der B4 in Richtung Weitramsdorf wurde eine weitere Lichtsignalanlage installiert. Das befürchtete Verkehrschaos zu Beginn der Umleitungen blieb aus, da der Baubeginn fast zeitgleich in den ersten Lockdown fiel, berichtet der für das Bauprojekt zuständige Coburger Entsorgungs- und Baubetrieb CEB. Jetzt, nach circa acht Monaten Bauzeit, wird die Rodacher Straße in Neuses ab morgen wieder frei befahrbar sein.

Provisorische Holzbrücke

Während der Bauzeit wurde eine provisorische Holzbrücke für den Geh- und Radverkehr errichtet, die alte Brücke abgerissen, 156 Bohrpfähle mit einer Länge von jeweils bis zu zehn Metern und die Betonage einer neuen Brücke eingebracht. Letztere dient gleichzeitig dem Schutz vor Hochwasser. Hierzu hat der CEB in Zusammenarbeit mit dem Wasserwirtschaftsamt Kronach und dank der Mitfinanzierung durch den Freistaat Bayern unter der neuen Brücke ein Teilungsbauwerk für den technischen Hochwasserschutz errichtet. Damit soll im Falle des Falles Hochwasser der Lauter in den Beigraben abgeleitet werden. Stadt Coburg und Freistaat Bayern hätten hier zusammengearbeitet, sagt Gerhard Knoch, Leiter der Straßen- und Brückenabteilung im CEB. Die Planungs- und Ausführungskosten seien deswegen geringer gewesen. Der Brückenneubau kostet circa 1,9 Millionen Euro. Die Stadt Coburg zahlt 1,3 Millionen Euro, Bayern übernimmt die Kosten für den Hochwasserschutz (600000 Euro) und gewährt Zuschüsse. red