Zu Gast sind zwei Mitglieder des Ensembles Movimento. Unter dem Motto "Florilegium - italienische Musik am Habsburger Hof" musizieren Veronika Skuplik (Barockvioline) und Christoph Lehmann (Orgel) Werke von Muffat, Viviani, Bertali, Rossi und anderen.


Die Violine hatte sich zu Beginn des 17. Jahrhunderts mit ihren spezifischen klanglichen und technischen Möglichkeiten gelöst aus dem Pool der Melodieinstrumente, für die vor 1600 komponiert worden war. Wo die Besetzungsangabe früher hieß: für Violine oder Zink oder Blockflöte, wurden nun Kapriolen verlangt, die Blasinstrumente nicht erfüllen konnten: Doppelgriffe, Bogentremolo und Skordaturen ("Verstimmungen", also Abweichungen von der gewöhnlichen Quint-Stimmung).

Der Siegeszug der Violine nahm um 1600 seinen Anfang. Von der "modernen" Violine unterscheidet sich die Violine der Barockzeit nicht nur durch die Bauweise sondern auch durch die leichtfüßigere Bogenführung. Einen freien, hellen Klangcharakter erntet, wer es obendrein wagt, auf bestimmte Stützvorrichtungen am Instrument zu verzichten.


Veronika Skuplik gehört in der Szene der Alten Musik zu den Meistergeigerinnen, die sich innerhalb des barocken Repertoires auf die Literatur des 17. Jahrhunderts spezialisiert haben. Sie ist als Solistin, Konzertmeisterin und Dozentin international bei innovativen und führenden Ensembles und Orchestern gefragt. Mit dem Ensemble Movimento war sie bereits im November 2013 an gleicher Stelle zu Gast.


Der Organist und Cembalist Christoph Lehmann kann auf eine reiche Karriere als Kirchenmusiker, Solist, Continuospieler, Arrangeur, Notensetzer und Komponist zurückblicken. Wie Veronika Skuplik gehört er zu den Gründungsmitgliedern von Ensemble Movimento.


Das Programm stellt Komponisten vor, die einst am Haburger Hof wirkten. Giovanni Buenaventura Viviani war am Innsbrucker Hof tätig. Wie Antonio Bertali in Wien war er als Hofkapellmeister und Gegenvirtuose für sein Spiel, die künstlerische Leitung und seine Opernkompositionen hoch geschätzt.


Hinter dem Namen Clemens Matthia ab Ehrenrueff verbirgt sich wahrscheinlich einer der Söhne Heinrich Schmelzers, der wie sei Vater angesehener Violinist am kaiserlichen Hof war. Eine Ciaconne von Matthia und die Toccata von Georg Muffat sind die jüngsten der an diesem Abend erklingenden Werke.
Der Violinist Michelangelo Rossi hat aus heutiger Sicht vor allem bedeutende Musik für Tasteninstrumente geschaffen, wichtig sind vor allem experimentellen Toccaten.



Kammermusik in der Johanneskirche Elsa



Konzert-Tipp "Florilegium - italienische Musik am Habsburger Hof", Samstag, 22. Juli, 19.30 Uhr, Johanneskirche Elsa

Interpreten Veronika Skuplik (Barockvioline), Christoph Lehmann (Orgel und Cembalo)

Veranstalter "Elsa 47"

Vorverkauf Tickets gibt es in der Buchhandlung Riemann Coburg und im Schuhhaus Appis in Bad Rodach.