"90 Jahre Neustadter Sportgeschichte" - mit dieser bemerkenswerten Ausstellung dokumentiert der Stadtverband mit seinen 27 angeschlossenen Sportvereinen im Rathausfoyer das Neustadter Sportleben. Und groß war die Freude Montagabend zur Ausstellungseröffnung über den Besuch von Ehrengast Erich Beer, dem Neustadter Fußballjungen vom VfL Neustadt, den der damalige Deutsche Meister 1. FC Nürnberg aus der Landesliga nach Nürnberg holte.
"Ich bin dankbar, so ein Gremium wie unseren Stadtverband für Sportvereine, das durch eigene Vereinsvertreter demokratisch besetzt ist und vereinsneutral die Gesamtinteressen der Neustadter Sportvereine bündelt, vorbehandelt und vertritt, in unserem Städtchen zu haben", verbarg Oberbürgermeister Frank Rebhan (SPD) seinen Stolz nicht. Vielmehr freue er sich über diese langjährige, fortwährende sehr gute Zusammenarbeit.
"Ein vorgeschaltetes Gremium, wie eben das unseres Stadtverbandes, ist in diesem Arbeitssektor ein toller Gewinn für jede Stadt, in der es so etwas gibt", sagte der OB. Das Stadtoberhaupt sprach seine Hochachtung nicht nur den Funktionären in Amt und Würden aus, die sich zusätzlich zu ihrer Arbeit in den einzelnen Vereinen noch in den Dienst des Sportverbandes und somit aller Neustadter Sportler stellen würden.


Ehrengast Erich Beer

Ohne die Mitarbeiter des Stadtverbandes wäre so eine Ausstellung nicht umsetzbar gewesen, und schon gar nicht ohne die Mitglieder der Neustadter Sammler- und Briefmarkenfreunde, die in gewohnt professioneller Manier dieser detaillierten Ausstellung diesen Rahmen gegeben hätten, würdigte OB Rebhan. "Was würden wir ohne sie tun" und natürlich ohne die Arbeit im Vorfeld mit großartiger Unterstützung von Verwaltung sowie des Bauhofteams.
#"Ich freue mich, dass unser Ehrengast Erich Beer heute in seiner Heimatstadt zu Gast ist. Erich Beer ist für mich einer der Profis, die Sport wirklich noch um des Sportes Willen betrieben. Klar war, dass ein Profispieler damals schon deutlich mehr verdiente als der deutsche Durchschnittsbürger. Aber die Verhältnisse und die Dimensionen waren gesünder und realitätsbezogener", erinnerte OB Rebhan. Bereits vor drei Jahren war der ehemalige Fußballprofi und Nationalspieler Ehrengast bei der Neustadter Sportlerehrung. Neun Jahre hatte Beer beim VfL Neustadt in der Schüler- und Jugendmannschaft aktiv gespielt, als ihn der 1. FC Nürnberg holte.
"Ich hatte in Nürnberg meine Lehrjahre, bei RW Essen meine Gesellenjahre und bei Hertha erlebte ich meine Meisterjahre", hatte Beer damals in Neustadt gesagt. Von 1968 spielte Beer elf Jahre in der Bundesliga, war bei der EM in Jugoslawien und 1978 bei der WM in Argentinien dabei. Bevor Beer 1984 seine aktive Fußballzeit beendete, spielte er bei den Münchner Löwen.
In Gesprächen stelle Rebhan immer wieder fest, große Teile der Bevölkerung seien nicht mehr bereit, die Pervertierung des Sports in vielen Bereichen tolerieren. "Das ist nicht das, was Sportlern auf Vereinsebene und sportinteressierte Menschen wollen ", so Rebhan. Diese Grenzenlosigkeit sei für die Verantwortlichen im Sportgeschehen an der Basis, an der mit geringen finanziellen Mitteln um sportlichen Erfolg und breitensportliche Ertüchtigung gerungen werde, ein Schlag ins Gesicht.


Dank an Ehrenamtliche

"Ich halte diese Entwicklung für ungut und würde mir wünschen, es gäbe im Profigeschäft des Sports und in den Reihen der Spitzenfunktionäre mehr Menschen mit der Vorbildwirkung eines Erich Beer, die Bodenhaftung, sowie die Grundausrichtung und Verbundenheit zum Sport um des Sportes Willen darstellen und aus Überzeugung vorleben. Diese Haltung können wir unseres Erich Beer nur bewundern ", bemerkte der OB. Rebhan dankte allen die im Ehrenamt die Wege für die sportlichen Erfolge der Neustadter Sportler ebnen, sie anleiten, trainieren und führen und ihren Sport überhaupt ermöglichen. "Lassen Sie nicht nach und machen Sie einfach weiter so", bat Rebhan.
"Wir können in diesem Jahr auf unser 90-jähriges Bestehen, bzw. 65 Jahre seit der Wiedergründung in einer sehr schönen Form dieser wunderbaren Ausstellung zurückblicken", sprach Vorsitzender des Stadtverbands Martin Nusspickel in seinem Grußwort. Mit dieser Ausstellung hätten die Sammler- und Briefmarkenfreunde eine bewundernswerte Arbeit zusammengestellt.
Große Anerkennung zollte Nusspickel ebenso den vielen Aktiven und Ehrenamtlichen, die den Sport in ihrer Heimatstadt Neustadt erst ermöglicht und geprägt hätten und weiterhin mittragen würden. Die Ausstellung ist bis zum 24. November im Rathaus geöffnet.