"Hurra, hurra, die Schule glänzt", können nun die Kinder der Siegfried-Möslein-Schule jubeln. Nach rund zweijähriger Sanierung, bei der das Gebäude nahezu vollständig entkernt wurde, sind die Bauarbeiten beendet. Alle konnten Einweihung feiern. Zahlreiche Ehrengäste und Besucher waren der Einladung der Gemeinde in die Aula gefolgt, wo mit Liedern und Ansprachen die Vollendung des Projekts gewürdigt wurde.

Bürgermeister Udo Siegel (CSU/Bürgerblock) stellte seiner Rede ein Zitat von Martin Luther voran: "Wenn die Schulen zunehmen, dann steht's wohl im Land!" Diese Worte zeigten deutlich die Wichtigkeit und Notwendigkeit ordentlicher Bildungseinrichtungen. Hier habe man zwar keine neue Schule gebaut, aber mit der Generalsanierung einen Riesenschritt getan, sagte Siegel und begrüßte eine Schar an Ehrengästen. Darunter war auch ein wesentlicher Geldgeber, der Regierungsvizepräsident Thomas Engel von der Regierung von Oberfranken. Auch die Schüler, welche die Feier musikalisch gestalteten, wurden willkommen geheißen.


Gemeinderat fasste den Beschluss zur Sanierung im Jahr 2013

Wie Udo Siegel hervorhob, stehe die Einweihung des Schulgebäudes für die Zuversicht und Bereitschaft, die Herausforderungen der Zeit anzunehmen. Siegel: "Bildung gehört zu den kostbarsten Gütern, die wir unseren Kindern und Enkeln mitgeben können." Die Schule mache einen Großteil des Alltags aus und präge sie auf vielfältige Weise. Deshalb habe der Gemeinderat im Dezember 2013 beschlossen, die Sanierung der Schule nach fast 46 Jahren Gebrauch in Angriff zu nehmen. Der Bau im Jahr 1971 war seinerzeit schon ein riesiger Entwicklungsschritt. Denn dann konnten die Klassen 1 bis 6 in einem Schulgebäude untergebracht, vorher waren sie auf die umliegenden Dörfer verteilt. Der damalige Rektor und spätere Landtagsabgeordnete, Landtagsvizepräsident Siegfried Möslein, habe den Bau der Verbandsschule vehement vorangetrieben. Aus Dankbarkeit und zur steten Erinnerung habe die Schule dessen Namen bekommen.

Nach all den Jahren erschien die Schule zwar äußerlich noch gut, es wurde aber immer wieder repariert und investiert. Es kam der Anbau des Mehrzweckraumes, die Dachsanierung mit dem Umbau vom Flachdach auf das heutige Erscheinungsbild und zuletzt der Umbau der Busgarage in einen Gymnastikraum. In den 80er Jahren funktionierte man einen Teilbereich für die Gemeindeverwaltung um, nachdem Großheirath aus der Verwaltungsgemeinschaft mit Untersiemau ausgetreten und die Schülerzahl gesunken war. Siegel: "Trotzdem war ein Sanierungsbedarf gegeben."


Gesamtkosten 2,1 Millionen Euro

Nach Gemeinderatsbeschluss und Antragstellung bei der Regierung wurde die Planung in die Hände von Architekt Roland Schultheiß gelegt worden, der die Schule schon seit Kindertagen kennt und über die Jahre schon als Architekt in der Gemeinschaft mit Edgar Brehm begleitet hatte. Die Gesamtkosten wurden mit rund 2,1 Millionen Euro berechnet, ein Zuschuss in Höhe von einer Million Euro wurde der Gemeinde zugesagt. Es gab drei Bauabschnitte. Dass die Arbeiten nicht nur in den Schulferien zu machen waren, war allen klar. Wie die Kinder die Bauarbeiten und den Umzug ihrer Klassenzimmer erlebt haben, schilderten sie in kleinen Aufsätzen. Sie sind offensichtlich froh, dass die Arbeiten geschafft sind, und lobten die schönen Farben in den neuen Räumen. Da alles so gut geklappt hat, ist der Bauherr zuversichtlich, dass die Sanierung der Schulturnhalle, die in den Pfingstferien beginnen soll, ebenso gut abläuft.

Roland Schultheiß als planender und bauleitender Architekt schilderte in groben Zügen, was bei der Sanierung alles gemacht wurde. Dabei herausgekommen ist ein funktionsgerechtes und auf den neuesten Stand gebrachtes Gebäude mit Brandschutz, Wärmedämmung, neuer Pelletsheizung, Barrierefreiheit, Räumen für die Mittagsbetreuung, mit einem Computerraum, einer neuen Elektroinstallation sowie einem neuen Beleuchtungskonzept, das ein Pilotprojekt darstellt. Mittels verschiedener Lichtfarben soll die Aufnahmefähigkeit der Schüler positiv beeinflusst werden.


Wunsch der Kinder kann erfüllt werden

Der Architekt kam nicht mit leeren Händen. Er hatte bei den bauausführenden Firmen gesammelt und brachte einen Beitrag für ein Klettergerüst mit, das sich die Kinder gewünscht hatten, aber nicht in der Finanzierung war.
Die Haustechnik war eine Planung von Schultheiß' Kolleen Albrecht Bäurich und Roland Schultheiß war sehr stolz darauf, mit seiner Kostenberechnung eine Punktlandung gemacht zu haben.

Weitere Grußworte sprachen der Regierungsvizepräsident Thomas Engel, der stellvertretende Landrat Rainer Mattern, der Schulamtsdirektor Werner Löffler sowie die Elternbeiratsvorsitzende Susanne Amend. Das Schlusswort hatte Rektorin Jana Baum.

Den kirchlichen Segen gaben die beiden Pfarrer Heinrich Arnold und Hans-Werner Alt. Für den musikalischen Rahmen sorgten der Posaunenchor, den Ute Kuller-Winkler zusammengestellt hat und der in dieser Formation erstmals auftrat, sowie die Schulkinder mit einigen fröhlichen Liedern. Im Anschluss war Gelegenheit, die neuen Räume zu besichtigen. Die Gemeinde lud zu einem Imbiss ein.