Viele der Mädchen und Jungen hatten sich auf den gestrigen Montag gefreut. Endlich wieder die Klassenkameraden treffen zu können, war für viele ein tolles Erlebnis. 27 von ihnen, nämlich die Schüler der Klasse 4a, hatten sogar noch etwas zum Staunen: ihr außergewöhnliches Klassenzimmer. Wegen der Klassenstärke werden die Kinder nämlich in den nächsten Wochen in der Veranstaltungshalle der Domäne unterrichtet. Sie blickten immer wieder zur Decke der Halle hoch. Als die Ersten aus der 4a am Montagmorgen die Türe zu ihrem neuen Klassenzimmer öffneten, meinten sie: "Jetzt werden wir im schönsten Klassenzimmer Bayerns unterrichtet."

Auch Klassenleiterin Andrea Fröhlich und Schulleiter Michael Lege sind froh, dass die Gemeinde Sonnefeld dies möglich gemacht hat. Schließlich sei der Informationsfluss des "Dienstherrn" aus München an die Sonnefelder Bildungseinrichtung kurzfristig und nicht ganz vollständig. Dennoch sei es gelungen, dass alle Klassen in den Präsenzunterricht gehen könnten, sagten sie. Drei Klassen könnten im Schulhaus in Sonnefeld unterrichtet werden, nachdem deren Klassenstärken zu den dortigen Raumgrößen passten.

Michael Lege ließ keinen Zweifel aufkommen, wie gut alles in Sonnefeld sei. Die Veranstaltungshalle ist mit einer Lüftungsanlage ausgestattet und verfügt über einen eigenen Hausmeister. "Die Domäne ist einfach geeignet für den Unterricht und Pausen im Freien", findet Michael Lege. Die digitalen Voraussetzungen an der Sonnefelder Grund- und Mittelschule seien so gut, dass ein normaler und vollständiger Unterricht machbar sei, samt dem für alle so wichtigen Zusammensein. Während es an anderen Schulen aufgrund verschiedenster Faktoren und Gegebenheiten nicht ganz so rund laufe, könne in Sonnefeld an allen Klassen der Stundenplan eingehalten werden.

Das waren jetzt sechs Wochen vor dem Bildschirm

Für die 4a hieß das am Montag dann auch, ganz normal bis 13 Uhr in die Schule zu gehen und Unterricht zu haben. Der Klassensprecher der 4a, Jonas Kosian, und seine Stellvertreterin Emma Stammberger finden das neue Klassenzimmer ebenfalls cool. "Außerdem ist es schön, dass wir unsere Lehrer und unsere Klassenkameraden endlich wieder einmal live und nicht nur digital sehen", sagte Emma. Sie selbst sei zwar gut durchs Homeschooling gekommen und hätte damit keine Probleme, erzählte sie. Schließlich seien sie und die anderen in den vergangenen sechs Wochen mit Materialien für zu Hause versorgt worden. Trotzdem sei ein normaler Unterricht besser, als sich nur am Bildschirm zu sehen. Das sieht auch Jonas so, auch wenn das Homeschooling bedeutete, dass keine Proben geschrieben wurden. Jonas findet nun auch die Pausen spannend, weil es möglich ist, diese vor der Halle zu verbringen und dort beispielsweise Fangen zu spielen.

"Egal ob Präsenzunterricht oder nicht, das Kollegium der Schule hält auch auf digitalem Weg den Kontakt zu den Schülern", versicherte der Rektor und meinte, dass die Sonnefelder Schule mit den drei Tablet-Klassen optimal aufgestellt sei. Für alle anderen Jahrgangsstufen stehe Material in digitaler und gedruckter Form zur Verfügung. Wo nötig, würden Schülern Leihgeräte zur Verfügung gestellt. Auch der Einsatz großer Handys sei möglich.

Auch Wechselunterricht

Da nicht erst seit den Corona-Beschränkungen positive Erfahrungen mit den Tablets gesammelt werden konnten, ist ab dem kommenden Schuljahr der Start einer weiteren Tablet-Klasse geplant. Weil zur Grund- und Mittelschule Sonnefeld auch die flexible Eingangsstufe in Gestungshausen gehört, konnten sich die "Tiger" (Jüngsten) und die "Bären" (Älteren) auf ein Live-Wiedersehen freuen, denn sie werden im Wechsel unterrichtet. Auch die Notbetreuung läuft, da diese derzeit nur von einer überschaubaren Zahl von Kindern in Anspruch genommen wird. Außerdem kann die Mittagsbetreuung für die Grundschule wie gewohnt angeboten werden.

Dass der Schulbetrieb so reibungslos klappt, führt der Schulleiter auf die gute Zusammenarbeit mit der Kommune zurück. Außerdem hat sich das Team der Schule langfristig vorbereitet, denn die Sonnefelder Grund- und Mittelschule ist eine von insgesamt 20 bayerischen Schulen, die seit dem Schuljahr 2019/2020 am Schulversuch "Digitale Schule 2020" teilnimmt und sich demnach mit der Digitalisierung im Schulalltag schon seit einiger Zeit beschäftigt. "Alles rollt", resümierte Michael Lege.