Geladen seien für die Verhandlung vor dem Amtsgericht ein Sachverständiger und elf Zeugen, teilte ein Justizsprecher mit (Aktenzeichen: 3 Cs 130 Js 5435/13).

Stoschek, Mitinhaber des Autozulieferers Brose, hatte den Strafbefehl erhalten, weil er an einem Wagen ein Klebekennzeichen genutzt hatte anstatt normale Nummernschilder. Eine Ausnahmegenehmigung hatte er nach eigenen Worten dafür nicht beantragt. Stoschek hatte sich selbst ausführlich zu den Vorwürfen geäußert. Er wolle die verhängte Geldstrafe von 1,65 Millionen Euro nicht akzeptieren, hatte er in einer Pressekonferenz Ende August erklärt. Er habe deshalb Einspruch gegen den Strafbefehl eingelegt. Die Geldstrafe - 55 Tagessätze zu je 30.000 Euro - stehe in keinem Verhältnis zu den Vorwürfen. Die Summe orientiert sich laut Justiz an den Vermögensverhältnissen Stoscheks.

Das Unternehmen Brose macht etwa fünf Milliarden Umsatz jährlich und hat weltweit mehr als 23.000 Beschäftigte. Stoschek leitete das Unternehmen bis 2005, heute ist er Chef der Gesellschafterversammlung.

In die Schlagzeilen brachte es Stoschek in den vergangenen Monaten immer wieder: Auch in Bamberg hatte er Ärger mit den Behörden, weil er während der Sandkerwa mit einem Amphibienfahrzeug auf der Regnitz unterwegs war - ohne dafür eine Genehmigung zu haben. Er musste dafür ein Ordnungsgeld von 200 Euro bezahlen.

Kontroversen gab es im Frühjahr in Coburg um eine Straßenumbenennung - der Stadtrat ehrte Stoscheks Großvater Max Brose (1884-1968) mit einer eigenen Straße, obwohl Historiker seine Rolle in der NS-Zeit als kritisch ansehen. Stoschek dagegen hatte im Zuge der Debatte mehrmals betont, sein Großvater, der das Unternehmen gegründet hatte, sei vollständig rehabilitiert.