"Ich habe nicht übermäßig viel gelernt", gibt Markus Baierlein zu. "Glück war auf jeden Fall dabei, dass genau das dran kam, was ich gut konnte." Baierlein ist der beste Absolvent, den die Industrie- und Handelskammer zu Coburg am Dienstagabend im Coburger Kongresshaus Rosengarten ausgezeichnet hat.

Er hat bei der Firma Schumacher Packaging in Ebersdorf bei Coburg eine Ausbildung zum Fachinformatiker mit der Fachrichtung Systemintegration absolviert und diese mit der Gesamtnote von 1,1 abgeschlossen. Somit hat Markus Baierlein fast die volle Punktzahl erreicht."In meinem Beruf gibt es viele Weiterbildungsmöglichkeiten", erklärt er. "Irgendwann will ich auch meinen Meister machen."

310 Auszubildende in kaufmännischen und gewerblich-technischen Berufen haben im letzten Winter ihre Abschlussprüfung der IHK zu Coburg abgelegt und bestanden.
18 von ihnen haben eine Gesamtnote von 1,5 oder besser erreicht - so wie Markus Baierlein. Zweitbester war mit einer Gesamtnote von 1,2 Michael Müller, der bei der Werkzeugmaschinenfabrik Waldrich Coburg eine Ausbildung zum Industriemechaniker im Einsatzgebiet Maschinen- und Anlagenbau gemacht hat und gleichzeitig studiert. "Mein Studium hat mir bei der Vorbereitung auf die Prüfungen sehr geholfen", sagte Michael Müller. Große Maschinen haben ihn schon immer fasziniert. Weil es in seiner Firma viele davon gibt, will er Waldrich auch nach seinem Studium treu bleiben.


Gut für die Zukunft

Mit der Titelmusik von Hawaii 5.0 eröffnete "Albert's Brass Showband" die Abschlussfeier, ehe der Präsident der IHK zu Coburg sein Wort direkt an die jungen Menschen richtete, die sich seit kurzem qualifizierte Fachkräfte nennen dürfen. "Ihr seid keinen einfachen Weg gegangen", versicherte Friedrich Herdan ihnen. "Aber mit Abstand den besten zum dauerhaften beruflichen Erfolg, Selbstbeständigkeit und persönlicher Zufriedenheit." Laut dem Präsidenten ist der Bedarf an qualifiziertem Nachwuchs größer denn je. "Außerdem sind ausgebildete Fachkräfte weniger von Arbeitslosigkeit bedroht als Un- und Angelernte", sagte er.

Auf ihren Lorbeeren ausruhen sollen sich die frisch gebackenen Absolventen aber nicht. "Die Arbeitswelt ist hochdynamisch und verlangt ständig nach Anpassung", so der Präsident weiter. Friedrich Herdan rät, deshalb die vielen Möglichkeiten zu Fort- und Weiterbildung zu nutzen.

Das bestätigte auch die Leiterin der Staatlichen Berufsschulen II und der Wirtschaftsschule Coburg, Martina Borcherding. Für die Oberstudienrätin ist der Gesellenbrief vergleichbar mit einem Wertpapier, das nur noch wertvoller werden kann. "Legen Sie es nicht in den Tresor, sondern spekulieren Sie mit Ihrem Wertpaper", gab Martina Borcherding den Absolventen mit auf den Weg.

Auch der Gastredner, Ministerialdirigent Gert Bruckner, ist sich der Relevanz kaufmännischer und gewerblich-technischer Fachkräfte für die Wirtschaft bewusst. "Was nützen uns alle Leute, die forschen und erfinden, wenn wir niemanden haben, der es umsetzt?", sagte er.


Auch die Flüchtlinge und deren Ausbildung waren ein Thema

Das Thema Flüchtlinge spielte bei den Feierlichkeiten auch eine Rolle. Friedrich Herdan sagte, die Industrie- und Handelskammer zu Coburg habe sich in den vergangenen Monaten damit beschäftigt, wie man junge Flüchtlinge und Asylsuchende schnellstmöglich in die deutsche Wirtschaft integrieren könne. Es sei ein in Deutschland bisher einzigartiges Modell entwickelt worden, das eine duale Ausbildung mit Deutsch-Unterricht kombiniere.
Nach einem Sketch über skurrile Situationen zwischen Prüfling und Prüfer und einem Vortrag der Absolventin Franziska Engel, die einen Einblick in ihre Ausbildung bei der Firma Martin Metallverarbeitung zur Werkzeugmechanikerin gab, wurden die zehn Besten aus den gewerblichen, sechs aus den gewerblich-technischen und zwei aus den kaufmännischen Berufen ausgezeichnet.