Jetzt ist es auch amtlich, was das Tageblatt schon länger vermutete und schrieb: Wunschkandidat Jan Gorr hat beim HSC 2000 Coburg einen Drei-Jahres-Vertrag unterschrieben und wird offiziell ab dem 1. Juli die Geschicke des Handballvereins leiten, egal ob in der 3. oder 2. Liga.

Bei einem Gespräch mit Medienvertretern stellten die HSC-Verantwortlichen den neuen Hoffnungsträger gestern Abend im Hotelrestaurant Rosengarten vor und betonten, dass Gorr schon lange der Wunschkandidat gewesen sei, der den bisherigen Coach Horvat nach dieser Spielzeit ablösen soll.
Gorr stand nach seiner erfolgreichen Zeit beim TV Hüttenberg, den er bis in die Bundesliga führte, zuletzt beim VfL Gummersbach als Trainer unter Vertrag, übte diese Tätigkeit aber nie aus, da der Verein kurzfristig Emir Kurtagic das Vertrauen als Coach schenkte.
Ende Januar wurde der Vertrag zwischen Gorr und Gummersbach in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst.

Kapitel Gummersbach beendet

Daher konnte der HSC 2000 Coburg erst jetzt Nägeln mit Köpfen machen und den Vertrag mit Gorr unterschrieben vorlegen. Die Verbindungen zwischen dem HSC und Gorr bestanden freilich schon lange, vor allem durch Sportvorstand Michael Häfner, der ihn erstmals im Juni 2012 nach einer Radtour in Aschaffenburg traf und seitdem regelmäßig offen und ehrliche Telefonate mit ihm führte.

Jan Gorr selbst freut sich auf seine neue Aufgabe und nahm zu seiner Vertragsunterschrift Stellung: "Ich habe in vielen Gesprächen erkannt, dass der HSC mich unbedingt haben wollte. Schon in meiner Zeit in Hüttenberg habe ich fast neidisch festgestellt, was sich in Coburg tat. Diese positive Sichtweise hat sich in letzter Zeit noch verstärkt. Allein die Tatsache, dass in der 3. Liga fast 3000 Zuschauer zu den Heimspielen kommen, ist fantastisch."
Gorr will seinen Teil dazu beitragen, dass es beim HSC sportlich nach oben geht, doch er schränkt auch ein: "Ich bin kein Zauberer, aber auf Dauer will ich nicht in der 2. Liga bleiben. Mit Fleiß will ich eine sportliche Basis schaffen, um nach oben zu kommen."

Der neue Hoffnungsträger hat seine Mannschaft schon gesehen, will sich aber in der nächsten Zeit noch ein genaueres Bild machen. Da wird er natürlich auch das eine oder andere Spiel besuchen. Gut vorstellbar, dass auch das Topspiel gegen Rimpar oder der Kampf um Platz zwei mit der Partie in Bad Neustadt darunter ist.
Ob er vielleicht Neuzugänge im Auge hat und wen er dann genau haben möchte, darüber wollte Gorr nicht spekulieren: "Dafür ist es zu früh. Allerdings beginnt meine Arbeit nicht erst mit Vertragsbeginn am 1. Juli. Die Weichen für die neue Serie müssen früher gestellt werden."

Dazu zählt er auch einen persönlichen Austausch mit Horvat, den er als Trainer sehr schätzt.
Jan Gorr gilt auch noch als einer der Kandidaten für das Amt des Co-Trainers der deutschen Männer-Nationalmannschaft. Eine Entscheidung darüber, ob er Martin Heubergers Assistent wird, ist aber noch nicht gefallen. Falls Gorr den Zuschlag vom DHB bekommt, stellt dies aber auch kein Problem für seine Aufgabe in Coburg dar. Vielmehr würde er sich natürlich freuen. Stefan Apfel ergänzt dazu: "Diese Aufgabe hätte für uns zwei Seiten. Einmal wäre es noch ein zusätzlicher Image-Gewinn, wäre aber auch eine gewisse Belastung."

Wer wird Co-Trainer?

Abhängig davon wird sich der HSC auch auf die Suche nach einem Co-Trainer, passend zu Gorr begeben. Da darf man davon ausgehen, dass es schon aus Kostengründen eine Lösung aus dem eigenen Verein selbst geben wird. Toni Lakisa, Zdenek Vanek oder Ralf Bauke heißen da die ersten Kandidaten. Man wird sehen.