Dieses Problem kennt auch die HUK-Coburg. Um für künftige Herausforderungen bei der IT-Sicherheit gerüstet zu sein, hat sich der Versicherer die Hochschule Coburg und die Firma applied security (apsec) ins Boot geholt - mit dem Ziel, nach automatisierten Lösungen für die Gefahrenabwehr zu forschen.

Leiter des Forschungsprojekts "SecMine" ist Dieter Landes, Professor für Informatik. Zusammen mit den wissenschaftlichen Mitarbeitern Sebastian Detsch und Andreas Kühntopf sowie vier Bachelor-Studenten begibt sich der Experte auf die Suche nach anwenderfreundlichen Programmen. Das Anforderungsprofil daran ist komplex, wie Landes erläutert: "Es geht darum, die ein gehende Datenflut nach potenziellen Gefährdungen wie Viren zu durchforsten, aber auch eigene Datenbanken vor dem Zugriff Unberechtigter zu schützen."

Problem dabei: Wie lässt sich eine automatische Routine entwickeln, die unsichtbar im Hintergrund diesen Aufgaben nachkommt, ohne permanent falschen Alarm zu schlagen und dabei massiv Rechenleistung zu binden? Landes: "Mittlerweile reden wir bei Firmen von Datensätzen in der Größenordnung von zehn und mehr Dimensionen - zu viel für den dreidimensional denkenden Menschen." Auf der Basis des sogenannten "Data Mining" gilt es, ein intelligentes System zu entwickeln, dass sich ähnelnde Datenmengen (Cluster) erkennt und nötige von unnötigen und zugleich potenziell schädlichen unterscheiden kann. "Wir schürfen in der riesigen Datenmine, um den Abraum vom Edelmetall zu trennen und zugleich Eindringlingen auf die Schliche zu kommen."

Wer annimmt, dass es auf diesem Gebiet doch massenhaft Anbieter geben müsste, der irrt, so Landes. "Was in diesem Segment vorliegt, ist bestenfalls experimentell zu nennen." Im Idealfall steht am Ende des Projekts eine Software, die im IT-Markt eine Nische erobert und sich vermarkten lässt.

Das Vorhaben wird übrigens vom Bundesforschungsministerium für drei Jahre mit einer Summe von 230 000 Euro gefördert. Darüber hinaus sollen projektbezogen Master- und Bachelorarbeiten entstehen.