"Im Rückblick auf all die hier geschilderten Aktivitäten Casimirs könnte man fast annehmen, dieser Fürst sei zielstrebig einem Musterkatalog für die optimale Errichtung einer Landesherrschaft mit zugehöriger Residenzstadt gefolgt.

Erstens brachte er Zentralbehörden seines Territoriums nach Coburg, deren professionelles Beamtentum die Bevölkerung durchsetzte und das bisherige Spektrum von Ackerbürgern und Handwerkern um einen weltgewandten Personenkreis anreicherte. Dessen Anziehungskraft ließ auch neue politische und wirtschaftliche Netzwerke weit über die bislang engen Mauern Coburgs hinaus entstehen. Er hob das institutionelle Bildungswesen in der Stadt fast auf universitäres Niveau, machte Coburg zum Mittelpunkt einer staatspraktischen und kirchlichen Gelehrsamkeit und zog damit Scholaren aus weiten Kreisen an.