37 Kinder konnten mit dem "Elsaer Gärtchen" ihr neu erbautes Domizil neben dem ehemaligen Kindergarten beziehen. Damit hatte die vorübergehende Ausquartierung im evangelischen Gemeindehaus in Bad Rodach ein Ende.

Am Freitag wurde nun das Gebäude im kleinen Rahmen auch offiziell seiner Bestimmung übergeben. Der Neubau, der mit einer Investitionssumme von 1,338 Millionen Euro kalkuliert wurde, ist notwendig geworden, da der bisherige Kindergarten mit einem Alter von 60 Jahren in die Jahre gekommen ist und eine weitere Betriebserlaubnis "auf wackeligen Beinen" stand. Im August des vergangen Jahres wurde mit dem Bau begonnen, im November konnte Richtfest gefeiert werden und pünktlich zum Beginn des Kindergartenjahres durften die Kinder einziehen. Entstanden ist ein L-förmiges Gebäude mit einer Nutzfläche von 382 Quadratmetern, das Platz für insgesamt 37 Kinder bietet, aufgeteilt auf 25 Regelkinder und zwölf Krippenkinder.

Architekt Roland Schultheiß erläuterte, dass es gelungen sei, die beiden Altersgruppen räumlich zu trennen, aber dennoch Raum zu schaffen, dass sich alle "in der Mitte" treffen können. Der Kostenrahmen werde völlig eingehalten. Man befinde sich derzeit bei Ausgaben in Höhe von 1,280 Millionen Euro, so dass im Frühjahr auch der Außenbereich in Angriff genommen werden könne. Rainer Mattern (Geschäftsführer Gesamtkirchenverwaltung) gratulierte der Kirchgemeinde Elsa für den mutigen und richtigen Schritt, den sie mit dem Neubau unternommen habe. Dass die Abwicklung des Neubaus über das Kirchengemeindeamt Coburg gelaufen ist, bezeichnete Mattern als völlig normal. "Ehrenamtlich kann die Umsetzung nicht gestemmt werden", betonte der Geschäftsführer und dankte dem Kirchenvorstand, dass dieser die notwendigen Beschlüsse gefasst hat. Er stellte heraus, dass es wichtig sei, soziale Einrichtungen im ländlichen Raum zu erhalten und nicht aufzugeben.

Der finanzielle Aspekt

Den finanziellen Aspekt durchleuchtete Bürgermeister Tobias Ehrlicher. Nach seiner Darlegung beteiligt sich die Kurstadt mit offiziellen 1,06 Millionen Euro an dem Projekt. Allein muss Bad Rodach die Summe allerdings nicht aufbringen. Seitens des Freistaates flossen 940000 Euro in den Stadtsäckel, so dass sich der tatsächliche Eigenanteil auf 120000 Euro reduzierte. Ehrlicher betonte, dass die hohen Zuschüsse seitens des Freistaates Bayern auch notwendig seien, da dieser Vorgaben erlassen habe, die den Bau einer Kindertagesstätte erheblich verteuerten. Das Stadtoberhaupt sprach sich deutlich dafür aus, dass es wichtig sei, solche Infrastrukturen wie einen Kindergarten in den Stadtteilen zu erhalten.

Für die Kirchgemeinde verbleibt am Ende aber dennoch ein Eigenanteil von rund 278000 Euro. In Vertretung des Hausherren Pfarrer Simon Meyer dankte Pfarrer Christian Rosenzweig all denen, die an der Entstehung des neunen Gebäudes mitgewirkt haben. Das beste Haus sei zwecklos, wenn es nicht mit Leben gefüllt werde. Den Erzieherinnen komme die wichtige und entscheidende Aufgabe zu, die Talente der ihnen anvertrauten Kinder zu entdecken und zu fördern. Christian Rosenzweig zeigte sich aber sicher, dass dies in der hellen und kindgerechten Tagesstätte sehr gut gelingen werde.

Eine Überraschung hatte Margit Machold (Mitglied des Elternbeirates) am Ende noch parat. Eine vom Elternbeirat initiierte Spendensammlung in Elsa hatte 2000 Euro eingebracht. Das Geld soll nach ihren Worten für die Ausstattung des Außenbereichs verwendet werden. Derzeit verfügt das "Elsaer Gärtchen" über je fünf freie Plätze im Regel- und Krippenbereich. Telefonisch ist der Kindergarten "Elsaer Gärtchen" ab sofort unter der Nummer 09564/8047110 zu erreichen.