Durch eine verdiente 2:4-Heimpleite gegen das Schlusslicht FC Eintracht Bamberg, die aufgrund einer desolaten zweiten Halbzeit durchaus hätte höher ausfallen können, brachte sich der FC Coburg in der Landesliga Nordwest akut in Abstiegsgefahr.
Zehn Spiele vor Saisonschluss beträgt der Vorsprung zum obersten Schleuderplatz-Inhaber TG Höchberg nur noch zwei Zähler. Allerdings haben die Vestestädter, die mit hängenden Köpfen vom Platz schlichen, noch eine Begegnung mehr im Köcher als die meisten ihrer Konkurrenten aus der unteren Tabellenhälfte.
Bei den Gästen setzten sich die drei Winter-Neuzugänge Patrick Titzmann, Marc Reischmann und Maximilian Vetter gut in Szene. Der vom Ligakonkurrenten SpVgg Jahn Forchheim geholte Stoßstürmer Titzmann, der die FCC-Abwehr ständig vernaschte und alle vier Treffer erzielte, könnte sich in der heißen Phase als Heilsbringer erweisen. Allerdings verheimlichte Trainer Georg Lunz auch nicht, dass er vor seinem hervorragenden Torhüter Matthias Kühhorn im Abwehrverbund einige Löcher zu kitten hat.
In der kampfbetonten, aber keinesfalls unfairen Partie offenbarte sich von Beginn an die schlecht funktionierende Zuordnung beider Defensivachsen als Manko. So entsprangen viele Torchancen durch gegnerische Fehler. Beim 0:1 fackelte der mit einem Querpass bediente Titzmann nicht lange und überwand Torhüter Jannik Knoch mit einem Schlenzer ins lange Eck.
Die Antwort der Hausherren kam postwendend. Christian Schneider wurde im Strafraum von Christian Ott unsanft von den Beinen geholt. Goalgetter Daniel Sam (25.) verwandelte den fälligen Foulelfmeter zum 1:1-Ausgleich. Als Fabian Carl (38.) nach einem kapitalen Bock von Andre Jerundow von der rechten Außenbahn kommend nach einem schnellen Antritt das Leder fast in einer Kopie des 0:1 ins hintere Toreck zum 2:1 zirkelte, schien die Welt für die Hausherren wieder in Ordnung zu sein. Dennoch hatte Großmann kurz vor dem Pausenpfiff der mit stoischer Ruhe souverän agierenden Schiedsrichterin Davina Haupt den Gleichstand auf dem Fuß, den Knoch durch energisches Herauslaufen verhinderte.
Das Unheil nahm für die Coburger im zweiten Durchgang durch einen Sonntagsschuss von Titzmann (63.) aus spitzem Winkel zum 2:2 in den Winkel seinen Lauf. Von da an herrschte vor ihrem Gehäuse Land unter. Einer von zahlreichen Stockfehlern führte zum 2:3, ein Foul von Carsten Hahn an Großmann zum entscheidenden 2:4.
Zunächst wehrte Knoch, der sich als einziger FCCler dem Untergang energisch entgegenstemmte, den Strafstoß Titzmann ab. Gegen dessen Nachschuss war er aber machtlos. Großmann hätte das Endresultat in höhere Dimensionen schrauben können, doch er blieb dreimal aus kürzester Distanz an Knoch hängen.


Trainerstimmen

Matthias Christl (FC Coburg): "Ich bin total enttäuscht. Alles war wir uns vorgenommen haben, setzten meine Jungs nicht um. Wir agierten nahezu körperlos, ohne jegliches Zweikampfpressing und ohne Laufleistung. Es war unglaublich. Mir fehlen die Worte", bekannte der frustrierte Heimcoach.
Georg Lunz (FC Eintracht Bamberg): "Wir haben den Glauben an uns nicht verloren und wurden nach einer ordentlichen Leistung belohnt. Der Sieg bedeutete einen wertvollen Mosaikstein zur durchaus noch möglichen Rettung. Kompliment an mein Team".

FC Coburg gegen FC Eintracht Bamberg 2:4 (2:1)

FC Coburg: Knoch - Guhling, Köhn, Hahn, Scheler, Schiebel, Schneider (ab 76. Ehrlich), Heinze, Mosert, Carl (ab 76. Puff), Sam.
FC Eintracht Bamberg: Kühhorn - Ott, Jerundow, Vetter, Weimer, Bugar (ab 77. Bube), Reischmann, Großmann (ab 90. Görtler), Trautmann, Linz, Titzmann (ab 87. Peci).
SRin: Davina Haupt (Poppenhausen). - Zuschauer: 200.
Tore: 0:1 Titzmann (23.), 1:1 Sam (25./Foulelfmeter), 2:1 Carl (38.), 2:2 Titzmann (63.), 2:3, 2:4 Titzmann (71., 84./Nachschuss Foulelfmeter).
Gelbe Karten: Köhn / Ott, Vetter, Großmann, Trautmann.