Der Alltag ist die wahre Heimat des Irrsinns. Die Pointen, die das Leben ganz absichtslos und scheinbar nebenbei schreibt - sie sind der Stoff, aus dem Volker Heißmann und Martin Rassau ihre Programme destillieren. Das Komödianten-Duo aus Fürth serviert bei seinem Coburg-Gastspiel leicht verdauliche Unterhaltung mit eingebautem Wiedererkennungseffekt.

"Ausverkauft" - das Etikett beim Auftritt im Kongresshaus macht aus dem Abend ein Heimspiel, auch wenn der Coburger vom Fürther Dialekt doch einige entscheidende Lautverfärbungen entfernt sein mag. Die Pointen von Heißmann und Rassau scheitern jedenfalls keineswegs an der fränkischen Sprachbarriere - im Gegenteil.

Schräge Perücken

Die Witze zünden ohne Anlaufschwierigkeiten.
Die absurden Tricks des windigen Versicherungsvertreters, die skurrilen Dialoge zwischen Bahnreisendem und Zugbegleiter - sie führen vor, wie leicht sich die banale Wirklichkeit zur Groteske steigern lässt. Einige wenige Requisiten, schräge Perücken, schrille Kleidungsstücke in schreienden Farben und Formen, dazu die passenden Grimassen - schon werden aus vermeintlich alltäglichen Begegnungen kleine Szenen, in denen sich die befreiende Wirkung des Lachens ungeniert entfalten kann.

Zum Anfang des zweiten Teils offeriert Volker Heißmann dann auch noch ausdrücklich eine Selbstdefinition: "Wir sind keine Kabarettisten. Wir sind Komiker." Und er treibt im Plauderton gleich noch ein wenig selbstironische Selbsterkenntnis: "Je mehr man spielt, desto eher wird man das, was man spielt."

Dann kommt es, wie es kommen muss - Heißmann und Rassau verwandeln sich in Waltraud und Mariechen. Das Publikum dankt's mit reichlich Beifall.