Fjorde, die weit ins Landesinnere reichen. Unberührte Natur, geprägt von Gebirgsmassiven und zahlreichen Binnenseen. Und natürlich, nicht zu vergessen: die bunten Häuser, oft abgelegen an den Buchten der Meeresarme. Genau diese Bilder gehen einem als erstes durch den Kopf, wenn man an Norwegen denkt. Und tatsächlich, auch Havard Martinsen, der als Publikumsliebling des HSC 2000 Coburg einfach nur "Howie" gerufen wurde, kann das nur bestätigen. "Das, was Norwegen auszeichnet, ist natürlich die Natur", sagt er. "Norwegen hat eine ähnliche Fläche wie Deutschland, aber nur fünf Millionen Einwohner."


Viel in der Natur

Und wie sind diese fünf Millionen Norweger so? "Viel draußen sind sie, viel an der frischen Luft, und sie sind stärker mit der Natur verbunden als die Deutschen", erzählt Martinsen, der zum Ende der vergangenen Saison seine Handballschuhe an den Nagel
gehängt hat und nunmehr in einem Sportgeschäft in Rödental arbeitet.
Zelten und grillen oder mit einem kleinen Boot über einen der zahlreichen Seen schippern und dabei angeln - so sieht die Frei zeitgestaltung in vielen norwegischen Familien aus.
"Viele Norweger haben auch eine kleine Freizeithütte, zu der sie zum Beispiel übers Wochenende fahren", sagt Howie, "das gefällt mir auch sehr. Wenn man draußen in der Natur ist, ohne moderne Technik, das mache ich gerne."
Zu einer Wanderung durch die tolle Natur gehöre dann auch die Einkehr in einer gemütlichen Hütte.
Womit wir beim Thema Essen wären: Gibt es eine norwegische Spezialität, die Martinsen in der Region Coburg schmerzlich vermisst? "Pölse i bröd", antwortet er da sofort, "das ist eine Wurst in fluffigem Brot. Die gibt es dann zum Beispiel mit Krabbensalat. Das kaufe ich meistens als Erstes, wenn ich in Norwegen bin." Pölse i bröd ist sozusagen das für die Norweger, was für die Coburger die Bratwurst ist.
Ansonsten würden die Norweger viel Fisch essen, ebenso Schaf. Zur Landesküche gehört auch der Schafskopf, der dann komplett auf dem Teller liegt - zusammen mit Kartoffelpüree.
Alkohol gebe es deutlich weniger zum Essen als in Deutschland. "Alkohol ist bei uns in Norwegen sehr teuer", erklärt Havard Martinsen. Und noch etwas ist in Norwegen einfach unvorstellbar: "Die Kombination Alkohol und Sport ist bei uns ein absolutes No-Go. Das habe ich in Deutschland auch schon anders erlebt", sagt Martinsen augenzwinkernd.


Einzigartiges Urlaubsziel

Für alle Naturliebhaber, Wan derfreunde und auch Sportfreaks ist Norwegen immer eine Reise wert, wofür "Howie" gleich noch ein bisschen Werbung macht. "Viele Urlauber kommen ja mit dem Wohnwagen und campen in Norwegen. Hier kannst du zum Beispiel Skifahren, bis der Arzt kommt. Und für Leute, die gerne wandern, ist die Landschaft in Norwegen perfekt."


"Oslo ist eine sehr schöne Stadt"

Für Wanderer sei der Süd-Westen Norwegens wie gemacht. "Da ist der Prekestolen-Felsen ein echtes Muss. Das ist ein Felsplateau, bei dem es vorne über 600 Meter in die Tiefe geht. Oder, was nicht so bekannt ist, ist der Kjeragbolten, ein Gesteinsblock, der 1000 Meter über einem Fjord in einer Felsspalte eingeklemmt ist. Da machen die Urlauber gerne Fotos!"
Wer es lieber ruhiger angehen lassen möchte, für den ist der Süden eine echte Alternative, denn da überwiegen Fjordland schaften. "Da kann man Boot fahren und angeln. Was noch interessant ist: In Norwegen braucht man keinen Angelschein, da ist das Angeln kostenlos", sagt Martinsen.
"Und Oslo ist eine sehr schöne Stadt. Der Fjord reicht bis vor die Stadt und wenn man eine halbe Stunde Bahn fährt, ist man schon im Wald. Auch Skifahren ist in der Umgebung möglich."


Zwei bis drei Wochen einplanen

Nur eines empfiehlt "Howie" all denen, die jetzt mit dem Gedanken spielen, in Norwegen ihren nächsten Urlaub zu verbringen: "Man sollte schon zwei oder drei Wochen für den Urlaub einplanen."
Nicht zuletzt, weil man auf Norwegens Straßen nicht so schnell fahren darf wie auf deutschen. "Da dauert dann alles ein bisschen länger."