Schloss Ketschendorf als vorübergehende Studentenbude? Wenn es nach den beiden Freien Wählern Jürgen Heeb und Peter Kammerscheid geht, wäre das durchaus vorstellbar. Damit könnte ihrer Meinung nach dem Vandalismus Einhalt geboten werden und das Schloss bliebe nicht länger unbewohnt. Seit 2010 steht die historische Immobilie leer.

Antrag auf Hauswächter-Methode


Geplante Sanierungsmaßnahmen und ein moderner Anbau - bereits geplant - liegen aufgrund der angespannten Finanzlage der Stadt auf Eis. Jetzt haben Jürgen Heeb und Peter Kammerscheid einen Antrag an den Stadtrat formuliert, in dem sie eine Chance sehen, das Schloss während des Leerstands zu schützen. Die Verwaltung soll prüfen, ob sich die Immobilie der ehemaligen Jugendherberge in Ketschendorf durch die Hauswächter-Methode vor dem Verfall und Zerstörungen schützen lässt.

In der Begründung heißt es:
"Die Substanz wird zusehends schlechter und zeigt bereits erste Beschädigungen. Die Außenanlagen verwuchern und es sind ,ungebetene Besucher‘ im Außenbereich wahrzunehmen, wie de Bürgerverein Ketschendorf bereits berichtet wurde. Es ist eine Frage der Zeit, wann man sich die Immobilie ,erschließt‘."

Wohnen zum Schutz des Gebäudes


Die "Hauswächter Methode" bieten verschiedene Firmen an. Diese sieht vor, die Räume potenziellen Mietern in unveränderter Form günstig anzubieten (oft jungen Singles), die dann gleichzeitig Schutz und Erhalt übernehmen. "In Anbetracht des Wohnungsmarktes in Coburg, gerade für Studenten, wäre dies sicher eine Lösung für Mieter und Vermieter", meint Heeb.

Die Freien Wähler verweisen zum Abschluss auf das Unternehmen Camelot, das Objekte wie Schloss Ketschendorf mit der Hauswächter-Methode europaweit betreut. Die Stadt hätte die Wahl zwischen einem kompletten Gebäudeservice, einer Teil-Verwaltung oder individuellen Dienstleistungen.

Das Unternehmen sucht Menschen, die sich auf der Basis einer Überlassungsvereinbarung in einem leer stehenden Gebäude aufhalten. Weitere Verpflichtungen gibt es nicht. Sie schlafen dort, sehen fern, essen, reden mit anderen Hauswächtern, gehen arbeiten und tun, was sie sonst auch tun würden. Durch ihre Anwesenheit wird das Gebäude geschützt.

Kein Mietverhältnis


Allerdings mit einem wichtigen Unterschied: Der primäre Zweck des Aufenthalts ist der Schutz des Gebäudes. Es handelt sich nicht um ein Mietverhältnis, und es gibt feste Regeln zum Erhalt des Gebäudes.