Eine spontane Spendenaktion für ein rumänisches Kinderkrankenhaus in Roman (Region Moldau) hat jetzt das Ehepaar Reinhard und Andrea Tschirge gestartet. Sie wollen mit dringend benötigten Materialien direkte Hilfe leisten. "Dort fehlt es bereits an kleinsten Dingen", sagt Andrea Tschirge.

Über persönliche Kontakte zu Bettina Fröba-Schultheiß - die für die Rumänienhilfe Sach- und Geldspenden sammelt - wurde das Hassenberger Ehepaar auf das Kinderkrankenhaus, das dringend Unterstützung benötigt, aufmerksam. In vielen rumänischen Krankenhäusern fehlt das Geld, so dass die Ausstattung dort desolat ist. Neben fehlenden medizinischen Geräten sind auch die Vorräte an Medikamenten oder Desinfektionsmitteln unzureichend. "Die Bilder, die wir von diesem Krankenhaus gesehen haben, waren bedrückend und erschütternd.
Deshalb haben wir uns sofort dazu entschlossen, etwas zu tun", erklärt Andrea Tschirge.

Eine Welle der Hilfsbereitschaft

Ihr Mann Reinhard, der Allgemeinmediziner im Sonnefelder Ortsteil ist, sprach Apotheken, Kollegen und auch Firmen in der Region an, die ebenfalls ihre Unterstützung zusagten. Einige von ihnen stellten Spendendosen auf oder stellten Geld- und Sachspenden zur Verfügung. "Die hohe Resonanz habe ich so nicht erwartet", freut sich Andrea Tschirge über den regen Zuspruch. Einige Unternehmen aus der Region unterstützten mit stattlichen Beträgen die Aktion - und auch die Patienten der Praxis Tschirge zeigten sich beim Befüllen der Spendendose äußerst großzügig. Dadurch sind inzwischen über 3300 Euro eingegangen.

Ausgemustert, aber nützlich

Tschirge versichert den Spendern, dass ihre finanzielle Hilfe direkt im Kinderkrankenhaus ankommt. So wird der Mediziner selbst das dringend benötigte Material (Babyflaschen samt Sauger, Desinfektionsmittel, Einweghandschuhe oder Holzspatel) kaufen. Eine Firma hat der Rumänien-Hilfe eine Verbandsmaterialien-Spende zugesagt, während Tschirge von einer Pharmafirma spontan Zucker messgeräte erhielt. Sanitätshäuser und ein Lebensmittelmarkt kommen ihm beim Kauf von medizinischen Produkten und Windeln mit dem Preis entgegen oder helfen mit Produktzugaben.

Viele der Tschirge-Patienten spendeten aber auch tragfähige Kleidung, Bettwäsche oder sonstiges Equipment, das nicht mehr benötigt wird. "Damit haben wir gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen", sagt der Initiator. Während die ausrangierten Sachen hier in Deutschland keinen Platz mehr wegnehmen, helfen sie in Rumänien, die Not zu lindern. Von der BRK-Sozialstation erhielt Reinhard Tschirge zwei Rollatoren, zehn Nachtstühle und zwei Infusionsständer - alles war zwar schon ausrangiert, aber noch voll funktionsfähig. "Die Geräte werden künftig gute Dienste in Roman leisten", ist Andrea Tschirge überzeugt.

Zwei vollbeladene Anhänger an Hilfsgütern und Wäsche sind inzwischen zusammengekommen. Sie wurden von der Familie Tschirge nach Ebersdorf zur Sammelstation gebracht. Wenn im Juli die Rumänienhilfe ihren Transport auf die Reise schickt, wird so die Hilfe aus der Region direkt ans Kinderkrankenhaus in Roman gehen. "Wir möchten allen danken, die in irgendeiner Weise unsere Aktion mit Sach- oder Geldspenden unterstützt haben", betont Reinhard Tschirge.