Hoher Besuch beim CSU-Ortsverband Großheirath anlässlich des politischen Frühschoppens, der im Saal Hotel Gasthof Steiner in Großheirath stattfand: Auf Initiative von Michael Möslein kam Bundesminister a. D. Hans-Peter Friedrich zum Ortsverband nach Großheirath. Zu Beginn seiner 45 Minuten dauernden Rede ging Friedrich, dem die Zuhörer oft applaudierten, auf seine Verbindung zum Kreisvorsitzenden Jürgen W. Heike ein. Der Bundesminister a.D, der aus dem Landkreis Hof nach Coburg gekommen war, war von der Schönheit der Region begeistert. Er habe sich davon aufgrund seines ungeplanten Umweges wegen einer Sperrung der B 303 mehrfach überzeugen können. "Ein Oberfranke bekommt, egal wo er ist, immer Heimweh", davon ist Friedrich überzeugt.


Anbindung an schnelle Bahn sei nicht zu unterschätzen

Die Anbindung an die A 73 sei für die Region keine schlechte Ausgangslage. Friedrich ging auf den ICE-Halt in Coburg ein. Die Anbindung an die schnelle Bahn sollte man seiner Meinung nach nicht unterschätzen. Dies sei für die Industrie ein wichtiger Standortfaktor, um internationale Flughäfen schnell zu erreichen. Die mittelständischen Unternehmen seien darauf angewiesen. "Auch in der Zukunft wird die Bahn Bedeutung haben", sagte Friedrich. In Oberfranken seien viele mittelständische Unternehmen vorhanden, die es zu erhalten gelte.
Friedrich forderte ein neues Selbstbewusstsein der CSU. Die Partei brauche wieder eine Botschaft für ihre Wähler. Freiheit und Verantwortung, dies seien wichtige Prinzipien der CSU und daraus leite sich auch die Politik der vergangenen Jahre ab.

Friedrich forderte auch die Abschaffung des "Solis". Dies soll 2020 passieren. Er griff auch das Bildungssystem in Bayern auf . "Jeder, der will, kann sich in Bayern nach vorne arbeiten". Auch über das Ehrenamt, ein wichtige Säule in der Gesellschaft in Bayern, wie er sagte, ging Friedrich ein. Hier werde Verantwortung übernommen. Er zollte der Ehrenamtlichkeit großen Respekt.

Die CSU müsse Flagge zeigen

Außerdem sprach sich der Bundesminister a. D. gegen die doppelte Staatsangehörigkeit aus. Ein weiteres Thema war die Religionsfreiheit. Jeder könne in Bayern seine Religion leben. Trotzdem bleibe man ein christliches Land. Hier müsse die CSU ein klares Bekenntnis leisten. Es gebe viele Dinge, bei denen die CSU Flagge zeigen müsse, sagte Friedrich. Dabei ging er auf den Schutz des Eigentums und die Erbschaftssteuer für mittelständische Unternehmen ein.

Der ehemalige Bundesminister ist der Meinung, dass man als christliches Land Flüchtlinge, deren Leben bedroht ist, aufnehmen müsse. Darunter seien viele Fachleute. Aber man müsse die Menschen nach verschiedenen Kriterien differenzieren. Flüchtlinge aus Balkan-Ländern sollten in ihrem Land bleiben und dort etwas verändern.

Friedrich: Keine Politik nach Meinungsumfragen machen

Zum Schluss seiner Ausführungen sagte Hans-Peter Friedrich, der schon seit 41 Jahren Mitglied in der CSU ist, die CSU habe eine wichtige Verpflichtung in den kommenden Jahren. In Bezug auf die AfD rief Friedrich dazu auf, die demokratischen Kräfte zu bündeln. Er appellierte, keine Politik nach Meinungsumfragen zu machen.
In der anschließenden Diskussion griff Wolfgang Schultheiß das Thema Landwirtschaft auf, insbesondere auf das Dilemma fehlender Hofnachfolger. Reinhard Ehrlich kritisierte die Kommunikation in der Partei. Und Elmar Schramm wünschte sich mehr Unterstützung für Peter Gauweiler.

Kreisvorsitzender Jürgen W. Heike freute sich sichtlich über die große Beteiligung am politischen Frühschoppen " Es tut gut zu sehen, dass wir in der CSU eine Mannschaft sind", sagte Heike. Der politische Frühschoppen könne als "wahre Bürgerbeteiligung" bezeichnet werden. Er ging auf das Betreuungsgeld, Das moderne Krankenhaus in Coburg sei ein Verdienst des ehemaligen Landtagsabgeordneten aus Großheirath, Siegfried Möslein. Das Landestheater werde vom Freistaat gefördert wie auch die Breitbandversorgung in der Region. Heike: "Die Bürger können zufrieden sein." Für die Arbeit im Ortsverband Großheirath hatte Heike ein Extralob übrig.
Der Bürgermeister und Vorsitzender des Ortsverbandes Großheirath, Udo Siegel, stellte die Gemeinde Großheirath vor und versicherte, dass sich die Gemeinde weiterhin den Anforderungen der Zukunft stellen werde.
Die stellvertretende Vorsitzende der Kreistagsfraktion, Christine Heider, ging auf die Landkreispolitik ein, bevor sie dazu aufrief, am Bürgerentscheid über den geplanten Verkehrslande zu entscheiden.
Ortsvorsitzender Udo Siegel und Ex-Bundesminister Hans-Peter Friedrich zeichneten langjährige Mitglieder aus, einige konnten aber nicht anwesend sein.

Für 10 Jahre: Andrea Scheler, Ralf Reißenweber.
Für 15 Jahre Mitgliedschaft wurden geehrt: Udo Siegel, Michael Klein, Carolina Kaiser, Steffen Ehrlich.
Für 20 Jahre Mitgliedschaft wurden ausgezeichnet: Prof. Dr. Walter Strohmaier, Steffen Kanzler.
Für 25 Jahre Mitgliedschaft wurden geehrt: Ronald Hopf, Rainer Schmidt, Thomas Fischer geehrt.
Seit 30 Jahren gehört der CSU an und wurde geehrt: Joachim Kolb, Michael Möslein.
Für 35 Jahre CSU-Mitgliedschaft wurden ausgezeichnet: Udo Stricker, Siegfried Thamm, Gerold Hümmer.
Für 45 Jahre Mitgliedschaft wurde Hans-Joachim Trienke geehrt.