Gemeinsam mit Professor Klaus Stefan Drese übernimmt Professor Thorsten Uphues das Ruder. Durch seine Fachkompetenzen in angewandter Künstlicher Intelligenz (KI) und Spektroskopie wird das Portfolio des Instituts erweitert und auf aktuelle Themen in Forschung und Anwendung ausgerichtet.

Professor Drese beschreibt die Ziele des interdisziplinären Forscherteams: "Ich wünsche mir, Coburg und das ISAT mit einem neuen und breiteren Portfolio noch sichtbarer als Forschungsstandort und zum hochwertigen Ansprechpartner für die Industrie zu machen." Professor Uphues erläutert: "Wir wünschen uns gerade zum Thema KI unsere Kompetenzen am ISAT mit übergreifendem Wissen vom Sensor über die Hardware bis hin zur Auswertung nutzen zu können, um deutliche Impulse in die Region und besonders das produzierende Gewerbe zu liefern."

Alles außer beamen

"Wir machen alles, außer beamen", so lautet die Marschrichtung von Klaus Drese. Thorsten Uphues fügt augenzwinkernd hinzu: "Geht nicht, gibt´s nicht! Nur manchmal eben anders." Bei dem breiten Feld der Möglichkeiten ist das nicht einmal übertrieben: Es geht beispielsweise von der Wasseranalytik für Firmen, die sich mit der Aufbereitung von Hauswasser beschäftigen, über die Überwachung der Bodenqualität durch Infrarotspektroskopie, die Qualitätsbeurteilung von Verpackungsprozessen in der Lebensmittelindustrie bis hin zur spezifischen Prototypenentwicklung neuartiger Sensorplattformen.

Das ISAT ist dabei sowohl Ansprechpartner für kleine und mittelständische Unternehmen als auch für die Großindustrie bei Forschungsaufträgen.

Am ISAT arbeitet seit 2007 ein Team von Natur- und Ingenieurwissenschaftlern an vielfältigen Themen der Sensorik und Aktorik.

Von Hamburg nach Coburg

Prof. Dr. Thorsten Uphues war am Max-Planck-Institut für Quantenoptik auf dem Gebiet der zeitaufgelösten Röntgenphysik und speziell der Attosekunden-Physik wissenschaftlich tätig und studierte mit diesen Methoden schnellste Prozesse in Materie in Echtzeit. Für seine Arbeiten zur Weiterentwicklung der zeitaufgelösten Röntgenphysik erhielt er die Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft. Sein besonderes Interesse gilt ultraschnellen lichtgesteuerten Prozessen und der dafür nötigen Sensorik. Seine Führungskompetenzen hat er in der Industrie als IT-Projektleiter und Consultant, sowie als Director Industrial Analytics im Bereich der angewandten Datenwissenschaften und künstlichen Intelligenz erworben und als Juniorprofessor am Center for Free Electron Laser Science (CFEL) Hamburg in einem wissenschaftlichen Umfeld erfolgreich vertieft.

Der Weg von Hamburg nach Coburg fiel ihm leicht: "Es ist die Forschungsprofessur, die in der Kombination von Institutsleitung, angewandter Forschung und Lehre erlaubt, angewandt tätig zu sein und dennoch unsere zukünftigen Ingenieure in der Anwendung neuester Technologien auf einem wissenschaftlichen Niveau auszubilden. Genau diese Möglichkeit habe ich hier am ISAT und der Hochschule Coburg gefunden."

Professor Klaus Stefan Drese ist Experte für Mikrofluidik. Er ist seit Oktober 2016 als Professor für Sensorik und Aktorik an der Hochschule Coburg tätig. Davor war er wissenschaftlicher Direktor am Fraunhofer Institut für Chemische Technologie in Mainz (ICT-IMM). Dort leitete er den Bereich Analysesysteme und Sensorik. Professor Drese ist Mitglied des Forschungsschwerpunkts Sensorik und Analytik. Einer seiner Forschungsschwerpunkte liegt im Bereich der angewandten Sensorik auf der akustischen Sensorik. Ein weiteres Forschungsfeld ist die Mikrofluidik, die überwiegend in der Analytik zum Einsatz kommt. Hier bringt er seine Fachkenntnisse in der Simulation und der Mikrosystemtechnik ein.